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Um sicher zu sein gab es nur eine Möglichkeit. Schweigen...
安全であるために一つ可能性だけがある。暗黙。

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Kapitel 2 - Nächtlicher Mord



Den ganzen Nachmittag hatte Uruha damit verbracht sich für den Abend herzurichten. Seine Frisur hatte er ungefähr fünfmal geändert und wie oft er seine Klamotten gewechselt hatte, wusste er nicht. Inzwischen war es schon fast die Zeit, in der er eigentlich bei Reita hätte vor der Türe stehen sollen, doch irgendwie wollte das mit der Schminke heute nicht hinhaun. Entweder es war zu viel oder zu wenig oder der Lidstrich war zu weit nach oben oder zu weit nach unten gezogen.
Genervt startete Uruha einen letzten Versuch, mit dem Entschluss wenn es jetzt nicht klappen sollte, dann ließ er es sein. Setzte eine Sonnenbrille auf oder tat einfach so, als wäre es jetzt neuer Trend nur noch ein Auge zu schminken. Wobei, dafür war er sich dann wohl doch zu eitel. Also hieß es, Konzentration und den Lidstrich endlich gleichmäßig ziehen. So lange wie gerade hatte Uruha wohl noch nie zum Schminken gebraucht, aber nachdem er damit dann endlich fertig war, schmiss er schnell alles bei Seite und machte sich daran Jacke und Schuhe anzuziehen um sich auf den Weg zu machen.
Eine ganze Weile später stand er etwas außer Atem bei Reita vor der Tür, hatte es aber noch rechtzeitig zu ihm geschafft. Er klingelte und wartete dass er die Türe öffnete.

Reita kam zur Tür und lies Uruha grinsend herein. Er trug nur ein ärmelloses Hemd, schwarze Cargohosen und seinen geliebten weißen Gürtel mit dem Eisernen Kreuz. An den Füßen hatte er Boots, die er nur halb geschnürt hatte und deren Schnürbänder lose nach unten hingen. In seinem Mundwinkel steckte eine Kippe und die Haare hatte er nur ein bißchen nach oben gestylt in einem seitlichen Iro. Was natürlich nicht fehlen durfte, war das Nasenband. "Uruha. Komm rein! Magst du was trinken, bevor wir los gehen?" Er grinste und hielt Uruha dann zwei paar Handschuhe mit abgeschnittenen Fingern vor die Nase. "Was meinst du? Die schwarzen mit den Nieten? Oder die schwarz-weißen?"

Uruha wartete ab und hörte dann die Türe aufgehen. Er hob den Kopf und sah ihn an. "Hei~", meinte er grinsend und trat ein. Er streckte sich leicht und musste dann auch schon eine Wahl treffen.
"Ano...", begann er, musterte abwechselnd Handschuhe und Reita und überlegte. "Ehm... die... ehm... die weißen..."
Er überlegte noch kurz und nickte dann bestimmt. "Japp, genau die."
Er schüttelte kurz den Kopf und antwortete noch auf die vorherige Frage: "Nein, ich möchte nichts, danke."

"Okay." Reita streifte sich die Handschuhe über und lächelte. "Na? Hmm... du siehst zum Anbeißen aus, Ruha... Die Kerle werden dir zu Füßen liegen." Reita grinste und strich Uruha sanft über die Wange. "Nun dann, meinst du, ich kann so gehen? Lässt du dich so mit mir blicken?"

Uruha lachte leicht und antwortete: "Du Schleimer~" Er lehnte sich etwas gegen die Wand und verschränkte die Arme. Kritisch musterte er den anderen von oben bis unten, hatte dabei einen ernsten Blick drauf, bis er mit den Augen wieder nach oben wanderte und ihn ansah.
"Och joa, an mich kommst du zwar nicht ganz ran, aber ist schon pasabel~", meinte er dann grinsend und zwinkerte ihm zu. "Quatsch, klar siehst du gut aus."

