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Um sicher zu sein gab es nur eine Möglichkeit. Schweigen...
安全であるために一つ可能性だけがある。暗黙。

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Kapitel 21 - Ohne jede Verknunft...


"DUUUUU!!", brüllte der Schwarzhaarige und lief auf den Verletzten zu. "Aoi, bitte...!" Der feuerspeiende Verrückte näherte sich und ließ Sakito erkennen, das seine Befürchtungen, die er die ganze Zeit gehabt hatte, nun Wirklichkeit wurden... "Aoi bitte... Tu das nicht! Es tut mir Leid! Wirklich... Sein Verschwinden trifft doch nicht nur dich...! Bitte, glaub mir doch! Wir sind alle davon betroffen! Kouyou... du... und ich! Reita ist es, der am meisten leiden muss! Bitte... er würde nicht wollen, das du so wirst, wie seine Entführer! Alles Mörder...", versuchte Sakito den Schwarzhaarigen davon abzuhalten, die völlige Kontrolle über sich zu verlieren und hob die Arme zur Deckung über seinen Kopf, rechnete mit dem Schlimmsten und verabschieden sich gedanklich bei Kouyou. Verzweiflungstränen rannen ihm über die Wangen. Sein Atem ging unregelmäßig und allmälich stellten sich die Schmerzen wieder ein. Anscheinend verlor das Schmerzmittel an Wirkung. Sakito keuchte schmerzhaft auf, presste die Augen zusammen und zitterte am ganzen Körper, während die Tapete der Wand sich mit rot färbte. "Aoi..." Statt einem Hieb, weiteren Schimpfwörtern oder irgendwelchen Gegenständen, mit denen Aoi hätte auf ihn einschlagen können, hörte der Brünette den Aufschlag eines Körpers, aus dem verzweifelte Laute und Schluchzer drangen. Vorsichtig öffnete er die Augen und sah einen völlig aufgelösten Aoi, der vor ihm auf dem Boden zusammengebrochen war. "Nein... ich bin nicht wie... wie die und ich will nicht zum Mörder werden, aber... aber ich kann dir nicht mehr vertrauen...", meinte der Schwarzhaarige mit zittriger Stimme und breitete die Arme aus. "Ein letzter Wunsch nur... Hilf mir endlich diesem grausamen Leben zu entfliehen.", bat er mit ernster Miene und klarer gewordener Stimme und schloss die Augen. Er war bereit für das Ende. Doch Sakito rührte sich nicht! Dieser konnte vor Schmerzen kaum die Augen offen halten und sein Blickfeld trübte sich zunehmens. "Nein... du musst leben! Reita lebt noch! Bitte... Aoi... glaub an ihn...", murmelte der Brünette noch schwach, bevor er das Bewusstsein verlor. Nach Sakitos Worten, schlug Aoi die Augen wieder auf und musterte Sakito mit leerer Miene, um schließlich aufzustehen. "Du hattest versprochen, das alles vorbei sein wird... Lügner...", hauchte er mit bitterer Stimme, bevor er sich von ihm abwandte und Uruha schließlich erblickte. Uruha schien verwirrt. //Wo bin ich hier? War ich nicht gerade noch bei Sakito gewesen?//, fragte er sich, da alles um ihn herum viel zu schnell geschehen war. Uruha sah sich um und blickte fast sofort in die Richtung aus der die Geräuschkulisse gekommen war. Er stand auf, blieb jedoch noch auf der Stelle stehen. "Was..." Was war da los? Uruha machte ein paar Schritte auf das Geschehen zu. Er sah die Schmerzen in Sakitos Augen, wie er da an der Wand lehnte, er sah den verzweifelten Aoi wie er zusammengekauert auf dem Boden saß, und er fühlte sich hilflos, hilflos weil er nicht wusste was er machen sollte. Weil er einfach nur dastand und sich nicht zu