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Um sicher zu sein gab es nur eine Möglichkeit. Schweigen...
安全であるために一つ可能性だけがある。暗黙。

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Kapitel 1 - Kalte Dusche...?

 

 

Der Wärter machte pünktlich um 16.00 Uhr seine Runde. Wie er diesen Job hasste...Wie er die Gefangenen hier drinnen verabscheute... Der Geruch widerte ihn an... Wurde mal Zeit, dass jemand "Neues" zu ihnen kam... Ein dreckiges Grinsen verzerrte sein Gesicht, als er zu dem Gefangenen Nummer 1308 ging... Wie hieß er wirklich? Ach, das spielte doch keine Rolle... Er würde hier eh nie wieder raus kommen.. Ein Wunder, dass er nicht schon längst zusammengebrochen war, nach der langen Zeit... Die meisten hatten sich umgebracht, was wahrscheinlich noch der humanste Weg war...
Er strich sich die fettigen Haare zurück und rüttelte an den Stäben von Aois Zelle. "1308?! Aufstehen! Heute waschen wir dich mal! Du stinkst und der Direktor kommt heute zu Besuch. Da wollen wir doch einen hübschen Eindruck hinterlassen, nicht wahr?!" und dabei war sein Blick von solch einer Eiseskälte, der keinen Zweifel daran ließ, was passieren würde, wenn der Gefangene auch nur einen Mucks von sich geben würde...

Das allseits bekannte Rütteln erfüllte seine Zelle, als der Wärter seine Runde machte. //16Uhr...//, dachte sich Nummer 1308 und stand mit gesenkten Haupt auf. Schwankend lief er zur Zellgittertür und hob automatisch beide Arme, damit der Wärter ihm seine Handschellen umlegen konnte. Er könnte ja immerhin fliehen...
Seine Gedanken schweiften kurz zu dem Direktor und alles zog sich in ihm zusammen. //Mieses Schwein...//

Die Handschellen schlossen sich eng um Aois schmale Gelenke und der Wärter gab ihm eine Stoß. "Vorwärts in den Waschraum!" Wer hier eingesperrt war, er hatte verlernt, was das Wort 'Würde' bedeutete...
Der Wächter brachte Aoi in den so genannten 'Waschraum', der komplett mit harten Steinfliesen verkleidet war. "Zieh dich aus! Ich hole das Wasser!" Er verließ den Raum und schloss die Türe zu, somit war Aoi wieder eingesperrt, nur eben an einem anderen Ort.

Der Gefangene zuckte nicht mal mehr mit der Wimper, als das kühle Metall seine Gelenke zusammengedrückt hatte und lief artig vor dem Wärter in Richtung Waschraum. //Schweigen.//, ermahnte er sich und biss die Zähne zusammen. //Warum beendet er nicht einfach mein Leben? Dann wäre ich wieder glücklich.// Der dünne Stoff unter seinen Füßen konnte die Kälte nicht zurückhalten und als der Wärter ihm die Handschellen abnahm, ihm befahl, sich auszuziehen und den Raum verließ, dann trennte er sich auch noch von diesem Stoff und erschauderte, weil der kalte Boden sich in seine Füße brannte. Mit zitternden Händen zog er sich den dünnen Overall aus und mit ihm, auch seine dreckigen Shorts. Er verzog angewidert das Gesicht. Er widerte sich schon selbst an. Frierend schlang er seine dünnen Ärmchen um seinen schlanken Körper und wartete zitternd darauf, dass der Wärter wieder kam.

Der Wärter kam nach einer Viertelstunde wieder mit mehreren Eimern voll heißem Wasser, dass er ohne Vorwarnung über Aoi kippte und anfing, ihm mit einer Bürste den Dreck vom Körper zu schrubben. Dann seifte er ihn grob ein und schrubbte weiter, wusch Aois Haare und Eimer um Eimer ergossen sich über den zitternden Körper.

Zitternd wie Espenlaub hatte er versucht, sich warm zu rubbeln, doch es half alle nichts gegen die Kälte, die ihn umgab. Dazu kam der Wind, der durch alle Ritzen kroch und ihn umgarnte.
Als er hörte, wie die Tür aufging, machte er sich schon innerlich dafür bereit, mit eiskaltem Wasser begossen zu werden. Doch anstatt der Eisdusche, kippte ihm der Wärter unerwartet heißes Wasser über den Körper, der bei der Berührung halb nach vorne kippte. Ein Schrei entfloh seinen aufgeplatzten Lippen und sah sich seine blasenwerfenden Hände fassungslos an. Das dampfende Wasser suchte sich einen Weg in jede Ritze, in jede bereits fast verheilte Wunde an seinem Körper und ließ diese erneut aufplatzen. Wimmernd spürte er kalte Hände, die grob seinen Körper entlang glitten und erneut krampfte er innerlich vor Angst zusammen.
Als dann schließlich die Bürste seine wunde Haut schrubbte, schrie er erneut vor Schmerzen auf und stolperte nach vorne. Jedoch hielt der Wärter ihn eisern an Ort und Stelle und als erneut heißes Wasser seinen Körper traf, glaubte er, er könne an Ort und Stelle verbrennen. //Wo bist du... Tod...?//, fragte er sich unter Qualen und fiel schließlich unsanft zu Boden.

Der Wärter reinigte ihn von Kopf bis Fuß und war ihm zum Schluss ein erstaunlich weiches Handtuch vor die Füße und eine frische Uniform. "Du hast 15 min. um fertig zu werden Nummer 1308!" Er drehte sich um und ging, verschloss wieder die Tür hinter sich. Irgendwie mochte er diesen schwarzhaarigen Sturkopf. Ja... Zumindest rastete dieser nie aus, was es ihnen natürlich einfacher machte, ihn zu quälen und sich daran zu ergötzen...



Kapitel 1 - Kalte Dusche...



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