Reita grinste immer breiter als er so gemustert wurde. Provokativ schob er ein Stück seines Shirts nach oben strich sich selbst verliebt über die Bauchmuskeln. Dabei hatte er einen Finger in den Mund gesteckt und den Kopf leise stöhnend in den Nacken gelegt.

Bei diesem Anblick musste Uruha unweigerlich lachen. "Okay okay, überzeugt^^~", meinte er und grinste noch etwas breiter. "Du bist doch ein Idiot~"
Grinsend nickte er Richtung Tür und fragte: "Sollen wir dann los? Oder willst du mich hier weiter anmachen?^^"

Reita ging zu Uruha und ließ wie zufällig seine Hand auf Uruhas Hintern sinken. "Hmm... wer weiß..?" raunte er in dessen Ohr und schmiegte sich an ihn, dann lachte er aber laut und klopfte seinem Freund auf die Schulter. "Nein nein, lass uns gehen! Ich muss doch noch ein paar andere von meinen... hmm... Qualitäten... überzeugen, hm?"

Uruha grinste und neigte den Kopf ein Stück zurück, sah ihn so von oben herab an. "Ach ja?", grinste er und musste dann aber ebenfalls lachen und nickte nochmal Richtung Türe. "Na dann lass uns mal los~", meinte er und verließ die Wohnung, wartete auf Reita und ging dann mit ihm los.

~+~

Reita ging mit ihm in eine Disco, verkrümelte sich dann an die Bar, nachdem er Uruha einen schönen Abend gewünscht hatte und begrüßte den Barkeeper herzlich. Er war nicht hier zum Flirten, der Alkohol machte den Laden doch erst interessant..

Im Club angekommen blickte Uruha sich etwas um, wollte Reita gerade etwas sagen, als dieser sich bereits verabschiedet hatte und verschwunden war.
"Na toll", meinte Uruha mehr zu sich selbst und seufzte. Na ja, er würde wohl irgendwie den besten Abend daraus machen.
Mit diesen Gedanken sah er sich etwas um.

~+~+~

Der gestrige Abend verlief für Uruha doch noch zu einem Erfolg. Zwar hatte Reita ihn einfach stehen gelassen, doch dafür hatte er jemanden kennen gelernt. Nicht nur, dass dieser jemand ziemlich gut aussah, nein, sie hatten sich auch richtig gut verstanden.
So war es kein Wunder, dass Uruha an diesem Morgen noch zusammen mit ihm im Bett lag. Er hatte einen ruhigen und irgendwie erholsamen Schlaf gehabt und momentan hatte er auch nicht das Bedürfnis, aufzustehen.
Er wurde langsam wacher, ließ die Augen aber geschlossen und döste noch ein wenig vor sich hin. Er drehte sich langsam auf die Seite und schmiegte sich leicht an die Seite des anderen. Er legte seine Hand auf dessen Brust, spürt aber anstatt Haut etwas feuchtes. "Hm?", murmelte er leise und blinzelte. Langsam öffnete er die Augen und blinzelte die rote Flüssigkeit an. Er hob seine Hand an und blickte ganz langsam, fast als wollte er gar nicht wissen, was ihn gleich erwartete, nach oben. Vor lauter Schreck rutschte er zur Seite und fiel über die Bettkante hinunter auf den Boden. "Was-", schluckte er und sah sich etwas hektisch um. Jetzt erst bemerkte er, dass das halbe Bett blutgetränkt war. Er rutschte etwas weiter zurück und ergriff seine Jacke, die am Boden lag. Ziemlich nervös kramte er nach seinem Handy, ließ es erst einmal fallen und tippte dann zittrig die erste Nummer an, die ihm in den Kopf schoss.