helfen wusste. Als Sakito zusammensackte blieb sein Herz für einen Moment stehen und er wollte zu ihm laufen, als Aoi sich jedoch wieder rührte und auf ihn zukam. Dann stand der Schwarzhaarige ihm gegenüber. "Auch dich hat er belogen Uruha... Wirst du ihm dennoch folgen...?", fragte er mit monotoner Stimme und ließ die Arme kraftlos baumeln. Sein Ausbruch hatte sehr an seiner Energie gezerrt. "Was machst du jetzt... wo er weg ist...? Wirst du ihn suchen gehen...? Hast... Hast du noch Hoffnung?" "Aoi ich-", begann er, doch hörte er zeitgleich den Dunkelhaarigen reden. Ob er noch Hoffnung hatte? Uruha stutzte und sah in die fast leblosen Augen des Schwarzhaarigen und Schuld überkam ihm. "Ich... du darfst ihm nichts vorwerfen.", sagte er schließlich und blickte den Geschwächten an. "Gomen..." Leicht verzog sich Aois Stirn in Falten. "Wie du meinst...", murmelte er und wandte den Blick ab. Laute Schritte drangen nun von überall her und kaum hatte der Schwarzhaarige aufgesehen, war er auch schon von mehreren Ärzten und Polizisten umzingelt, als wäre er ein wildes Tier, nur mit dem Unterschied, das Aoi nun nicht mehr in der Lage war die Kontrolle zu verlieren, da sein geschwächter Körper dies einfach nicht mehr zulassen konnte. Doch er verlor kein Wort dabei, ließ mit sich machen, was diese Kreaturen mit ihn anstellten, gab nur ab und zu ein Knurren von sich, wenn man zu sehr an seinen Gliedmaßen zerrte oder die unangenehmen Berührungen auf seiner Haut ihm schier die Haut wegäzten, so glaubte er. Irgendwie hatten Sakitos Worte ihn nachdenklich werden lassen, was nicht hieß, das er ihm so leicht so schnell wieder vertrauen würde. Nicht heute, nicht jetzt... Doch die Menge an Ärzten war nicht bloß wegen dem wilden Schwarzhaarigen gekommen, sondern auch, um allen möglichen Verletzten Hilfe zu gewährleisten, was unter anderem Sakito bitter nötig hatte! Also schnell auf die mitgebrachte Trage und ab auf die Intensivstation, wo sich in den nächsten Minuten und Stunden hoffentlich alles zum Guten wenden würde... Doch bei Aoi gab es mal wieder ganz andere Probleme, die überwältigt werden mussten. "Wo sollen wir ihn hinbringen?" "Frag mich nicht... Wir müssen den Oberarzt fragen! Wieder in Quarantäne?" "Aber das hat doch nichts gebracht!" "Stimmt... Ach Herr Shiroyama... Lassen sie sich doch helfen. Wir-" "Ich. Brauche. Keinen. Psychodoktor!", knurrte der Gemeinte ärgerlich und grinste triumphierend in sich hinein, als die Ärztinnen ängstlich zusammenzuckten. "A-ab-" "Nichts aber! Lassen sie mich einfach gehen und sie werden mich nie wieder sehen!" "Damit sie sich... Nein!", blockte die Ältere entrüstet ab und sie brachten den Schwarzhaarigen zu dem Büro ihres Oberarztes, bevor sie an der Tür klopften. Kurz nachdem sie geklopft hatten, sprang die Tür auf und ein großer Mann mit Doktorbrille stand im Rahmen. "Ich bin gerade auf dem Sprung. Yuu Shiroyama hat... Oh...! Sie haben ihn schon?! Gut." "Ja, Herr Doktor. Und wo soll der Patient hin?" "Vorerst wieder in die Quarantänestation.", meinte er und verzog die Miene, bevor er sich direkt an Aoi wandte und diesem einen Finger in die Brust bohrte, den der Schwarzthaarige am liebsten abgebissen hätte, so bedrängt fühlte er sich gleich durch diese kleine Geste. "Lange werden wir sie hier