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Um sicher zu sein gab es nur eine Möglichkeit. Schweigen...
安全であるために一つ可能性だけがある。暗黙。

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Kapitel 13 - Ein Schrei aus seinem Inneren...

Am nächsten Morgen wachte Sakito sehr früh auf. Sein innerer Wecker war dran Schuld, der ihm verriet, das heute wieder ein ereignisreicher Tag werden würde. Wenn es ein richtiger Wecker gewesen wäre, dann hätte er den Wecker ganz sicher gegen die nächste Wand geworfen!
Er stand auf, ging ins Bad und wusch sich. Dann wurde ihm bewusst, das er sich nicht bei Herr Takeshima erkundigt hatte, ob er das Brötchen gegessen hatte! //Hol ich später noch nach.// Dann zog er sich an und machte sich schnell etwas zu Essen, bevor er sich auch schon die Zähne putze und zum Auto hinunter flitzte. //Auf gehts ins Krankenhaus!// Mit einem Lächeln im Gesicht fuhr er los und dachte daran, wie Herr Shiroyama wohl reagieren würde, wenn er seine heiß geliebte Gitarre sehen würde. Natürlich musste er auch mit ihm über seine Vergangenheit reden. Wer ihm das alles angetan hatte. Warum er im Gefängnis war. Das interessierte ihn schließlich brennend und war sehr wichtig!
In der Ferne sah er schon das Dach des Krankenhauses.

+~+

Takeda war neu in die Stadt gekommen und würde heute eine neue Chance auf einen Job erhalten. Er war Jahre lang arbeitslos geworden und hatte in der Zeit freiwillig in Altenheimen, Kindergärten und Armenhäusern gespielt. Sein Hobby war es, den Kontrabass oder die Geige zu schwingen. Er war schon immer sehr musikalisch gewesen, aber seine liebe zu der Musik hatte ihm später nicht weiter geholfen. Auch war sein Abschluss nicht der gewünschte gewesen und nun war er froh, endlich etwas gefunden zu haben. Gut, ein Job in einem Gefängnis war bestimmt hart, aber vielleicht konnte er einige Gefangene zum Guten bekehren. Das würde ihn glücklich machen.

Er betrat das Gebäude, in welchem Hunderte von Gefangene, Mörder und Triebtäter saßen und sah sich um. Dann sah er das Büro, trat an die Tür und klopfte höflich daran. Doch niemand antwortete, also klopfte er nochmal. Wieder nichts. Er wollte die Tür öffnen, aber sie war abgeschlossen.
Er kratzte sich an der Wange und sah sich etwas hilflos um. Warum war hier niemand?
Er nahm sich vor, einfach mal einen kleinen Rundgang zu machen. Wenn er wieder hier wäre, dann wäre bestimmt auch wieder jemand im Büro. //Vielleicht ist gerade Mittagszeit?//
Er lief los und trat langsam an den Zellen vorbei.
Was er sah, schockierte ihn zunehmend. Ausgehungerte Menschen, Menschen, bei denen man nicht erkennen konnte, ob sie eine dunkle oder helle Haut besaßen, da sie sicherlich seit Wochen keine Dusche mehr gesehen hatten. Ihm wurde übel, je mehr er sah. Er hatte schon immer einen empfindlichen Magen gehabt.
Dann kam er an der Zelle von Nummer 1308 und 1309 vorbei, doch als er hinein sah, konnte er nur ein Häufchen Elend auf dem unteren Bett ausmachen. Dieser Mann sah recht sauber aus. Vielleicht wurde er eben gewaschen? //Ist vielleicht heute Waschtag? Dann ist es klar, das niemand im Büro war. Ist bestimmt eine heiden Arbeit, hier jeden zu waschen.//
"Hallo? Junger Mann? Sind sie alleine hier? Wo ist denn ihr Mitbewohner? Wird der gerade gewaschen?", plapperte er drauf los und stand neugierig am Gitter.

Reita fuhr hoch und starrte den neuen erschrocken an. Ein Wärter! Unsicher sah er den Mann an. War das ein Scherz? Wollte er sich über ihn lustig machen, dass Aoi nicht mehr da war?? Reita hob den Kopf ein bisschen. "Ich habe keinen Mitbewohner." brummte er. "Was wollen Sie?"

"Keinen? Aber warum stehen dann hier 2 Nummern? Wie heißen sie denn? Mein Name ist Takeda. Ich bin neu hier, wissen sie. Ich möchte heute hier anfangen." Er lächelte. "Warum sind sie denn hier?", fragte er neugierig. Denn das war er schon immer gewesen.

"Sir... Wenn Sie neu hier sind... Dann reden Sie zu viel... Man darf... mit den Gefangenen nicht sprechen, Sir... Sonst bekommen Sie und wir Ärger..."

"Man darf nicht mit den Gefangenen reden? Was ist denn das für ein Gefängnis?", fragte er leicht verärgert. "Okay danke... Ich schau mal, wo ich hier einen Angestellten finden kann."
Er sah nochmal kurz zu dem Blonden zurück und drehte sich von ihm weg, um dann weiter gehen zu können, doch stand plötzlich direkt jemand vor ihm, der ihn streng musterte.
Takedo schluckte trocken. "Hallo. Ich bin neu hier und suche einen gewissen-"

"Sie sind der Neue?! Haben sie unsere Regeln nicht gelesen, die wir ihnen mitgeschickt hatten?! Keine Gespräche mit den Gefangenen! Und jetzt folgen sie mir!", befahl der Wärter und lief los.

