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Um sicher zu sein gab es nur eine Möglichkeit. Schweigen...
安全であるために一つ可能性だけがある。暗黙。

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Kapitel 15 - Gespräche und Geständnisse



"Was haben sie nur mit dir gemacht.... "

Reita glaubte nicht richtig zu hören.... „Aoi.... ?" Er stolperte auf den Schwarzhaarigen zu, brach aber noch zu Boden, bevor er bei ihm war und blieb zitternd auf Händen und Knien. „A...Aoi.... " Nur langsam hob er den Kopf, als habe er Angst, dass es nur ein Traum sein könnte.. „Du..du bist es..wirklich.. Warum.. warum bist du zurückgekommen.. Haben sie dich.. erwischt..? Nein.. nein bitte..sag das nicht.." Er war zu schwach um weinen zu können, doch das Zittern seines Körpers sprach eine nur allzu deutliche Sprache....

Erschrocken ließ Aoi sich neben ihm auf die Knie sinken und sah ihn traurig an. //Was habe ich nur getan.... ? Er wollte nur.... helfen.... // Zum ersten Mal seit langem verfluchte er sein ständiges Misstrauen, das ihn in den letzten Jahre geschützt hatte.
„Ja, ich bin es wirklich. Ich habe dir doch versprochen, das ich dich besuchen komme.... Erinnerst du dich nicht mehr? Ich wollte dich sehen.... Dir.... sagen, das es mir Leid tut. Ich wusste nicht, das du es für mich getan hast.... und ich? Ich hab dich dafür gehasst, das du mir weh getan hast.... Warum hast du das getan Reita? Denkst du, das Ärzte MIR helfen können? Sie haben mich in eine Zwangsjacke gesteckt und für Irre gehalten.... Mich ausgezogen und Spritzen gegeben. Immer wieder Spritzen.... Bei dir zu bleiben, wäre mir lieber gewesen.... "
Der Schwarzhaarige griff nach Reitas Handgelenken und zog sie vorsichtig zu sich, so dass Reita ihm in die Arme fiel und er zaghaft seine Arme um ihn legen konnte. "Es tut mir Leid Rei.... Ich wollte dir nicht wehtun.... "
Er schluchzte auf vergrub seinen Kopf an Reitas Halsbeuge. „I-ich mag dich.... Reita.... "

Er schloss für einen Moment seine Augen und sah eine Spritze auf sich zuschnellen. Abrupt öffnete er die Augen wieder und sah sich panisch um. //Was war das.... ? Eine.... Erinnerung?//

„R-Reita? Kann man diesem Anwalt vertrauen?", fragte er und sah ihn unsicher an. "Ich versteh nicht, warum er mir helfen will.... " Misstrauen nagte an ihm und ließ ihn mit seinem Piercing spielen, das er sich damals aus Protest hatte rein machen lassen. Er konnte sich noch zu gut, an die Folgen erinnern, die ihn danach zu Hause erwartet hatten....

Reita sank ohne Widerstand in Aois Arme, schmiegte sich an ihn und klammerte sich an ihm fest. "Dann... hab ich wieder... versagt... wenn sie dir... nicht geholfen haben... Ich kann gar nichts, hm?" Er lächelte traurig, zitterte nur noch mehr. Ich habe... gedacht, dass Sakito... vielleicht... so bessere Chancen hat... dich frei zu bekommen... Verstehst du? So kann er... in Ruhe... mit dir reden... Ja... vertrau ihm... Er will nichts Böses... Ich... mag dich auch... sehr... Aoi..." Er lächelte schmal und löste sich dann wieder von ihm. "Es ist... gefährlich... wenn du hier.. bist..."

Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, strich er beruhigend über Reitas Rücken und schmiegte sich wieder an ihn. Er fühlte sich so wohl bei ihm, was ihn schon etwas verwirrte, worüber er sich aber auch nicht den Kopf zerbrach, weil er wusste, das er nicht ewig bleiben konnte. Es war ein Wunder gewesen, dass das hier überhaupt möglich war. War das wieder dieser Anwalt gewesen?
Er ließ seine Gedanken Gedanken sein und lauschte dem Blonden. "Ach Reita... Natürlich hilft mir das, aber... ich bräuchte wahrscheinlich einen... Wie sagt man? Seelenklempner? Das hieß früher so... Ich weiß nicht, wie es jetzt heißt, aber ist es noch das selbe.", sprach er leise und hielt ihn fest in seinen Armen. "Ist dir kalt?" Ich hab dir leider keine Decke mitbringen können, aber die hätten sie dir eh wieder genommen..." Nachdem der Jüngere meinte, das er Sakito vertrauen sollte, lächelte er zaghaft und kraulte seinen Nacken. Die Tiere haben es früher immer gemocht, vielleicht war es bei den Menschen auch so? "Gut, dann werde ich mit ihm reden, auch... wenn es bedeutet, das meine Vergangenheit mich einholt. Dann kann... ich dich als freier Mensch besuchen." Er löste sich etwas von ihm und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln, das jedoch rasch wieder verschwand.