nicht behalten können. Wir werden etwas anderes finden müssen. Wenn ich nichts auftreiben kann, kommen sie zur Beaufsichtigung in ein weiter entferntes Gefängnis. Also fügen sie sich und reißen sich lieber zusammen!" Bei dem Wort >Gefängnis< weiteten sich Aois Augen und Angst und Fassungslosigkeit bemächtigte sich seiner. "N-nein...! Kein Gefängnis!", protestierte er schwach und starrte mit leeren Augen zu dem Mann in Weiß auf. "Ich möchte das ja auch nicht, Herr Shiroyama. Aber Fakt ist, das sie es uns nicht gerade leicht machen und unser Repertoire an Konstruktionen für solche Dienste sind rar." "DANN BRINGEN SIE ES DOCH ENDLICH ZU ENDE!!", brüllte Aoi wutentbrannt mit neu entfesselter Wut und Energie, machte sich von den beiden Frauen los und ballte die Hände zu Fäusten. Noch ehe er weiter reagieren konnte, spürte er einen deutlichen Schmerz auf seiner rechten Gesichtshälfte. Der Oberarzt hatte ihn doch tatsächlich geschlagen!! "Reden sie nicht so einen Stuss! Los, aus meinen Augen!", sagte er eben so gereizt und wies den Frauen an, Aoi in seine ,Zelle' zu bringen. "Ich töte hier niemanden." ~+~ Schaurig lachte der dickleibige Mann auf, als er die heftige Gegenwehr seines Gefangenen bemerkte, rutschte von seinem Sitz und kniete sich ächzend neben dem am Boden Liegenden, um dessen Kinn anzuheben und ihn dazu zu zwingen, ihm in die Augen zu sehen. Ein paar Wunden von alten Bekannten, die der Boss im Gefängnis wieder getroffen hatte, zierten sein Gesicht und ließen ihn noch grausiger aussehen, als er es eh schon getan hatte. Verzogen sich seine Mundwinkel, so sah sein Gesicht, wie eine groteske Maske aus, die von jeglichen negativen Gedanken beseelt war. Sein vom Handschuh überzogener Finger glitt, nur um den Blonden zu quälen, seinen Hals entlang, um ihn dann unter Reitas Kinn zu platzieren und ihm den Kopf ruckartig nach oben zu reißen. "Das du immer noch lebst, hast du wohl diesem vermaledeiten Anwalt zu verdanken, aber nun bist du ganz weit weg von ihm und niemand wird dir mehr helfen können. Du bist ganz allein... dein Anwalt wurde erschossen... Yuu wird sterben... du wirst für deine Taten bestraft werden und du weißt... was ich damit meine... hm? Unter mir wirst du Bohnenstange wie ein Insekt zerbrechen und kläglich sterben. In meinen Händen wirst du dein Ende finden... Kein ehrenhafter Tod... Deine brennende Asche im eiskalten Wind über zerstörten Land...", erzählte der Boss mit schauriger Stimme und berührte den Gefangen an der Wange mit der Zungenspitze. Oh wie er das Quälen vermisst hatte... Das Herz des Blonden blieb beinahe stehen, als er in die schaurige Maske des Gefängniswärters blickte. Angeekelt wich er zurück... , schluckte schwer... Dann, als sein Kopf so ruckartig hochgerissen wurde, schrie er vor Schmerz auf, er dachte, sein Genick müsse brechen... "Du Schwein... lebst also immer noch...", keuchte er. "Hat das noch niemand korrigiert?! Aber so fett wie du bist, wirst du eh bald krepieren, wie ein dickes, fettes Schwein, grunzend, und wirst dich wahrscheinlich auf dem Boden wälzen, weil du nicht mehr hochkommst! Und du nennst das, was mir bevorsteht, einen schlimmen Tod?!" Trotz aller Angst, die Reita hatte, lachte er ihm höhnisch ins Gesicht, dass nur wenige Zentimeter von seinem entfernt war. Er wollte