Reita beobachtete den Wärter und seufzte. Also hatten auch die Wärter anfangs Hoffnungen, Träume und Illusionen? Es würde wahrscheinlich nicht lange dauern, bis sie den Neuen gebrochen hatten...

Takedo zuckte zusammen und wurde ganz klein. "Jawohl, Sir!" Er folgte ihm und führte dann ein langes Gespräch mit dem Wärter, der ihn die Regeln eintrichterte. Je mehr er hörte, desto schneller wollte er hier wieder raus. Doch er hatte nun schon so lange auf die Chance gewartet. Da könnte er ja erstmal schauen, wie die Arbeit hier ist.

Seine erste Aufgabe war es, den Boden zu kehren. Überall!
Er machte sich widerwillig an die Arbeit. //So hatte ich mir das nicht vorgestellt...//

+~+

Sakito kam im Krankenhaus an und wurde sofort von 2-3 Ärzten umzingelt. Sie brachten ihn in das Krankenzimmer, wo Sakito zufrieden feststellen konnte, das Aoi hier lag und nicht mehr in der abgeschirmten Kammer hocken musste, wie ein Tier.
Er trat an das Bett und besah sich die dürre Gestalt. Er war gründlich gewaschen wurden und verarztet. Sakito setzte sich lächelnd auf einem Stuhl neben dem Bett und stellte die Gitarre an die Wand.
"Bitte erzählen sie mir, was sie herausfinden konnten.", bat er mit ruhiger Stimme die Ärzte. Eine Schwester rannte hinaus und brauchte den Chefarzt mit. "Kommen sie bitte in meine Büro?" "Können wir nicht hier bleiben...?" "Aber..." "Er schläft doch. Ich möchte jetzt einfach bei ihm sein." Der Arzt seufzte und setzte sich auf einen anderen Stuhl. Die drei Ärztinnen wurden hinaus geschickt.
„Er hat einen verstauchten Knöchel. Wurde aber verarztet. Anscheinend von jemanden, der Ahnung davon hatte." //Bestimmt nicht diese Wärter!//, dachte Sakito. //Da gibt es also auch einen Arzt. Interessant.//
Viel blaue, violette und grüne Flecken hat er. Wird alles verheilen. Sein Rücken sieht äußerst kritisch aus. Hier, wir haben von allem Bilder gemacht." Der Chefarzt öffnete seine Mappe, die er bei sich getragen hatte, und gab ihm vier Bilder. Sakito sah sie sich an. Erst der Knöchel, der dick angeschwollen war und recht Lila aussah. Dann die vielen Flecken auf seinen Körper. An Armen und Beinen besonders schlimm. Und dann der Rücken. !Oh Gott...", murmelte er sprachlos. "W-was ist das?", fragte er an den Arzt gewandt. "Seine Haut musste in Berührung mit sehr heißem Wasser gekommen sein. Sie war aufgeplatzt und hat Blasen geworfen. Dann kam Dreck in seine Wunden und die ganze Sache hat sich entzündet. Er muss wahrlich gelitten haben. Wir haben seinen Rücken mit Brandsalbe eingesalbt und hoffen, das es wirkt.
Dann haben wir uns seinen Hals angesehen..." Der Arzt gab Sakito ein weiteres Bild. !Was ist denn das?" „Anscheinend hat ihn jemand kräftig in den Hals gebissen. Vielleicht war es auch ein Tier. Das konnten wir nicht genau feststellen. Der Biss ist älter, doch er ist noch da, was mich wundert." Sakito nickte nachdenklich. //Moment... dann... Der Biss muss von jemanden aus dem Gefängnis stammen! Wurde er von jemanden in den Hals gebissen? Nein... mir ist nicht geläufig, das die Gefangenen jemals raus können, um sich zu sehen. Herr Suzuki war neu in seiner Zelle und er würde in niemals beißen. Dann... muss jemand anderes in ihre Zelle gekommen sein! Das Personal!! Scheiße... haben die sich auch an ihm vergriffen?!// „Und dann mussten wir mit Entsetzen feststellen, das er sehr oft in den letzten Jahren vergewaltigt worden ist. Zumindest sehen sein After und sein Geschlechtsorgan sehr schlimm aus. Fast so, als konnten sie sich Jahrelang nicht erholen und als wäre er jeden Tag... also..." Der Arzt ließ den Kopf etwas hängen. "Tut mir Leid. Es ist einfach furchtbar. So was habe ich in meiner gesamten Arztlaufbahn noch nicht gesehen! Wissen sie etwas darüber?" Er sah Sakito schon leicht flehend an.

Dieser seufzte und faltete die Hände.
„Ja, er wurde sehr oft vergewaltigt. Früher, bevor er ins Gefängnis kam. Doch das er jetzt immer noch... dieses Schicksal erleiden muss, wusste ich nicht. Ich befürchte, es war das Personal. Die sind dort ziemlich grob zu den Gefangen und sonst würde Herr Shiroyama auch nicht so aussehen."
Der Arzt sah Sprachlos drein. "Okay, danke. Holen sie ihn raus?" „Ja, das werde ich."
„Und verklagen sie diese Übeltäter, die ihn das angetan haben?"
Auf diese Frage hin musste Sakito lächeln. Das sich so viel um Aoi sorgten, freute ihn.
"Natürlich, werde ich das."
"Danke."