Reita war ziemlich spät nachts alleine heim gegangen, mit sich und dem Alkohol zufrieden. Er hatte zwar diverse, eindeutige Angebote erhalten, doch alle mit einem charmanten Grinsen oder, als es ihm dann doch zu viel wurde, mit einem genervten Blick verscheucht. Müde war er dann zu sich nach Hause gestolpert, hatte Uruha noch heim bringen wollen, doch der hatte sich so angeregt mit seiner neuen Bekanntschaft unterhalten, dass Reita den Beiden mal lieber ihre Ruhe ließ und irgendwann waren sie dann auch gemeinsam verschwunden. Reita schloss die Tür zu seiner Wohnung auf, gähnte kräftig und fiel todmüde auf seine Couch, auf der er prompt einschlief und erst am nächsten Morgen vom Klingeln seines Handys geweckt wurde, welches er schlaftrunken suchte und ein "Mhhjaaa?" rein nuschelte.

Noch immer starrte Uruha zum Bett und hielt sich zitternd, das inzwischen auch blutverschmierte Handy ans Ohr. Es dauerte etwas bis er überhaupt realisiert hatte, dass bereist jemand ran gegangen war und dass dieser jemand Reita war.
"R-rei?", begann er etwas zittrig und schluckte leicht.
Er suchte nach den richtigen Worten, doch was sollte er ihm sagen? 'Reita ich bin heute Morgen neben einer Leiche aufgewacht, der die Kehle durchgeschnitten worden war?'. Selbst wenn er es hätte sagen wollen, hätte er es im Moment nicht über die Lippen gebracht.
Das erste und einzige was er sagen konnte war: "Ich... ich war das nicht~"

Reita blinzelte immer noch verschlafen und guckte erst mal auf das Display, wer ihn denn angerufen hatte. Es war Uruha. "Uru?" Müde setzte er sich auf und gähnte. "Was warst du nicht, Ruha-kun, hmm?"

Uruha blinzelte leicht, rutschte noch etwas näher zur Wand und drückte sich das Handy ans Ohr. "D-das... das Blut und das... es... ich hab´s nicht getan~", beteuerte er immer wieder und biss sich fest auf die Unterlippe. Sie schmeckte nach Blut. Er sah langsam an sich runter und erst jetzt bemerkte er, dass er selbst auch voll davon war.

"Uruha... Was ist los??" So langsam begriff er Uruhas Worte und wurde mit einem Schlag hellwach. "Uruha?! Wo bist du?! Ich... ich komme zu dir, ja? Was ist passiert Uruha?? Um Himmels Willen, was ist passiert?“

Immer noch geschockt sagte Uruha ihm wo er war, doch was passiert war, konnte er ihm nicht sagen. Denn so recht wusste er es ja selbst nicht. "Ich... ich war´s wirklich nicht..."

"Das... will ich doch gar nicht wissen!! Uruha... ganz ruhig, ja? Du machst niemandem die Türe auf, ja? Bist du bei dir daheim? Uru... wo bist du???"

"Ich... h-hai~ Bin ich...", murmelte er und sah noch immer zum Bett. Plötzlich wurde ihm ziemlich übel von diesem Anblick und dem Geruch von Blut, dass er das Handy fallen ließ, sich im Bad vor die Kloschüssel fallen ließ und sich erst einmal übergab.

Reita schnappte sich seine Jacke und seine Autoschlüssel, zog sich im Laufen an und rannte runter zu seinem Auto. Dann fuhr er los und rote Ampeln galten allenfalls als Empfehlung für ihn.

Uruha hing immer noch über der Kloschüssel. Er lehnte sich daneben an die Wand und zitterte noch leicht. Was war in dieser Nacht nur passiert?

Währenddessen versuchte Reita immer noch Uruha wieder zu erreichen. Er wusste doch nicht, wo sich der Gitarrist aufhielt! Wie sollte er ihn denn nur finden?

Aus dem Schlafzimmer hörte der Blonde sein Handy klingeln. Er wischte sich kurz über den Mund. Spülte sich diesen anschließend mit Wasser aus und ging zögernd zurück. Schnappte sich sein Handy und verschwand wieder im Bad.
Er blickte auf das Display und stellte fest, dass es Reita war. "...Rei?", murmelte er ins Handy.

"Hai! Uruha, bitte sag mir wo du bist! Ich bin auf dem Weg zu dir, aber du musst mir sagen wo du bist, hörst du?? Bist du in einem Hotel? Irgendwo muss doch der Name zu sehen sein! Die haben doch Werbung da liegen... Komm schon... Du musst mir helfen!"