ihm damit beweisen, dass er keine Angst hatte, dass er immer noch stärker war als der Boss, trotz seiner aussichtslosen Lage... „Du hast dich wirklich nicht verändert... Schade... wirklich Schade...", murmelte das ,fette Schwein' und zog ihm mit seinem Stock, an dessen Ende ein silberner Knauf war, eins über, sodass Reita Sterne sah und Schwärze ihn bemächtigte. Zur Vorsicht, legte der Boss dem Blonden noch ein Tuch über die Augen, falls er frühzeitig wieder aufwachen sollte und zog sich vorerst zurück. Er wollte das Auto ja nicht beschmutzen und Blut ging so schwer raus...~ Reita gab nur einen dumpfen, erstickten Laut von sich. Dann sackte er in den Armen seines Erzfeindes zusammen und rührte sich nicht mehr. Blut floss aus einer Platzwunde auf seiner Stirn. Emotionslos blickte der Boss auf den Gefangenen hinunter, nachdem er sich auf seinen bequemen Sitz gesetzt hatte, und informierte den Riesen am Steuer mit einem Schnippen, das er losfahren solle. "Endlich kann ich mit meiner Rache beginnen...", murmelte er dunkel und lachte auf. Denn wenn er ehrlich war, hatte er sich schon von Klein auf jemanden gewünscht, den er bis zum Tod quälen konnte. Man hatte nur immer wieder Möglichkeiten gefunden, ihn aufzuhalten, indem man ihn für verrückt erklärte und wegsperrte. Unzugänglich für das Leben, das sich an der Oberfläche abspielte. Jetzt bekam er endlich seine wohlverdiente Rache! Seine Rache für alle die dunklen Jahre seines Lebens, auch Kindheit genannt... ~+~ Während der Oberarzt sich darum kümmerte, einen sicheren Ort für seinen stark psychisch belasteten Patienten Yuu Shiroyama zu finden, in der er nicht nur sicher vor anderen war, sondern auch vor sich selbst, hatten die Ärzte der Notaufnahme Sakito Edogawas wieder aufgerissene, stark blutende Wunde erneut genäht und ihn wieder auf sein Zimmer gebracht. Herrn Takeshima hatte man, so verloren wie er im Gang gestanden hatte und nicht wusste wohin mit sich, wieder auf sein Zimmer gebracht und versichert, das seinen Freunden geholfen werden würde. Das war das Einzige, was sie im Moment tun konnten. Beten und hoffen... Hoffen... das man Akira Suzuki wohlbehalten wiederfinden würde... ... dessen Entführer dafür bestrafen würde... Yuu Shiroyama wieder zu Verstand kommen würde und solange am Leben blieb... ... und das Leben wieder seinen gewohnten Gang nehmen würde. Würden sie je ihre wohlverdiente Ruhe finden können? ... je wieder in Ruhe schlafen können...? Glücklich miteinander...? ... in Frieden? ~+~ Reita stöhnte leise. Der Schlag hatte dem Blonden das Bewusstsein geraubt, doch nicht für sehr lange. Er konnte einiges einstecken und so kam er schon bald wieder zu sich und blinzelte das Blut weg, dass in seine Augen floss. Er spürte die Bewegung des Autos... Wohin brachte man ihn? Was war mit Aoi?? Er sehnte sich nach ihm, war er doch der einzige, der den Schwarzhaarigen beruhigen konnte... und nun war er so weit weg von ihm... Als der Boss die leichte Bewegung des schwachen Körpers auf dem Boden des Autoinnenraumes bemerkte, lachte er so sehr auf, dass das Essen, welches er gerade genüsslich gekaut hatte, zu Boden fiel und dicht neben dem Gesicht des Blonden zum Liegen kam, als wollte es sagen: Du bist nichts! Du bist weniger als Nichts! Du hast wie ich es nicht verdient