"Ich... ich will nicht schon wieder gehen. H-hier ist mein Platz...", murmelte er, drückte sich an ihn und strich mit einer Hand über den staubigen Boden. Er schloss die Augen und genoss die kurze Zeit, die ihnen noch blieben. "Klingt das... egoistisch...?", fragte er und schmunzelte.

Reita hatte ihm zugehört und lächelte. "Nein... das klingt wunderschön... Aber dein Platz ist nicht hier, Aoi... Du gehörst nach draußen. Du hast das Leben verdient.. Nun geh... Sonst... sonst bricht mein Herz... Geh... Aoi. Und wenn du magst... komm mich irgendwann mal wieder besuchen.. ja? Du wirst es schaffen... das weiß ich... Du bist so stark, wahrscheinlich... weißt du es selbst nur nicht..." Reita lächelte und blieb so auf dem Boden sitzen, sah zu ihm auf und sein Blick war voller Liebe und Zärtlichkeit.

"Warum soll ich das Leben verdient haben? Ich bin nichts Besonderes... Das wurde mir mein ganzes Leben eingetrichtert... W-warum bricht dein Herz, wenn ich nicht gehe? Willst du nicht, das ich bei dir bleibe?", fragte er traurig und Kummer ließ sich aus seiner Stimmlage vernehmen. Doch er wusste ja, das er gehen musste... "So schnell wie möglich, werde ich wieder bei dir sein. Du wirst mich nicht mehr los...", meinte er und grinste leicht. Er ließ ihn los und stand etwas wacklig auf. Dann sah er zu ihm und streckte ihm die Hand entgegen. Doch als er seinen Blick sah, wurden seine Wangen rot und er musste schwer schlucken. "R-Rei...~ Warum schaust du so~?", fragte er verlegen und zitterte vor Aufregung. Er wusste nicht, was mit seinem Körper los war und diese Unsicherheit machte ihn nervös.

Reita lächelte. "Ja... Du kommst zurück... Das weiß ich... Doch wenn du jetzt nicht gehst... dann wird das Warten für mich... unerträglich... Dann halte ich keine einzige Sekunde aus... Aoi? Werd´ glücklich. Denn du bist etwas Besonderes. Na geh schon... Und vertrau Sakito... Er wird dich rausholen... Zum Sprechen hat er dich... doch auch wieder gebracht..." sagte er leise und streichelte über Aois Hand. "Lass mich noch... einen Moment so... sitzen... okay?"

Verwirrt blinzelte er. Er verstand nicht ganz, was Reita meinte, aber es hörte sich sehr wichtig an. "Warum redest du nur davon, das ich glücklich werden soll? Was ist mit dir? Ohne dich, weiß ich gar nicht, was ich dort draußen in der großen Welt machen soll.", murmelte er verlegen. "N-nein, nicht er war das! Das... D-der Boss hat mich im Krankenhaus angerufen und hat mir... von eurem Deal erzählt... Dann... hab ich geschrien..." Mit unruhigen Augen sah er zur Tür, an der jemand klopfte und wieder zu Reita. "O-okay." Er drückte seine Hand und öffnete dann die Tür. Sehnsüchtig sah er zurück, bevor er von Sakito empfangen wurde, der telefonierte.

Reita erstarrte. Der Boss also... Wie konnte dieses Schwein es wagen?? Er senkte den Kopf und seufzte. "Aoi..? Versprich mir bitte eine Sache, ja? Du musst dich zuerst um DICH kümmern. Dass du frei kommst. Sag Sakito das, in Ordnung? Bevor du nicht frei bist, will ich weder dich noch Sakito hier sehen... Du bist wichtig! Hörst du? Und... das ist mein voller Ernst!"

//Redet Sakito da mit seiner Frau?//, fragte er sich, bevor er Reitas Stimme hörte und sich rasch umdrehte. Seine Folgenden Worte ließen ihn überrascht die Brauen hochziehen. "Baka... Wenn du das unbedingt möchtest.", seufzte er und schlang die Arme um seinen Körper. Ihm war irgendwie kalt. Hatte er noch dieses Krankenhausgewand an?? Er spähte zu seinem Rücken und seufzte genervt. Sakito hatte ihm zwar eine Jacke gegeben, aber sein Hintern war immer noch etwas zu sehen. Kein Wunder also, wenn er fror. Dann wurden sie von dem Anwalt angesprochen und er drehte sich halb zu ihm um. Er konnte ihm doch jetzt vertrauen, oder? Reita tat es, also konnte er das auch. Er lächelte Reita noch kurz, aber sanft, zu, bevor er zum Ausgang lief.

Kurz davor bleib er stehen und überlegte, ob er zurück rennen sollte. Er vermisste ihn irgendwie schon jetzt, aber würde er wieder egoistisch handeln und sie alle in Gefahr bringen. Kopfschüttelnd setzte er seinen Weg fort.
Sakito an ihm vorbei und öffnete die Tür seines Autos. Etwas ängstlich zwar, stieg er dennoch ein und kämpfte mit dem Gurt, bis er saß und ihn festhalten konnte.
Er sah zu dem Gefängnis zurück. //Rei...// Ein leichtes Lächeln schlich sich wieder auf sein Gesicht.