Dann verließ der Arzt den Raum und ließ Sakito und Aoi zurück, der sich langsam zu regen schien.

Der Anwalt griff nach der Gitarre und zupfte ein wenig vor sich hin. //Das sie sich noch so schön anhört! Unfassbar...//

Aoi´s Mundwinkel zuckten verräterisch und er öffnete die Augen.
Als er Sakito sah... mit seiner Gitarre in der Hand, die er von Tausend anderen sofort erkennen würde, schossen ihm augenblicklich die Tränen in die Augen und er streckte die Finger danach aus.
"Ohayou Yuu Shiroyama. Ich hab dir etwas mitgebracht. Das ist deine..."

Doch der Schwarzhaarige ignorierte ihn und nahm sich seine Gitarre.

//Danke, wäre auch zu nett gewesen, nur ein Wort zu hören.//, dachte sich Sakito und lehnte sich schmollend zurück.

Bedächtig strich Aoi über das Holz und über die Saiten. Dann legte er seinen Kopf auf das Holz und schien die Gitarre zu umarmen. Immer wieder strich er mit seinen Hemdsärmel über seine Augen, denn er wollte ja die Gitarre mit seinen Tränen nicht benässen.

Irgendwann ließ er das schmusen sein, gab dem Gitarrenkopf einen Kuss und strich nochmal liebevoll über die Saiten, ehe er vorsichtig an ihnen zu zupfen begann.
Ein seliges Lächeln schlich sich auf sein Gesicht und seine Augen schienen zu glänzen.

Oder irrte sich da Sakito?
Er räusperte sich und bekam endlich Aoi´s Aufmerksam, der ihn argwöhnisch musterte und die Gitarre nah seine Brust presste.

"Keine Angst Yuu... ähm... Darf ich doch sagen, oder?" //Scheiß auf das Förmliche!//
"Du kannst sie behalten. Sie gehört doch dir."

Der Schwarzhaarige war erleichtert. Er fühlte sich im Moment irgendwie glücklich. Ein Gefühl, das er seit Jahren nicht mehr gespürt hatte und allein ihm gehört.
Er strich wieder über das Holz. Erstaunlich das sie sich so lange gehalten hatte. Fast, als wäre sie täglich gepflegt worden, was natürlich nicht passiert sein konnte. Wer sollte so etwas tun? Er kannte niemanden...
Noch immer verspürte er Argwohn gegenüber dem Anwalt, aber wer konnte es ihm verübeln? Nach vier Jahren Knast erscheint plötzlich jemand und meint, er wolle ihm helfen.
Vor kurzem hatte er sich noch gewünscht zu sterben, aber was passierte dann mit seiner Gitarre?
Was passiert nun mit ihm? Würde er wirklich irgendwann aus dem Albtraum heraus kommen?

"Darf ich?", fragte Sakito nochmal nach und nur zögerlich nickte der andere.
"Danke. Yuu also... Es würde mir sehr helfen, wenn du etwas sagen würdest. Mir zum Beispiel sagst, was dort im Gefängnis vorgefallen war? Wer dich früher... vergewaltigt hat und vor allem, warum du ins Gefängnis gekommen bist? Das sind die Dinge, die noch in meinem Puzzle fehlen, um dich rauszuholen. Bitte, kannst du es mir sagen?"

Aoi sah ihn mit großen Augen ängstlich und überfordert an.

Falls sein Klient nun endlich reden würde, zog Sakito wieder seinen Block und seinen Stift hervor, doch diese Dinge wurden ihm plötzlich aus der Hand gerissen.
Erleichtert musste er feststellen, das er die Notizen vom Vortag bereits in seinem Laptop eingetippt hatte und somit sicher waren...

Der Schwarzhaarige schrieb etwas und gab es dann Sakito zurück.

>Ich kann nicht sprechen... Der Gefängnisarzt meinte, aufgrund eines Schockes, hab ich sie vorerst verloren."

Sakito starrte auf das Blatt. "Was für ein Schock?! Liege ich richtig, wenn ich behaupte, dass das Personal dich vergewaltigt hat???"

Der Schwarzhaarige senkte den Blick, stellte die Gitarre neben seinem Bett ab und nickte dann ganz leicht mit dem Kopf.

Sakito schluckte trocken. //Also doch...// "Wie viele? Wie oft??", wollte er als nächstes wissen und gab ihm den Block.

Unsicher sah ihn der Patient an und starrte den Block an.
Wollte er frei sein? Wie hatte sich die Welt da draußen wohl verändert? Er dachte an die Gefangenen des Gefängnisses und an das Personal. Würde es ihm Freude bereiten, sie leiden zu sehen? Und wie... Allein dafür lohnte es sich, die Wahrheit zu sagen. Doch wäre er dann nicht wie sie? Dennoch... sollten sie dafür bezahlen, was sie ihm angetan hatten! Aber... es würde seine Welt trotzdem nicht verändern. Würde er sich hinterher besser fühlen?
Hin und her gerissen blickte er auf seine Finger und dann wieder auf den Block.

Sakito seufzte. „Yuu... bitte. Möchtest du nicht frei sein? Spaß erleben? Musik machen? Einfach frei sein und auf Wiesen liegen, um in den Himmel hinaufzuschauen?"