zu leben! Natürlich machte es keinen Sinn, wenn man Essen sein Gehör schenkt, aber übermittelte es genau die Botschaft, die auch dem Boss auf der Zunge lag. Wertlos... eine Puppe in seinen Händen... "Was ist... Kleiner!? Hunger? Sehnsucht?!", fragte der Boss und lachte abermals laut auf. "Jetzt im Moment ist jemand auf dem Weg zu ihm. Nicht mehr lange und sein lebloser Körper wird neben dir liegen oder nein...! Noch besser. Du wirst ihn sterben sehen.", machte er Reita zum Angebot, wartete erst gar nicht auf seine Antwort und zückte sein Handy, um die Nummer des Auftragskillers einzugeben, den er beauftragt hatte, seinen ehemaligen Spielpartner bzw. Sklaven seiner dreckigen Gelüste Yuu Shiroyama umzulegen. "Bring ihn lebend zu mir...!", zischte er in sein für seine großen Hände viel zu kleines Handy, wartete auf das "Okay" dieser Spielfigur seines perfiden Spiels und legte wieder auf. //Was für eine geniale Idee.//, lobte er sich selbst. "Warts ab, bis wir da sind...", sagte er dann wieder an Reita gerichtet und rieb sich die fettigen Hände. "Hab 'ne Überraschung für dich..." Schauriges Gelächter, das selbst aus der Fahrerkabine dröhnte. Was Reita wohl da wieder erwartete? Dieser drehte sich gerade angewidert weg, erstarrte jedoch, als der Boss Aois Namen erwähnte... Dann bäumte er sich trotz der Fesseln auf und versuchte den Boss irgendwie zu treffen oder anzugreifen. Aoi!! Ihm durfte nichts geschehen! Auf keinen Fall! Aoi war sein... der Grund, warum er lebte... und viel zu früh war er von ihm fortgebracht worden. Er hatte nicht gegen den Tod gekämpft und ihn besiegt, nur um jetzt machtlos zusehen zu müssen, wie sein Geliebter starb... Das durfte nicht geschehen! Er würde Aoi beschützen! So wie er es ihm versprochen und geschworen hatte! Schmunzelnd griff der Boss nach seinem Stock und schlug ihn dem Wehrlosen auf den Rücken, auf das dieser wieder zu Boden ging. "Lass deinen Schmerz raus, Kleiner. Schrei, weine oder freu dich mit mir... Liebe ist so unnötig. Sie quält dich nur. Sie dich nur an, was er aus dir gemacht hat. Vergiss ihn, dann ist der Schmerz nicht so groß...", riet er ihm grinsend, mit dem Plan, ihn in innerliche Konflikte zu bringen. "Außerdem ist er schon viel zu verbraucht, um noch wirklich Spaß mit ihm haben zu können. Der würde doch für jeden die Beine breit machen.", meinte er mit einem fiesen Grinsen im Gesicht. Hin und Her gerissen zwischen den Gefühlen, ließ es sich gleich noch viel mehr leiden, wenn man dem Geliebten beim sterben zusehen durfte. Der Blonde würde außerdem noch viel geschockter sein, wenn er erst seine Überraschung sehen würde. "Und jetzt sei endlich still, oder du wirst noch mehr geknebelt! Noch ist es schmerzfrei, wie du da liegst und leidest...~ Wir sind gleich da..." Reita würde Aoi NIE vergessen und so sah er den Boss auch böse an. Er würde sich nicht unterkriegen lassen... Reitas Sehnsucht war sehr groß, aber er hatte früh gelernt, keine Gefühle zu zeigen... Er war stärker als der verdammte Boss... Viel stärker! Er würde alle beschützen... Aoi... Uruha... ja... vielleicht sogar Sakito... Leicht angepisst grummelte der Boss vor sich hin. Warum sagte der Blonde nichts?! So machte das doch keinen Spaß! "Das war's? Mehr nicht?! Willst du ihn nicht verteidigen?!", brüllte er ihn an und ließ das Fett unter seinem Kinn wabbeln, was er seit seiner Flucht aus dem Gefängnis noch zugefuttert hatte und dabei waren nicht mal Wochen vergangen! Da er noch immer keine Antwort erhielt, hob er den Stock zu seiner Rechten und schlug viermal auf den Rücken des Gefesselten ein. //Ich hasse es, wenn er mich ignoriert.