+~+

Uruha konnte auch diese Nacht nicht sehr gut schlafen. Er verfluchte sich selbst dafür. Er war müde, doch sobald er sich hingelegt hatte, war er wieder wach, machte sich Gedanken über dies und das und tat eigentlich alles, außer schlafen.
Doch immerhin hatte er es an diesem Morgen zum frühstücken geschafft, nach dem er etwa eine halbe Stunde unter der Dusche stand, bis es ihm zu lästig war, sich ständig die Haare aus dem Gesicht zu wischen. Er hatte sich abgetrocknet und war wieder in Jogginghose und Shirt geschlüpft und in die Küche geschlurft.
Es war schon erstaunlich wie wenig er zu tun hatte, wenn sein bester Freund nicht mehr da war. Doch für Uruha war das wissen, dass Reita wegen ihm noch immer dort hinter diesen Gittern saß, schlimmer, als der Gedanke daran, selbst dort zu sitzen.
Inzwischen saß Uruha noch immer in der Küche, rührte in seinem nun kalten Kaffee rum, und biss ein Stück von einem Apfel ab, den er sich als kleinen Nachtisch, nach seinem Müsli geholt hatte.

 Doch nach der Hälfte war ihm schlecht und er warf den Rest in den Mülleimer. Der Kaffee fand seinen Weg in den Abguss und der Brünette setzte erneut Wasser auf um sich einen Tee zu kochen.
Er warf einen Blick auf die Uhr und seufzte. Was sollte er denn den ganzen Tag machen. Vor allem wenn er sich eigentlich auf nichts anderes konzentrieren konnte, als auf die Tatsache was in den letzten Wochen geschehen war.
Einige Zeit später ging er mit einer Tasse in der Hand ins Wohnzimmer, stellte sie auf den Tisch und hätte sich beinahe auf sein Handy gesetzt. Er schob es zur Seite, setze sich und nahm es dann in die Hand. Ob Sakito schon Neuigkeiten hatte? Uruha wählte die Nummer des Anwalts aus seinem Telefonbuch und besah sie sich eine Weile in Gedanken vertieft. Wenn es Neuigkeiten gäbe, dann hätte er sie ihm bestimmt schon mitgeteilt.
Er seufzte, schmiss sein Handy wieder zur Seite und schaltete den Fernseher ein. Doch auch dieser konnte ihn nicht ablenken. Wieso musste er auch immer so viel nachdenken. Er schaltete die Kiste wieder aus, lehnte sich zurück und linste erneut zu seinem Handy. „Ach man..“, murmelte er, nahm es wieder auf, wählte erneut die Nummer und drückte diesmal den kleinen grünen Knopf. Sofort hörte er das Freizeichen, kaute leicht auf der Unterlippe rum und überlegte, was er überhaupt sagen sollte, wenn der andere dran ging.

Kaum hatte Sakito sein Handy wieder weggesteckt, klingelte es erneut und er wäre beinahe vor Schreck laut geworden, wenn er sich nicht auf die Unterlippe gebissen hätte. Er holte es wieder aus seiner Tasche hervor. ///Kouyou~// Er nahm das Gespräch an und legte es an sein Ohr. "Hallo~ Herr Takeshima... Wie geht es ihnen?", fragte er flüsternd, da er nicht auf sich aufmerksam machen wollte und blickte sich lauernd um.

Der Brünette blinzelte leicht überrascht, als er die Stimme hörte und im ersten Moment fiel ihm keine Antwort ein. "Ano...", begann er schüttelte dann den Kopf und versuchte seine Gedanken zu ordnen, "mir gehts gut, danke... ano... gibt es... ehm... schon irgendwas neues..?"
Irgendwie kam er sich blöd vor, bei dieser Frage. Bis jetzt hatte ihm der Anwalt immer Bescheid gegeben, wenn er irgendwelche Neuigkeiten hatte. Er zupfte leicht an seiner Hose rum und wartete eine Antwort ab.

"Das ist schön. Tut mir Leid, das ich Gestern nicht mehr angerufen hatte, aber im Moment ist einfach so viel los. Also es gibt viel Neues, aber noch nichts wegen Herrn Suzuki und Aoi kennen sie ja nicht. Obwohl... Wenn ich die beiden rauskriege, sie ihn bestimmt auch kennen lernen." Er grinste etwas, was natürlich Herr Takeshima nicht sehen konnte, aber es würde auch senil wirken, wenn er alles kommentieren würde, was er macht, oder? "Und immer schön zu Hause bleiben, da sind sie sicher, ja?"

"Ach so... okay... tut mir Leid... ich... ehm... wollt nicht Neugierig sein... oder so... na ja, Sie wissen schon.", sagte er und zog die Knie auf die Couch. Er warf einen leicht sehnsüchtigen Blick Richtung Fenster und nickte leicht. "Hm... hai, ich weiß~ Ich bleib zuhause..."
Ihm war inzwischen etwas langweilig. Hatte die Wohnung nun schon zum zweiten Mal aufgeräumt und hatte einfach nichts zu tun. Wie lange er wohl noch in seiner Wohnung bleiben musste. Was wenn der Kerl gar nicht hinter ihm her war und er nie gefasst würde? Müsste er dann in seiner Wohnung versauern? "Ano dann... Sie sind bestimmt ziemlich beschäftigt, ich... ehm... will gar nicht weiter lange stören..."