//Musik, Himmel, Blumen... All das, würde ich zu gerne nochmal sehen und machen. Doch mit welchem Preis?// Angestrengt dachte er darüber nach und hieß seine morgendlichen Kopfschmerzen willkommen. //Nein... es wird richtig sein...//
Den inneren Widerstand ablegend, griff er nach den Block und schrieb: „Wieviele? Sehr viele. Wie oft? Jede Woche? Jeden Monat? Ich habe kein Zeitgefühl."

Sakito erhielt den Block wieder zurück und las es.
//Kuso...//
"Kennst du ihre Namen? Wie sahen sie aus?"
Er gab ihm den Block wieder.

"Alle, die dort arbeiten. Außer der Gefängnisarzt und Küchenchef."

"Alle?!", fragte Sakito ungläubig nach und war schockiert. "Haben sie das mit Akira Suzuki auch gemacht?!"

"Wer? Reita?"

"Ihr Zellenmitbewohner!" Sakito klang sauer zu sein, was Aoi einschüchterte.
Sofort nickte er.

Sakito ließ sich seufzend auf den Stuhl fallen und fuhr sich über sein Gesicht.

Der Schwarzhaarige zitterte leicht, da ihn das ganze auch ziemlich fertig gemacht hatte. Er hatte bisher mit niemanden über seine Probleme und Erlebnisse geredet! Und das schien auch nur der Anfang zu sein...

+~+

Nach einer langen Nacht, die er mit einer Nutte verbracht hatte, warf der Boss diese raus und duschte sich. //Ich vermisse den Blonden...//, ging es ihm plötzlich durch den Kopf und seufzte. Während er also in der Dusche stand und an Nummer 1309 dachte, holte er sich einen runter. "Nghn..."

Als er gekommen war, spülte er das Sekret von seinem Körper und stellte die Dusche wieder aus. Er trocknete sich ab und schlüpfte in frische Klamotten. //Leider kann ich erst in ein paar Tagen wieder zurück.//
Er setzte sich im Wohnzimmer auf seine Luxuscouch und legte die Beine hoch.

//Wie es wohl Nummer 1308 geht? Hoffentlich kommen sie nicht auf uns... Ich frage mich immer noch, warum ich das eigentlich getan habe. Das war ein Fehler. Ich hätte ihn umbringen sollen!// Dann hatte er plötzlich eine geniale Idee. //Vielleicht bringt er sich dadurch selber um?//
Ein böses Grinsen schlich sich auf seine Züge und er griff nach dem Telefon.
"Verbinden sie mich bitte mit dem Memorial Krankenhaus in Tokyo."

+~+

Sakito brauchte eine Pause. Dringend! Das war selbst für ihn zu viel gewesen. So etwas Grausames zu erfahren.
"Ich hol mir nur mal schnell einen Kaffee. Bin gleich wieder da.", sagte er zu Aoi, stand auf und verließ das Zimmer.

Er bekam nicht mit, wie jemand kurz nach seinem Rausgehen, das Zimmer betrat und ein Telefon in der Hand hielt.

Der Schwarzhaarige saß zitternd da und starrte auf den Block des Anwaltes. Kurz nachdem der das Zimmer verlassen hatte, kam eine Schwester in das Zimmer gelaufen und hielt ihm nun das Telefon unter die Nase. Verständnislos sah er sie an, ehe sie es ihm in die Hand drückte und verschwand.
Wer bitte sollte IHN anrufen???!

Er legte den Hörer an sein Ohr und lauschte der nur allzu bekannten Stimme. Er wurde blass und seine Miene versteinerte sich.

"Hallo~ Nummer 1308. Ich wollte mich mal erkundigen, wie es meiner Schlampe so geht? Na? Hast du schon einen Ersatz bekommen? Vielleicht einen Arzt? Hm~ im weißen Kittel und starken Oberarmen, der dich bis zu Besinnungslosigkeit vögeln kann?" Bei der Vorstellung könnte er schon wieder rattig werden. "Wenn du zurück bist... Dann überleg ich mir was ganz Feines für dich und deinen blonden Freund." Bei der Erwähnung Reitas, fing er an noch breiter zu grinsen. "Du verfluchst mich ganz sicher, weil ich DEINEN Kerl gefickt habe, hum? Weißt du was, Kleiner? Es ist mir scheiß egal! Hass mich, was solls. Der Fick war toll und schon bald, wird sich das wiederholen, denn er gehört nun mir! Er hat mir versprochen, sein zu sein und weißt du, was ich ihm dafür versprechen sollte?" Er lachte schaurig und ließ Aoi noch mehr zusammen zucken, als das kleine Häufchen Elend eh schon war. "Das ich dich ins Krankenhaus bringe. Das habe ich und... nun kann ich alles von ihm verlangen. Er tut es. Ist das nicht aufopfernd? Wird wegen dir zu meiner Marionette. Er scheint dich wirklich zu mögen, Knirps." Dann lachte er wieder und beendete das Gespräch.
//Herrlich. Eine schlechte Tat am Morgen und man ist gleich viel besser gelaunt.//

Aoi ließ den Hörer fallen und starrte an die gegenüber liegende Wand. Tränen lösten sich in Sturzbächen aus seinen eh schon verheulten Augen und die Mauer um sein Herz, stürzte mit einem Mal ein. Was hatte er getan...?! Hatte Abschiedsworte geschrieben, ihm Lebewohl gesagt, obwohl er das alles überhaupt ihm verdanken konnte?! Den Anwalt... Das er jetzt hier war und... die Entdeckung, das er doch zu lieben bereit war. Ihn... und zwar nur ihn!