//, dachte der Boss noch, als aus der Fahrerkabine die Stimme des riesigen und muskelbepackten Fahrers drang. "Boss, da vorne ist es!" Der Angesprochene wandte den Blick aus dem Fenster und als er das finstere Schloss erblickte, das ziemlich heruntergekommen aussah, zierte sein Gesicht ein bösartiges Grinsen. "Wahahahah!!", lachte er und schlug noch weitere viermal aus Freude auf Reita, aber dieses Mal auf die Beine. "Ja, ja Kleiner! Gleich... gleich ist es soweit...~" Reita krümmte sich bei den Schlägen zusammen. Er keuchte, aber das war auch das Einzige, was er an Lauten des Schmerzes von sich gab. Äußerlich. Innerlich aber, spürte er mehr und mehr, wie er langsam an seine Grenzen stieß... Seine Stärke war nur noch gespielt, sein Vertrauen und sein Selbstbewusstsein fingen an zu zerbrechen. Er wusste, dass der Boss dieses mal ein leichtes Spiel mit ihm haben würde, doch das wollte er nicht zulassen... Er war doch stark! Er konnte doch nicht aufgeben! Aoi brauchte ihn! Und er... er brauchte Aoi! Er wollte sich endlich ausruhen... seinen Kopf auf Aois Schoß legen und einschlafen... Endlich Frieden finden... Endlich... schwach sein dürfen... Die weiteren Schläge spürte er kaum noch, er war so müde... sehnte sich nach Ruhe... "Na wenigstens etwas!", knurrte der Boss weniger zufrieden als er sich gewünscht hatte. Schreie wären ihm lieber gewesen. Aber was regte er sich auf...? Hatte er doch das perfekte Mittel, um Reita weich zu bekommen und dann würde das Quälen umso mehr Spaß machen. Außerdem hatte er seinen berühmten Trumpf dabei. Einen alten Freund aus der Jugendzeit, der manchmal noch kranker drauf war als er und das sollte was heißen! Er wollte lieber daneben sitzen und sich an dem Leid dessen Opfer ergötzen, ehe er selbst eingriff. ~+~ Sakito erwachte, als es bereits dunkelte. Seine Schulter schmerzte, aber hatte er weitaus mehr Probleme zu bewerkstelligen. Eines stand gerade mit angesäuerter Miene mitten in seinem Zimmer bzw. dem Krankenzimmer. Der Oberarzt! Sakito blinzelte und rubbelte mit seiner frei bewegbaren Hand über seine Augen. "W-was ist denn los?", fragte er unsicher und versuchte Ordnung in seine wirren Gedanken zu bringen. "Was los ist?!", schnaubte der Arzt und atmete tief ein und aus. "Da sie nichts dafür können, werd' ich Heute mal davon abraten sie anzuschreien, aber ich muss ihnen sagen, das ich nichts für ihren Freund gefunden habe, der unsere Einrichtung zerstört hat! Und deswegen bleibt mir nichts Anderes übrig, als ihn in ein etwas weiter entferntes Gefängnis zu stecken. Das in Okohama.", erklärte der Mann und sah aus dem Fenster. "Es ist wohl der einzige Weg ihn sicherzustellen. Und glauben sie mir, ich habe in allen Krankenhäusern in näherer Umgebung nachgefragt. Nichts! Wollen sie, das ich mich weiter erkundige? In Kofu oder Nagano?" "Nein, schon gut. Ich werde mich darum kümmern.", meinte Sakito und verzog nachdenklich die Stirn. "Gut, ich werde in etwa einer Stunde wieder