"Was? Schon okay, kein Problem. Kann ganz schön langweilig werden, oder? Hm... Vielleicht schaffe ich es, heute Abend zu ihnen zu kommen? Ich könnte Spiele oder Filme mitbringen? Also... wenn sie nichts anderes zu tun haben." Sakito sah auf seine Uhr und stutzte. Schon so lange waren sie hier?! Sie mussten gehen! Er ging zur Tür und klopfte an.

Uruha sah auf und musste leicht lächeln. Das hörte sich gut an. Er blinzelte leicht und war etwas verwirrt über sich selbst. Er lief etwas rot an, als ob er sich irgendwie in Verlegenheit gebracht hatte und vergrub sein Gesicht lieber an seinen Knien. "Ano, aber nur wenn Sie wirklich Zeit haben...", meinte er dann etwas leiser und hoffte gleichzeitig ziemlich stark, dass der andere Zeit hatte.

"Ja, ich werde bestimmt Zeit finden.", lächelte Skaito, als die Tür plötzlich aufging. Überrascht sah er Aoi an, der zwar an der Tür stand, aber noch immer mit dem Blonden redete. "Ich muss jetzt Schluss machen. Bis später~", sagte er zu Herrn Takeshima. Widerwillig legte er auf und spähte zu Reita, der am Boden kniete.

Uruha nickte erneut leicht, jedoch mehr zu sich selbst und antwortete dann: "Okay~, dann... ano~ Bis später dann.."
Er legte ebenfalls auf, blickte eine Weile auf das Display seines Handys und legte es dann zur Seite. Er legte sich zurück, wandte den Blick an die Decke und schwieg. Hoffentlich verging die Zeit schnell und er musste sich nicht zu lange langweilen. Der Brünette stand wieder auf, ging zum Fenster und öffnete dieses um etwas frische Luft zu schnappen.

+~+

"Alles okay mit euch?", fragte Sakito besorgt und legte zaghaft eine Hand auf Aoi´s Schulter. "Wir müssen jetzt leider los." Er drehte sich kurz von ihnen weg und sah nach dem kehrenden Wachmann. "Hey~ sie~!", flüsterte er gebrüllt und der Wachmann sah zu ihnen herüber. Der Anwalt winkte ihn heran. "Achten sie schön auf ihn, klar?!"

"Ich versuche es, aber es ist schwer... Wer ist denn der Schwarzhaarige?", fragte Takeda.

Schmunzelnd sah Sakito ihn an. "Das... darf ich ihn nicht sagen. Wir waren nie hier, verstanden?", meinte Sakito mit Nachdruck und bugsierte Aoi zum Ausgang.

Der Wachmann schmunzelte, nickte dann aber ergeben und begab sich zu Reita in den Raum. "Ano... Warum hocken sie denn da unten? Hat ihn jemand von den beiden weh getan? Los, kommen sie. Stehen sie auf. Wir müssen zurück, bevor die Pause zu Ende ist."
Er hievte ihm vom Boden hoch und legte ihm die Handschellen um. "Schnell!"

"Nein, mir gehts gut." Er lächelte den Wächter an, stand zitternd auf und ließ sich ohne Widerstand fesseln. Dann lief er mit dem Wärter mit, stolperte zwar einige Male, doch er fing sich immer wieder. "Sie sind... ein guter Mensch... Wissen Sie das?"

"Passen sie auf, das sie mir nicht hinfallen.", meinte Takeda besorgt und brachte ihn in seine Zelle zurück, wo er ihm die Handschellen wieder abnahm. "Hum? Ano... ja, das sagt man mir oft. Danke. Und jetzt ruhen sie sich ein bissen aus." Er lächelte noch kurz, bevor er schnell die Zelle verließ und sich aufmachen wollte, zu seinem Besen zu eilen, als er plötzlich an der Schulter gefasst und umgedreht wurde. Vor ihm stand ein anderer Wächter. "Oh... ano... Ich hoffe, das Essen hat ihn gemundet. Ich wollte gerade-"

"Schweig! Was machst du hier?!", fragte der Größere und linste in die Zelle zu Nummer 1309. Schmunzelnd betrachtet er ihn, bevor er den Kleineren am Kragen packte. "Du hast da einen Fleck übersehen...", sagte er gehässig, drückte ihn auf den Boden und zeigte auf seine Schuhe. "Saubermachen!"

Takeda hatte sich kaum wehren können, als er zu Boden gedrückt wurde, da er nicht annährend so stark war, wie der andere. Doch als er den Sinn dahinter verstand, sah er säuerlich auf. "Das ist bestimmt nicht die Aufgabe eines Wächters!? Wenn doch, putzen sie sich die gefälligst alleine!" Auf solch eine Arbeit würde er sich niemals herunterlassen! Er war ein Künstler!

„SAUBERMACHEN!!!!“, brüllte der Wärter ihn an und Takeda machte sich dann doch zitternd daran, dem unfreundlichen Mann die Schuhe zu putzen.

~+~

"Aoi? Darf ich sie was fragen?"