Er verspürte soviel Hass auf sich selbst und die Situation, in die er Reita gebracht hatte, dass er den Mund öffnete und schreien wollte. Einfach alles loswerden. Seine Trauer und Verzweiflung in die Welt hinaus schreien, auf das alle erfahren, das er noch lebt.

Und er schrie... Er schrie wirklich!

+~+

Sakito fuhr zusammen, als er den Schrei hörte und ließ den Kaffeebecher fallen. Direkt auf sein neu gewaschenes Jackett. //Schöner Mist! Auch noch heiß!// Es kam aus Aoi´s Zimmer. Hatte er gerade geschrien?! Ein Wunder! Aber warum schreit er?! Panisch stürzte der zum Zimmer, schubste Krankenschwestern und Ärzte beiseite und lief hinein.
Da stand er! Yuu Shiroyama, mit der traurigsten Geschichte seines elenden Lebens, die Sakito je gehört hatte und taumelte zum Fenster! Er wusste sofort, was der andere vor hatte, lief zu ihm und hielt ihn zurück. "Nein, du bleibst schön hier Freundchen.", murmelte er und hielt den sich wehrenden Aoi fest. Er sah die Tränen in den verquollenden Augen und wieder überkam ihm tiefe Trauer. "BRINGEN SIE MICH ZU IHM!!", schrie Aoi, schluchzte und ließ sich schwach in Sakitos Arme fallen. Er brach heulend zusammen...

~+~

„Aber sie können doch Herrn Shiroyama nicht hier weg bringen! Er hat Verletzungen und brauch Bettruhe!", versuchte ein Arzt Sakito davon abzuhalten, Aoi in seinen Armen zu seinem Auto zu tragen. „Ich bringe ihn dann doch wieder. Jetzt lassen sie mich durch!", bat Sakito, der es nicht gewohnt war, andere Leute durch die Gegend zu schleppen, auch wenn Aoi wenig wog.
„Sollen wir sie lieber fahren?"
„Kümmern sie sich lieber darum, heraus zubekommen, wer ihn angerufen hat! Damit könnten sie mir am besten helfen."
„Aber... wie-"
„Wollten sie nicht schon immer mal Detektiv spielen? Jetzt leben sie den Wunsch aus und tun sie, was ich sage!"
Verärgert sah ihn der Arzt an.
„Sie stehen ja immer noch hier?!"
Der Arzt stürmte wütend davon.
//Das man immer erst laut werden muss... scheußlich.//
Er legte Aoi auf seine hintere Sitzreihe und schnallte ihn bestmöglich an. Dann setzte er sich ans Steuer und fuhr zum Gefängnis.

Als er dort ankam, stürmte er hinein und fand einen kehrenden Wachmann vor. Schmunzelnd lief er zu ihm. Irgendwie sah das ganz schön witzig aus.
„Guten Tag. Mein Name ist Sakito und ich bin der Anwalt von Nummer 1309. Ich würde ihn gerne Treffen. Können sie das in die Wege leiten?"
Überfordert sah ihn der andere an. „Ja,ja! Natürlich! Gehen sie schon mal darein!"
Sakito nickte überrascht und lief zum Auto. Er schnallte Aoi ab. „Wachen sie auf Aoi!"

+~+

//Oh Gott... Was mach ich jetzt?! Mein Chef ist in die Mittagspause gegangen. Er wollte auch nicht gestört werden. Aber was soll schon großartig dabei sein? Ich meine... das... ist ein Anwalt. Völlig Harmlos. Vielleicht kann er helfen und jemanden hier raus holen. Kenne ich Nummer 1309 nicht? Das war doch dieser... ähm... blonde Mann! Genau!//
Schnell lief er los und stand dann auch schon an dessen Zellentür. "Hey! Ähm... Hallo? Nummer... blonder Mann!" //Warum haben die Nummern oO?! Ist doch bescheuert.//
Verlegen stand er da und tappste von einem auf den anderen Fuß. Schlief Nummer 1309?

Reita sah hoch und hob die Augenbrauen. "Sie sind ja immer noch da... Was wollen Sie denn? Die Nummer... die man mir gegeben hat... ist 1309... Sie sollten sie sich merken..." murmelte der Blonde dumpf und senkte wieder den Kopf.

+~+

Der Schwarzhaarige zuckte zusammen, als jemand an ihm rüttelte und saß aufrecht. Verwirrt sah er Sakito an und wich etwas zurück, da dieser seinem Gesicht so Nahe war. Hatte er Besorgnis in seinen Augen aufblitzen sehen? Als er gegen die andere Tür stieß, drehte er sich ängstlich um und hielt seine Hand an das Glas. Hatte man ihn jetzt in eine noch kleinere Zelle gesteckt?

"Aoi! Wir können jetzt zu Herrn Suzuki. Doch dafür müssen sie aus dem Auto rauskommen." Er hielt ihm seine Hand hin, um ihn rausziehen zu können, falls er sich dafür zu schwach fühlen könnte.

//Au... Auto? Rei?!// Mit zittrigen Fingern tastete er nach etwas Greifbarem und zog sich zur offenen Tür, Sakitos Hand ignorierend.

Der Anwalt wich etwas zurück. Wenn Aoi noch immer Angst und Misstrauen gegen ihn hegte, dann wäre es wohl nicht ratsam, ihm zu Nahe zu kommen. Sonst galt er noch als Aufdringlich und dann würde Aoi sich niemals ihm gegenüber öffnen.
"Kannst du stehen?", fragte er, da der Ältere ziemlich wacklig auf den Beinen stand.