hier sein und wenn sie bis dahin nichts gefunden haben, dann tut es mir Leid um Herrn Shiroyama, aber hier kann er nicht bleiben. In eine Nervenklinik möchten sie ihn ja nicht verweisen." "Um Gottes Willen nein! Ich werde mich darum kümmern!", versprach Sakito etwas dringlicher und wünschte sich, der Arzt würde ihn endlich in Ruhe lassen. Er hatte vor ein paar Stunden oder Minuten(?) erst eine Operation gehabt(, zum zweiten Mal) und hatte nur eine Stunde Zeit, für Aoi etwas Passenderes zu finden als ein Gefängnis oder eine Nervenklinik. Bei den Gedanken an diese beiden Möglichkeiten verzog sich sein Gesicht zu einer Grimasse. //Nie im Leben schicke ich Aoi dorthin! Er mag mich vielleicht hassen, aber ich werde nicht aufhören, mich um ihn zu kümmern! Ich habe es anderen versprochen und mir zur Aufgabe gemacht und das werfe ich nicht so einfach über'n Haufen.// Zu seinem Glück verschwand der Arzt sehr schnell und Sakito griff mit zittrigen Fingern, war er doch noch sehr schläfrig von den Nachwirkungen der Narkose, nach seinem Handy, welches auf dem Nachttischen lag. Die Anzeige auf seinem Display verwirrte ihn. Drei Anrufe in Abwesenheit. Und wer ihn angerufen hatte, überraschte ihn noch viel mehr. Zweimal war es sein Chef, der ihn vielleicht auf die Dauer seiner Arbeit an einem Fall aufmerksam machen wollte und hatte ihn Hizumi angerufen. Was wollte Hizumi denn? "Natürlich!", fiel es ihm kurz darauf wieder ein und schlug sich die Hand gegen die Stirn. "Tatsuya Minamoto...", setzte er murmelnd hinzu und wählte Hizumis Nummer. "Hey Alter! Schön das du auch mal anrufst.", murrte Hizumi missgelaunt. "Tut mir Leid Hizumi, aber ich bin gerade erst aufgewacht, weil i-", wollte Sakito erklären, als der andere ihn unterbrach. "Heißt das, du hast gepennt?! Schöner Anwalt. Ich hab hier zufällig so'n beschissenen Mörder bei mir im Haus und du pennst dir einen!“ "Hör mir doch mal zu Hizumi!", bat ihn daraufhin Sakito und wartete darauf, das der andere sich wieder beruhigte. "Na dann schieß los..." "Ich hab gerade erst eine Operation hinter mir, weshalb ich nicht anrufen konnte. Zwei Männer sind hier im Krankenhaus eingebrochen und haben Reita entführt! Und dann wollten sie auf Uruha schießen und-" "Ich weiß nicht, von wem du redest, also komm auf'm Punkt!" //Mann ist der stinkig...//, dachte Sakito genervt und richtete sich versuchsweise auf. "Hör auf mich anzubrüllen Hizumi! Und tu nicht so, als wärst du das Opfer!", meinte dieses Mal der Anwalt mies gelaunt und verzog das Gesicht. "Ist ja gut..! Man was hast du'n für'n Problem Saki-chan?" Der Gemeinte murrte kurz auf, ehe er unbeirrt mit seiner Erklärung fort fuhr: „Jedenfalls haben die mich angeschossen. Uruha, das ist der, dessen Haus du beschützen solltest und dessen Tür du hoffentlich ersetzt hast und der ist auch ziemlich angeschlagen wegen der Sache. Doch mein größtes Problem ist es, in einer Stunde ein Krankenhaus zu finden, die Aoi, meinen zweiten Klienten, aufnehmen könnten! Er ist kurz davor sich das Leben zu nehmen und ich brauche eine Konstruktion, die ihn davon abhält und nein, ich möchte ihn nicht in eine Irrenanstalt stecken! Hast du vielleicht eine Idee?" "Mhm... schon, aber die wird dir auch nicht gefallen." "Schieß los Hizumi, mir bleibt nicht mehr viel Zeit." "Er