"Später... Bitte... fragen sie mich später... Sakito...", murmelte der Schwarzhaarige und lehnte sich im Auto zurück. Seine Hände hatten sich an den Griff der Tür verkrampft, so dass seine Fingerknöchel weiß hervor traten. Als der Anwalt an einer Ampel halten musste, atmete er erleichtert auf und entspannte sich ein wenig, bevor es auch wieder weiterging und er beinahe an der Tür klebte. "W-wann sind wir endlich da?!", fragte er mit leicht erhöhter Stimme und hatte die Augen zusammen gekniffen.

Sakito fand die Frage witzig, da kleine Kinder das auch immer ihre Eltern fragen, doch als er grinsend in den Spiegel blickte und das bleiche Gesicht des Schwarzhaarigen, die zusammen gekniffenen Augen und die Lippen, die nur noch einen Strich bildeten, sah, da erlosch auch sein Grinsen und er konzentrierte sich wieder auf die Fahrbahn. "Wir sind gleich da. Halte durch!", bat er und sah schon das Krankenhaus.
Erleichterung machte sich in ihm breit, doch ließ ihn trotzdem immer wieder nach hinten sehen.
//Bitte nicht wieder übergeben.//, betete er und parkte auf dem Parkplatz des Krankenhauses.

Dann stieg er aus, nachdem er sich abgeschnallt hatte, und lief zu der Tür, hinter der Aoi saß. Er öffnete vorsichtig die Tür und lugte in den entstandenen Spalt. "Aoi, sie können die Tür jetzt loslassen. Wir sind da."

Ein Auge Aoi´s öffnete sich zaghaft und sah sich um. //Wir stehen wirklich!// Das andere gesellte sich dazu und er ließ die Tür langsam los. //Wie ein Kind...//, dachte er verlegen, räusperte sich und stieg aus. Kaum stand er, wäre er auch beinahe wieder umgefallen, hätte ihn Sakito nicht im letzten Moment gestützt.
"T´schuldigung... Bin etwas wacklig auf den Beinen... Danke..."

  Überrascht nickte Sakito. //Er redet mit mir!// "Kein Problem. Lass uns jetzt rein, sonst kriegen die Ärzte noch einen Kollapse.", meinte er und grinste.
"Und das... obwohl sie die Ärzte sind. Wäre ganz schön peinlich...", murmelte Aoi und lief etwas vorsichtiger los. Der Anwalt lachte. "Au ja! Und Patienten hätten sie dann wohl auch keine mehr." "Sie wären die einzigen, doch wäre es dann gleichzusetzen mit einem Wohnhaus und dann müssten sie es schließen..." Aoi´s Miene veränderte sich nicht während er sprach, während der Anwalt seine Phantasie spinnen ließ und dieses ´Gespräch´ lustig fand und lachen musste. Das war wohl der Unterschied zwischen den Gefangenen und denen die frei sind. Sie haben andere Ansichten von Humor. Ob er je wieder über einen Witz lachen konnte, wusste Aoi nicht. Doch das war etwas, was ihm im Moment herzlich wenig interessierte. Er hatte Reita etwas versprochen und nun war es an ihm, sie endlich gegen die Ungerechtigkeit zu wehren...

"Das sind sie ja endlich! Mein Gott! Wie blass er wieder aussieht! Ich wusste sofort, das dieser Ausflug nicht gut für ihn wäre!", begrüßte sie ein Arzt vorwurfsvoll.

"Freut mich auch, sie wieder zu sehen...", meinte Aoi ironisch und lief an ihm vorbei.

"Gut, es ist meine Schuld. Er ist blass, weil wir gerade Auto gefahren sind. Ihm gehts gleich wieder besser u-"

"Sakito!", rief Aoi leicht genervt...

"Ja, eh... Muss weg! Wir möchten auch nicht gestört werden!", meinte Sakito grinsend und eilte dem Schwarzhaarigen nach.
Als sie beide sein Zimmer betreten hatten, wurde Sakito´s Miene wieder ernster.

Aoi schritt langsam auf sein Bett zu und legte sich darauf.
Sakito setzte sich wieder neben ihn und nahm seinen Block, der nun neben dem Bett lag, da jemand Aoi´s Bett neu bezogen hatte, und seinen Stift hervor.
"Darf ich jetzt fragen?"

"Ja... dürfen sie.", erlaubte ihm der Ältere.

"Danke. Ich freue mich, mit dir kooperieren zu können."

Der Schwarzhaarige nickte und schloss die Augen.

"Wann hat dein Onkel angefangen, dich zu vergewaltigen?", fragte Sakito direkt.

Überrascht öffnete sich der Mund seines Klienten und schnappte gleich wieder zu. Er musste die direkte Frage erst einmal verdauen. "W-wie viel wissen sie denn schon... über mich?"

"Einiges. Also?"

Aoi musste schwer schlucken und überlegte angestrengt. "M-mit 14..."

"Wie ist es passiert? Also... wie war er vorgegangen?"

"N-nani?! E-e-es war schreck... schrecklich!!", meinte Aoi entsetzt und ballte die Hände zu Fäusten.

"Nein, nein! Ich meinte... Das ist mir natürlich klar, das es schrecklich für dich gewesen sein musste, aber ich meinte, wie kam es dazu, das er dich vergewaltigen wollte? Sich ihm angeboten hast du ja sicherlich nicht."