Als er außerhalb dieses Fahrzeuges war, sah er sich um und sog den Geruch der Luft in sich auf. Er schloss kurz die Augen und genoss die kurze Freiheit, ehe er mit entschlossenem Blick zum verhassten Gefängnis sah, in dem Reita steckte, und drauf zu ging. Sakito ihm hinterher, bis der Anwalt ihn überholte und nachsah, ob irgendwelche grimmigen Wächter in der Gegend waren. //Der den ich angesprochen hatte, war bestimmt neu.//, dachte Sakito und hoffte es.
Aoi wurde in einen Raum bugsiert und als die Tür in ihren Rahmen fiel, drehte sich Aoi ängstlich um, sprintete zur Tür und versuchte sie zu öffnen. Und siehe da... Sie war nicht zu. Etwas verlegen schloss er die Tür wieder und drehte sich zu Sakito um. "Gehen sie dann bitte raus?"

Der Anwalt sah ihn erst überrascht an, dann nickte er jedoch verständlich.
Er verließ den Raum und wartete vor der Tür, als sein Handy klingelte. Irritiert ging er ran. "Ja, hallo?" „Hallo Sakito. Hier ist die Spurensuche. Wir haben den Übeltäter, der den jungen vergewaltigt hat." Sakito ließ vor Aufregung fast den Hörer fallen, doch er konnte ihn gerade noch so fangen. „W-wer war es??" „Sein Onkel. Und wissen sie was Sakito? Der Typ lebt noch!" „Was?! D-danke, ich kümmere mich um ihn." Er legte auf und zerdrückte beinahe sein Handy in seinen Händen, so sauer war er plötzlich. //Er wagt es noch zu leben, dieses Schwein!// Er hörte auf, sein Handy zu strangulieren und rief einen Freund an, der Polizist in der Nachbarstadt war. „Hey~ Ich bin es Sakito... Nein, bei mir ist nix okay. Ich arbeite nämlich gerade an meinem unglaublichsten und schrecklichsten Fall! Ich brauche deine Hilfe. Hast du Zeit? ... Gut, dann fahr bitte so schnell es geht nach Mie und finde heraus, ob dort noch ein Mann mit dem Namen Shiroyama lebt. Der Onkel eines gewissen Yuu Shiroyamas. Wenn du ihn gefunden hast, nimm ihn fest und sperre ihn ein. Machst du das? Du würdest mir sehr damit helfen. ... Warum? Die Polizei hier in Tokyo ist unfähig, deshalb! Ich vertraue denen nicht mehr. ... Echt? Danke Mann. Ich bin dir was schuldig."
Sie beendeten das Gespräch und Sakito könnte vor Freude in die Luft springen. Endlich näherte er sich seinem Ziel. Endlich löste sich langsam das Rätsel. Aoi konnte ja auch wieder sprechen! Breit grinsend stand er da und wartete auf Herrn Suzuki und den neuen Wärter. Der Mann tat ihm irgendwie Leid. //Was macht der auch hier?!//

+~+

"Also echt mal~ Sie haben doch einen Namen. Dieses Gefängnis ist grausam... Na ja, was anderes... Sie haben Besuch. Ihr Anwalt ist da." Er lächelte und schloss die Zelle auf. "Leider muss ich ihnen bis dahin Handschellen umlegen. Tut auch nicht weh. Nur, wenn sie mir wehtun, dann muss ich ihnen wehtun. Tun sie´s bitte nicht. Ich habe mich noch nie mit jemanden gehauen." Verlegen trat er auf ihn zu. "Kommen sie?"


Reita hob erneut den Kopf und sah ihn an. "Besuch...? Ich...komme.." Mühsam stand er auf, er hatte kaum noch die Kraft gerade zu stehen. "Ist schon gut... Ich bin das gewohnt nur... sollten Sie so was nicht... vor den anderen sagen.. .Sonst werden Sie leicht zum Opfer... okay?" Das Sprechen strengte ihn furchtbar an und er ließ es zu, dass sich die Handschellen um seine Gelenke schlossen. Kraftlos stolperte er hinter dem Neuen hinterher.

Erschrocken musste er feststellen, das der Blonde ja kaum gehen konnte! Geschweige denn, ordentlich zu sprechen. "Danke für den Tipp, aber das sag ich ja auch nicht zu jedem." Er grinste schwach und führte ihn langsam zu dem Raum, in dem Gefangene mit Verwandten und anderen Personen sprechen durften. Der Anwalt, der eben noch davor stand, kam auf sie zu.

"Da sind sie ja.", meinte Sakito erleichtert. "Wären sie so freundlich und nehmen ihm die Handschellen ab? Dann kümmere ich mich um ihn."

Der Neue blinzelte irritiert und nickte sofort. "Okay, sie sind der Anwalt.", murmelte er und löste die Handschellen.
Dann sah er, wie der Blonde zur Tür dieses Raumes bugsiert wurde, der Mann im Anzug die Tür öffnete und Nummer 1309 mit einem Lächeln leicht hineinschubste. Dann schloss er die Tür wieder und sah zufrieden aus.
"Warum gehen sie denn nicht rein?". fragte Herr Takeda schmunzelnd.
"Ein Freund wartet auf ihn.", meinte der Anwalt nur und lächelte wieder.
Auch Takeda lächelte, holte sich dann seinen Besen, den er vorhin abgestellt hatte und suchte sich ein dreckiges Plätzchen für seine Arbeit.