Uruha schluckte leicht und sah sich um. Er erinnerte sich, dass sie gestern nicht sehr weit gelaufen waren. Er versuchte Reita irgendwie den Weg zu beschreiben. Denn die Adresse konnte er jetzt auf die Schnelle nirgendwo herausfinden.

Reita folgte der Beschreibung und stand Minuten später vor einem alten, ziemlich baufälligen Hotel. Er beschrieb Uruha das Gebäude und als dieser bejahte, rannte er an der unbesetzten Rezeption die Stufen hoch und durch alle Gänge. "Uruha?! Uruha!! Wo bist du??"

Dieser saß noch immer im Badezimmer. Hatte sich in der Zwischenzeit noch zweimal übergeben und hörte aber von draußen, seine Rufe.
zittrig stand er auf und ging zur Tür. Er öffnete sie nur ganz langsam.

Reita stand besorgt vor der Tür und erschrak fast zu Tode als er Uruha so blutüberströmt vor sich sah. "Um Himmels Willen, bist du verletzt?! Uruha!! Du blutest! Du brauchst sofort einen Arzt!! Verdammt was ist geschehen?? Hat dich das Schwein angegriffen??"

Uruha schüttelte den Kopf und zitterte noch immer. "Iie, ich..mir gehts gut, aber..." Er deutete leicht in Richtung Schlafzimmer und biss sich auf die Lippe. "Ich wars nicht, wirklich~"

Reita drückte sich an Uruha vorbei und erstarrte. "Was zum...?! Uruha! Du musst hier weg!! Sofort! Hier! Nimm meinen Wagen!! Aber bitte... fahr vorsichtig..." Reita drückte Uruha den Schlüssel in die Hand. "Meinst du, du schaffst das?"

"Aber~", meinte er und sah zu dem Schlüssel. Er hatte große Mühe ihn ruhig festzuhalten und so blickte er wieder zu Reita. "Was... aber... was machst du?"

"Ich versuch... deine Spuren zu verwischen! Geh Uruha!! Geh und pass auf alle Fälle auf, dass dich niemand sieht! Dann verbrennst du deine Klamotten und löschst den Anruf auf deinem Handy von mir, ja? Bleib ganz ruhig Uruha... Ganz ruhig... Wir kriegen das schon hin..."

Uruha nickte leicht und sah ihn an. Er hätte ihn ja jetzt gerne umarmt, aber dann wäre Reita auch voll Blut und deswegen ließ er es sein.
"Du kommst doch später oder?"

"Hai, natürlich... Mach dir keine Sorgen, Uruha..."

Uruha wischte sich leicht über das Gesicht und nickte.
"Okay...", murmelte er und sah ihn noch kurz an. Er umklammerte fest den Schlüssel, drehte sich dann zur Türe um und lief nach unten zu dessen Wagen.

Reita begann alle Spuren von Uruha zu verwischen. Angewidert starrte er auf den Toten... Was sollte er tun? Erstmal suchte er nach Hinweisen, die auf Uruha schließen könnten und vernichtete sie. Dann löschte auch er sein Handy und versuchte, das Bett um die Leiche herum irgendwie so zu machen, als wäre da niemand gelegen.

Uruha lief zu Reitas Wagen, setzte sich ans Steuer und brauchte vor lauter zittern ziemlich lange, bis er den Schlüssel im Zündschloss hatte. Kurz hielt er inne und atmete tief durch. Er schloss die Augen für einen Moment und wischte sich darüber.
Als er sich einigermaßen gefangen hatte, startete er den Motor, sah noch einmal zum Haus und fuhr dann los zu sich nach Hause.
Er tat alles was Reita ihm gesagt hatte, schmiss das Handy danach auf sein Bett und verschwand für lange Zeit im Bad um zu duschen. Er duschte selbst dann noch weiter, nachdem er sich zum 5ten Mal abgewaschen hatte...


Kapitel 2 - Nächtlicher Mord



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