Aoi senkte den Blick und starrte auf seine Finger. "Es war mein Geburtstag... Meine E-Eltern waren wieder mal unterwegs und viel zu beschäftigt, als zu dem Geburtstag ihres Sohnes zu kommen... Doch mein Onkel kam. Er sagte, ich solle froh sein, das er überhaupt gekommen war, da er eigentlich gar nicht in der Verfassung dazu war, von irgend einem Balg den Geburtstag zu feiern. Er hatte sich kürzlich von seiner Frau getrennt und die Kinder hatten sie ihm auch genommen, da er schon mehrere Male als Betrunkener bei der Polizei gemeldet war und das natürlich auch kein gutes Bild auf ihn geworfen hatte. Auch an diesem Tag hatte er wieder etwas getrunken... Ich war, als er auf dem Sessel vor dem Fernseher eingeschlafen war, mit meinen wenigen Freunden rausgegangen... haben Fußball gespielt... gelacht... Was halt normale Jungs so machen... mit ihren Freunden. Als ich am Abend wieder kam, schlief er noch immer und ich... bin dann ins Bad gegangen, um zu duschen. Als... als...", stotterte er und kämpfte mit den ersten Tränen. "Als ich... damit fertig war, stieß er die Tür auf... weinte und meinte, das er geträumt hatte, das seine Kinder gestorben seien und er sie doch so sehr liebte. Ich stand da... vor ihm und... nackt..." Er unterbrach sich selber und wischte sich über die Augen. Doch sein Zittern verriet ihm, wie er litt. "Er wollte mir zeigen, was Liebe bedeutet... wahre Liebe... und sie tat weh... In seinen Träumen waren seine Kinder gestorben.. gestorben für ihn, weil er sie nie wieder sehen würde, aber... an diesem Tag... an meinem vierzehnten Geburtstag... war ich gestorben..."
Er schluchzte laut auf und zitterte noch mehr.

"S-soll ich einen Arzt rufen?", fragte Sakito hilflos, der sich alles notiert hatte. Auch er strich sich kurz über sein linkes Auge.

"N-n-nein...! Nächste... nächste Frage..."
Aoi atmete tief ein und wieder aus, um sich zu beruhigen.

Sakito musste bei dem Anblick mit sich ringen, wirklich die nächste Frage zu stellen und ihn nicht tröstend zu umarmen.
"D-das ging dann in regelmäßigen Abständen in den folgenden 4 Jahren weiter so? Merkten deine Eltern etwas?"

"Die haben sich doch nie für mich interessiert!!", schrie der Schwarzhaarige und ließ den Anwalt zurückschrecken.
"Tut mir Leid... Bitte... weiter..."

Sakito nickte eingeschüchtert. "Frage am Rande... Was arbeiteten deine Eltern...?"

Aoi hob die Brauen. "Sie.. waren Anwälte... Deswegen hasse ich solche Leute... Doch Reita meinte, das ich ihnen vertrauen kann..."

"Oh... da bin ich aber erleichtert, das sie mich also doch nicht ganz so sehr hassen, wie andere Anwälte?" //Sie sind wirklich Anwälte gewesen... Eine Schande...//

Aoi nickte langsam und fixierte das Wasserglas auf seinem Nachttisch. Da es aber nicht zu ihm geflogen kam, beugte er sich zur Seite und griff danach. Dann nippte er daran, während er mit verheulten Augen und anfangenen Kopfschmerzen, an die Wand ihm gegenüber starrte. //So ein weiß... habe ich 4 Jahre lang nicht gesehen. Ich hatte ganz vergessen, wie schön diese Farbe sein kann... Ist es überhaupt eine Farbe...?//, ging es ihm durch den Kopf und erschrak, als Sakitos Hand vor seinen Augen erschien und sich hin und her bewegte. Als er der Bewegung folgte, wurde ihm bald auch noch leicht mulmig in der Magengegend und er schloss wieder die Augen.

"Aoi?"

"Hum...?"

"Alles okay?"

"Nein..."

"Brauchen sie einen A-"

"Nein! Fragen sie schon. Ich schaff das schon..."

"G-gut... Also sie sind dann vor etwa 4 Jahren abgehauen, um Musik zu machen. Wurden aber gefasst und haben Ärger mit ihren Eltern bekommen. Dann hatten sie Hausarrest. Was ist dann passiert??? Sie sind kein Mörder, aber warum wurden sie als solch jener bezichtigt?!"

Während Sakito mehr und mehr erzählt hatte, schrumpfte Aoi immer mehr in sich zusammen, bis er gänzlich und mit schlaffen Armen auf dem Bett lag.

"A-Aoi???!"

De Schwarzhaarige schrak auf und öffnete die Augen. "War ich weg...?"

"Ja, warst du."

"Tut mir Leid..."

"Sollen wir wirklich nicht aufhören?"

"H-hören sie S-Sakito... Reita will... das ich als erstes rauskomme. Vorher möchte er nicht einmal, das sie auch nur darüber nachdenken, ihn da raus zu holen. Das soll ich ihnen auch ausrichten... also holen sie mich raus! Bitte..."