Schmunzelnd sah Sakito dem seltsamen Wärter nach und schüttelte den Kopf.

Reita wusste kaum wie ihm geschah und schon stolperte er in den Raum, drehte sich erschrocken um, als sich die Tür hinter ihm schloss. "W...was...?"

"Rei...", hauchte jemand in der Dunkelheit und trat etwas ins Licht. Wieder glitzerten Tränen auf seinen Wangen und er war schockiert über den Anblick des Blonden, denn dieser sah ziemlich abgemagert und kränklich aus. "Was haben sie nur mit dir gemacht..."

~+~

„Aber sie können doch Herrn Shiroyama nicht hier weg bringen! Er hat Verletzungen und brauch Bettruhe!", versuchte ein Arzt Sakito davon abzuhalten, Aoi in seinen Armen zu seinem Auto zu tragen. „Ich bringe ihn dann doch wieder. Jetzt lassen sie mich durch!", bat Sakito, der es nicht gewohnt war, andere Leute durch die Gegend zu schleppen, auch wenn Aoi wenig wog.
„Sollen wir sie lieber fahren?"
„Kümmern sie sich lieber darum, heraus zubekommen, wer ihn angerufen hat! Damit könnten sie mir am besten helfen."
„Aber... wie-"
„Wollten sie nicht schon immer mal Detektiv spielen? Jetzt leben sie den Wunsch aus und tun sie, was ich sage!"
Verärgert sah ihn der Arzt an.
„Sie stehen ja immer noch hier?!"
Der Arzt stürmte wütend davon.
//Das man immer erst laut werden muss... scheußlich.//
Er legte Aoi auf seine hintere Sitzreihe und schnallte ihn bestmöglich an. Dann setzte er sich ans Steuer und fuhr zum Gefängnis.

Als er dort ankam, stürmte er hinein und fand einen kehrenden Wachmann vor. Schmunzelnd lief er zu ihm. Irgendwie sah das ganz schön witzig aus.
„Guten Tag. Mein Name ist Sakito und ich bin der Anwalt von Nummer 1309. Ich würde ihn gerne Treffen. Können sie das in die Wege leiten?"
Überfordert sah ihn der andere an. „Ja,ja! Natürlich! Gehen sie schon mal darein!"
Sakito nickte überrascht und lief zum Auto. Er schnallte Aoi ab. „Wachen sie auf Aoi!"

+~+

//Oh Gott... Was mach ich jetzt?! Mein Chef ist in die Mittagspause gegangen. Er wollte auch nicht gestört werden. Aber was soll schon großartig dabei sein? Ich meine... das... ist ein Anwalt. Völlig Harmlos. Vielleicht kann er helfen und jemanden hier raus holen. Kenne ich Nummer 1309 nicht? Das war doch dieser... ähm... blonde Mann! Genau!//
Schnell lief er los und stand dann auch schon an dessen Zellentür. "Hey! Ähm... Hallo? Nummer... blonder Mann!" //Warum haben die Nummern oO?! Ist doch bescheuert.//
Verlegen stand er da und tappste von einem auf den anderen Fuß. Schlief Nummer 1309?

Reita sah hoch und hob die Augenbrauen. "Sie sind ja immer noch da... Was wollen Sie denn? Die Nummer... die man mir gegeben hat... ist 1309... Sie sollten sie sich merken..." murmelte der Blonde dumpf und senkte wieder den Kopf.

+~+

Der Schwarzhaarige zuckte zusammen, als jemand an ihm rüttelte und saß aufrecht. Verwirrt sah er Sakito an und wich etwas zurück, da dieser seinem Gesicht so Nahe war. Hatte er Besorgnis in seinen Augen aufblitzen sehen? Als er gegen die andere Tür stieß, drehte er sich ängstlich um und hielt seine Hand an das Glas. Hatte man ihn jetzt in eine noch kleinere Zelle gesteckt?

"Aoi! Wir können jetzt zu Herrn Suzuki. Doch dafür müssen sie aus dem Auto rauskommen." Er hielt ihm seine Hand hin, um ihn rausziehen zu können, falls er sich dafür zu schwach fühlen könnte.

//Au... Auto? Rei?!// Mit zittrigen Fingern tastete er nach etwas Greifbarem und zog sich zur offenen Tür, Sakitos Hand ignorierend.

Der Anwalt wich etwas zurück. Wenn Aoi noch immer Angst und Misstrauen gegen ihn hegte, dann wäre es wohl nicht ratsam, ihm zu Nahe zu kommen. Sonst galt er noch als Aufdringlich und dann würde Aoi sich niemals ihm gegenüber öffnen.
"Kannst du stehen?", fragte er, da der Ältere ziemlich wacklig auf den Beinen stand.

Als er außerhalb dieses Fahrzeuges war, sah er sich um und sog den Geruch der Luft in sich auf. Er schloss kurz die Augen und genoss die kurze Freiheit, ehe er mit entschlossenem Blick zum verhassten Gefängnis sah, in dem Reita steckte, und drauf zu ging. Sakito ihm hinterher, bis der Anwalt ihn überholte und nachsah, ob irgendwelche grimmigen Wächter in der Gegend waren. //Der den ich angesprochen hatte, war bestimmt neu.//, dachte Sakito und hoffte es.
Aoi wurde in einen Raum bugsiert und als die Tür in ihren Rahmen fiel, drehte sich Aoi ängstlich um, sprintete zur Tür und versuchte sie zu öffnen. Und siehe da... Sie war nicht zu. Etwas verlegen schloss er die Tür wieder und drehte sich zu Sakito um. "Gehen sie dann bitte raus?"