Der Anwalt schluckte trocken und sah erstaunt aus. //Kann es sein... das sie sich mehr als nur... mögen? Wie schön für die beiden. Dann muss ich sie nur noch rausholen und dann werden sie glücklich sein.// "Alles klar,... dann machen wir wohl weiter."

Der Ältere nickte schwach und sah an die Decke. Über ihn hing eine Lampe. //Wenn die runterkrachen würde... genau... jetzt... dann... ... Nein! Denk nicht mal dran!//, ermahnte er sich und gab sich eine Ohrfeige.

Der Anwalt sah ihn sprachlos und besorgt an. Hatte er gerade wirklich gesehen, wie der andere sich gerade selbst geschlagen hatte?!

"Aoi? Sollen wir wirkl-"

"Also zu ihrer Frage...", fuhr Aoi etwas lauter fort, um Sakito und seinen Einwand zu überhören. "Ich... kann mich nicht mehr an alles erinnern, aber ich versuche es...", meinte er wieder in normaler Lautstärke und musste plötzlich husten. //Mir... gehts nicht so gut... Ich hoffe, ich pack das...//
"Mein Onkel hatte mich 2 Wochen nicht mehr besucht und ich hatte schon Hoffnungen gehabt, das er kein Interesse mehr an mir hätte. Doch am Abend war er wieder da und n-nachdem er... m-mich wieder geschändet hatte, hatte ich im Internet nach Möglichkeiten gesucht, wie man... sich... am besten umbringen könnte... Ich konnte einfach nicht mehr! Doch... da bin ich auf einen Chat gestoßen und kaum hatte ich mich aus Neugier angemeldet, hatte mich jemand angeschrieben. Irgendwann merkte ich, das es ein Kerl war, aber er blieb an mir dran... was mich wunderte und ein bisschen abschreckte... Musste ich doch immer an meinen Onkel denken. Wir redeten ein bisschen über dies und das... Ich weiß nicht mehr, über was ich mit ihm geredet habe, aber erzählt habe ich ihm von meinem Onkel und mir erst, nachdem ich zwei Monate mit ihm geschrieben hatte und glaubte, ihm vertrauen zu können. Zudem ich an dem Tag auch nicht mehr wirklich zurechnungsfähig war, da... er.... ungewohnt grob zu mir gewesen war..." Aoi machte eine Pause und drehte Sakito den Rücken zu, damit er sein jämmerliches Bild nicht sehen musste, das er gerade abgab. Er war unnatürlich blass geworden, seine Wangen glühten rot und seine Augen waren es ebenfalls. Seine Lippen hatten an Farbe verloren und ihm war es, als ob heiße und kalte Phasen durch seinen Körper zogen. Er wird doch wohl nicht auch noch krank werden!?

 Ich.. ich h-habe es ihm erzählt... nur grob erzählt, was mein Onkel mit mir tat und das ich am Ende wäre... Dann wollte er mich treffen! Noch an diesem Tag... und ich dachte... das er mich aufmuntern wolle und um ihm... meinem Onkel... zu entgehen, da er noch immer zu Hause war, schlich ich mich aus dem Haus und machte mich auf den Weg... um den Unbekannten zu treffen. Er wollte mich in irgendeiner Lagerhalle treffen und als ich dort war... sah ich... zwei Frauen... Nackt waren sie und vor ihnen stand ein Mann mit heruntergelassener Hose und einem Messer in der Hand. Die beiden Frauen lebten nicht mehr und als ich das begriff, war es bereits zu spät zu fliehen, denn die Hallentür war etwas quitschend aufgegangen und so hat er mich bemerkt. Er zog sich wieder an und zog mich... da rein... zu den Mädchen, neben denen ich landete, als er mich zu Boden warf... und... dann... weiß ich noch... wie er mit einer S-Spritze auf mich zukam, mir etwas sagte und mir dann irgendwas verabreichen wollte. Natürlich hatte ich mich versucht zu wehren, aber er war viel stärker als ich gedachte hatte und so war ich unfähig, mich zu bewegen, als er plötzlich auf mir saß. Ich bekam es mit der Angst zu tun, schrie nach Hilfe, doch die blieb aus... Auch, als er die Spritze ansetzte, war noch immer niemand zur Stelle und meine Sicht wurde... neblig und ich konnte nicht mehr klar denken. Er öffnete meine H-Hose und gab mir etwas in die Hand... Dann war ich weggetreten und wachte erst wieder im Gefängnis auf, wonach ich sofort zur Rede gestellt wurde. Sie nannten mich Drogenkind... Triebtäter und... Mörder..." Zum Ende hin, wurde seine Stimme immer schwacher und schwacher, bis er plötzlich wegen der Erinnerungswelle auschrie, sein Gleichgewicht verlor und vom Bett fiel...
Kein Schluchzen war mehr zu hören, gar nichts...

Sakito war mit Tränen in den Augen entsetzt aufgestanden und um das Bett herumgerannt. Er schluckte schwer und drückte auf einen roten Knopf, der die Schwestern rufen sollte, bückte sich zu ihm und versuchte ihn wach zu rütteln. "Aoi! Bitte... Wach doch auf!"

Ärzte kamen hineingerannt, da sie nicht nur durch den roten Knopf alarmiert wurden, sondern auch die Überwachungskameras einen Patienten gesehen hatten, den es immer schlechter ging.
Sie liefen zu Sakito und dem schwarzhaarigen Patienten, schoben den Anwalt beiseite und hievten Aoi auf das Bett. Sie fühlten den Puls und schlossen ihn an ein Herzgerät an. Sein Herzschlag nahm immer mehr ab! Die Ärzte redeten laut durcheinander und schoben das Bett mit Aoi aus dem Raum. Er wurde zur Intensivstation gebracht, wo er hoffentlich wieder geflickt wurde...

Sakito konnte nur hoffen. Er durfte nicht einmal bleiben! Die Ärzte beschuldigten ihn sogar, weil er Herr Shiroyama erst aus dem Krankenhaus geführt hatte, hat ihn in einem Auto zurück gefahren und dann schließlich so lange auf ihn eingeredet, bis Aoi zusammengebrochen war. Es war zwar nur die halbe Wahrheit, aber trotzdem fühlte sich Sakito schlecht und so verließ er das Krankenhaus und setzte sich in sein Auto. Darin schlug er auf das Lenkrad und ließ seine Wut auf sich und die Situation Aoi´s mit einem Schrei heraus. Nur leider hatte er zu dolle drauf gehauen, denn der Airbag löste sich und Sakitos Kopf wurde gegen die Kopfstützte gedrückt. "Ach verfluchtes Teil!!", schrie er genervt und drängte es zurück. "Ach... alles scheiße verdammt...", fluchte er immer weiter und weiter, bis neben seinem Auto plötzlich eines einer alten Frau hielt und die Oma entsetzt rüberschaute.
Verlegen riss Saktio sich zusammen, schnallte sich an und fuhr nach Hause.

Dort schlurfte er ins Bad und ließ sich Wasser für eine Bad ein. Dann nahm er sich einen Joghurt und aß ihn, schlürfte einen kalten Kaffee und stieg in die Wanne. //Hoffentlich schafft er es... War wohl doch zu viel, aber er wollte ja nicht hören..." //Auf jeden Fall kann ich ein neues Verfahren einleiten und ihn damit schon mal rausholen...//

Irgendwann verließ er dann doch die Wanne, zog sich neue Sachen an und suchte DVD´s und Spiele für den Abend mit Herrn Takeshima heraus. //Auf Spiele habe ich eigentlich keinen Bock, aber wenn er will, dann mach ich mit...//

Als er alles hatte, sah er auf die Uhr. Es war gerade mal Kaffeezeit. //Hm... dann schreib ich erstmal den Bericht. Ist auch wichtiger...// Er dachte an Uruha und musste lächeln. //Dauert nicht lange. Versprochen.//
Er setzte sich an seinen Laptop und verfasste alles, was er bisher herausgefunden hatte in einem 5 seitigen Bericht! Oder war er jetzt schon so neben der Spur, das er sich verzählt hatte? Na ja... Es waren viele Blätter gewesen, das stand fest.
Als er das geschafft hatte, ließ er sich nach hinten fallen und griff nach seinem Handy. "Hi, ich bin es... Sakito. Hast du ihn? ... Tut mir Leid. Ich will das nur alles schnell hinter mir bringen. Du kannst ja auch zur Gerichtsverhandlung kommen, dann weißt du auch warum... Nein, ich schick den Bericht gleich ab. Sag dir dann aber Bescheid. Hast... hast du ihn nun? ... Hm... okay~ Dann such weiter. Seinen Namen kenne ich leider nicht. Ich muss mal bei der Spurensuche anrufen. Schreib dir ne Sims... Okay, bye~" Er legte wieder auf und seufzte schwer. Sein Freund hatte ihn in Mie noch nicht aufspüren können. Wäre auch zu schön gewesen, ihn schon so früh wie möglich eine reinzuhauen...

Dann rief er bei der Spurensuche an. "Hey~ Ich bin es, der Anwalt Sakito. Ihr hattet gesagt, das es Yuu´s Onkel war, der ihn vergewaltigt hat. Wisst ihr auch seinen Namen?"
"Ja, einen Moment bitte." Sakito wartete gespannt. "Ein gewisser Morashi Shiroyama." "Danke. Wird der mit sh geschrieben?" , wollte sich Sakito vergewissern und saß schon wieder an seinem Laptop. "Ja, wird er." "Danke. Wir sprechen uns nochmal. Tschüss."

Er verbesserte in dem Bericht die ganzen >Onkels< durch Morashi und speicherte dann alles ab. Während er es sich kopierte und auch eine Sicherheitskopie am Laptop machte, schrieb er an seinen Polizistenfreund den Namen des Triebtäters.

Dann schrieb er an Hizumi eine SMS: Hallo, Hizumi. Ich hoffe, dir und deinen Freunden geht es gut. Hast du schon irgendetwas merkwürdiges entdeckt? Sakito

Kurz nachdem er die SMS abgeschickt hatte, kam eine zurück: Boah Alter! Habe gerade fett geschlafen man! Nix gesehen, tote Hose (ö.q) *gähn* Gute Nacht... =_=

Sakito musste kurz auflachen und stand schließlich auf. //Gut, dann geh ich jetzt zu Kouyou.//



Kapitel 15 - Gespräche und Geständnisse

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