Der Anwalt sah ihn erst überrascht an, dann nickte er jedoch verständlich.
Er verließ den Raum und wartete vor der Tür, als sein Handy klingelte. Irritiert ging er ran. "Ja, hallo?" „Hallo Sakito. Hier ist die Spurensuche. Wir haben den Übeltäter, der den jungen vergewaltigt hat." Sakito ließ vor Aufregung fast den Hörer fallen, doch er konnte ihn gerade noch so fangen. „W-wer war es??" „Sein Onkel. Und wissen sie was Sakito? Der Typ lebt noch!" „Was?! D-danke, ich kümmere mich um ihn." Er legte auf und zerdrückte beinahe sein Handy in seinen Händen, so sauer war er plötzlich. //Er wagt es noch zu leben, dieses Schwein!// Er hörte auf, sein Handy zu strangulieren und rief einen Freund an, der Polizist in der Nachbarstadt war. „Hey~ Ich bin es Sakito... Nein, bei mir ist nix okay. Ich arbeite nämlich gerade an meinem unglaublichsten und schrecklichsten Fall! Ich brauche deine Hilfe. Hast du Zeit? ... Gut, dann fahr bitte so schnell es geht nach Mie und finde heraus, ob dort noch ein Mann mit dem Namen Shiroyama lebt. Der Onkel eines gewissen Yuu Shiroyamas. Wenn du ihn gefunden hast, nimm ihn fest und sperre ihn ein. Machst du das? Du würdest mir sehr damit helfen. ... Warum? Die Polizei hier in Tokyo ist unfähig, deshalb! Ich vertraue denen nicht mehr. ... Echt? Danke Mann. Ich bin dir was schuldig."
Sie beendeten das Gespräch und Sakito könnte vor Freude in die Luft springen. Endlich näherte er sich seinem Ziel. Endlich löste sich langsam das Rätsel. Aoi konnte ja auch wieder sprechen! Breit grinsend stand er da und wartete auf Herrn Suzuki und den neuen Wärter. Der Mann tat ihm irgendwie Leid. //Was macht der auch hier?!//

+~+

"Also echt mal~ Sie haben doch einen Namen. Dieses Gefängnis ist grausam... Na ja, was anderes... Sie haben Besuch. Ihr Anwalt ist da." Er lächelte und schloss die Zelle auf. "Leider muss ich ihnen bis dahin Handschellen umlegen. Tut auch nicht weh. Nur, wenn sie mir wehtun, dann muss ich ihnen wehtun. Tun sie´s bitte nicht. Ich habe mich noch nie mit jemanden gehauen." Verlegen trat er auf ihn zu. "Kommen sie?"


Reita hob erneut den Kopf und sah ihn an. "Besuch...? Ich...komme.." Mühsam stand er auf, er hatte kaum noch die Kraft gerade zu stehen. "Ist schon gut... Ich bin das gewohnt nur... sollten Sie so was nicht... vor den anderen sagen.. .Sonst werden Sie leicht zum Opfer... okay?" Das Sprechen strengte ihn furchtbar an und er ließ es zu, dass sich die Handschellen um seine Gelenke schlossen. Kraftlos stolperte er hinter dem Neuen hinterher.

Erschrocken musste er feststellen, das der Blonde ja kaum gehen konnte! Geschweige denn, ordentlich zu sprechen. "Danke für den Tipp, aber das sag ich ja auch nicht zu jedem." Er grinste schwach und führte ihn langsam zu dem Raum, in dem Gefangene mit Verwandten und anderen Personen sprechen durften. Der Anwalt, der eben noch davor stand, kam auf sie zu.

"Da sind sie ja.", meinte Sakito erleichtert. "Wären sie so freundlich und nehmen ihm die Handschellen ab? Dann kümmere ich mich um ihn."

Der Neue blinzelte irritiert und nickte sofort. "Okay, sie sind der Anwalt.", murmelte er und löste die Handschellen.
Dann sah er, wie der Blonde zur Tür dieses Raumes bugsiert wurde, der Mann im Anzug die Tür öffnete und Nummer 1309 mit einem Lächeln leicht hineinschubste. Dann schloss er die Tür wieder und sah zufrieden aus.
"Warum gehen sie denn nicht rein?". fragte Herr Takeda schmunzelnd.
"Ein Freund wartet auf ihn.", meinte der Anwalt nur und lächelte wieder.
Auch Takeda lächelte, holte sich dann seinen Besen, den er vorhin abgestellt hatte und suchte sich ein dreckiges Plätzchen für seine Arbeit.

Schmunzelnd sah Sakito dem seltsamen Wärter nach und schüttelte den Kopf.

Reita wusste kaum wie ihm geschah und schon stolperte er in den Raum, drehte sich erschrocken um, als sich die Tür hinter ihm schloss. "W...was...?"

"Rei...", hauchte jemand in der Dunkelheit und trat etwas ins Licht. Wieder glitzerten Tränen auf seinen Wangen und er war schockiert über den Anblick des Blonden, denn dieser sah ziemlich abgemagert und kränklich aus. "Was haben sie nur mit dir gemacht..."



Kapitel 13 - Ein Schrei aus seinem Inneren...

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