könnte zu uns, wir haben solche Konstruktion und frag jetzt nicht, warum wir das haben, aber das wird dich was kosten Sakito! Und nur zur Erinnerung... Ich habe einen Mörder bei mir, der, denke ich, mit dem Jungen zu tun hatte..." "Mit Aoi?! Ach richtig... verdammt! Aber... Sonst fällt dir nichts ein?" "Mein Cousin vielleicht, aber Zero ist gerade in der Pubertät. Der ist Dauerrattig.... Lassen wir das! Sonst gibt es nichts. Überlegs dir gut. Uns fehlt der Platz, den beiden einzelne Zimmer zu geben." Nachdenklich knabberte Sakito auf seiner Unterlippe herum und dachte angestrengt nach. Aber auch ihm fiel nichts Besseres ein. "Habt ihr keine Trennwand oder so?" "Nee, die ist bei der letzten Spaßprügelei kaputt gegangen." Verwundert öffnete Sakito den Mund, schloss ihn aber wieder. //Muss man nicht verstehen.//, beschloss er und schüttelte mit dem Kopf. "Dann kauf ich eben eine Neue! Hauptsache die beiden sehen sich nicht! Und sie dürfen nicht miteinander reden!" "Lass den beschissenen Befehlston, Sakito! Du bist nicht mein Boss!" "Tut mir Leid... Aber geb' dir bitte Mühe, okay? Aoi musste schon genug leiden. Mehr kann er nicht ertragen." „Heißt das nun, das du das Angebot annimmst?" "Ja, aber ich kann hier nicht so einfach weg. Jemand muss ihn holen kommen." "Na klasse... Und wann?" "Ich werde versuchen, mich zum Eingang zu schleichen. Schick bitte so früh wie möglich einen... oder lieber zwei!" Hizumi seufzte genervt auf, was Sakito zum Schlucken brachte. Wenn Hizumi die Nerven voll hatte, dann würde alles zerstört sein, was sich Sakito aufgebaut hatte! Der Mörder wäre weg oder sogar Tod und Aoi müsste in eine Nervenklinik. Hizumi war seine einzige Stütze, die er noch hatte! "Ich schicke welche los. Ich kann dir allerdings nichts versprechen!", merkte Hizumi an und legte auf. Mit klopfendem Herzen ließ Sakito das Handy sinken und stieß einen erschrockenen Laut aus, als die Tür plötzlich aufging. Eine Schwester kam mit einem Tablett in das Zimmer und stellte es mit einem aufmunternden Lächeln auf Sakitos Nachtisch ab. "So es gibt Essen, Herr Edokawa. Möchten sie gefüttert werden oder schaffen sie das alleine?", fragte sie und der Anwalt hob die Brauen. "Danke, das schaffe ich noch alleine. Würden sie mich bitte alleine lassen?", fragte er höflich. "Na dann... Ich bin schon weg!", meinte die Ärztin etwas gekränkt und wackelte aus dem Zimmer. Sakito verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf. //So unbekümmert möchte ich auch wieder sein können, aber das... wird wohl in nächster Zeit nicht gehen.// Dann riss Sakito die Nadeln aus seinem rechten Arm und versuchte erneut aufzustehen und dieses Mal gelang es! Wenn auch nur mit größter Anstrengend. Warum war er eigentlich so furchtbar müde...? Lag das immer noch an der Narkose oder war etwas in den Spritzen drin gewesen, was ihn so ,lähmte'? Die Ärzte wussten wohl inzwischen, das Sakito nicht viel Wert auf seine Gesundheit legte und hatten daraus gelernt - sehr zum Leidwesen Sakitos. Dieser stolperte gerade zu seiner Tür, riss sie auf und versuchte so schnell und leise wie möglich zum Krankenhauseingang zu gelangen. Als er endlich nach gefühlten Stunden und lang andauernden Fahrstuhlwartereien dort ankam, musste er überrascht feststellen, das sich zwei düster aussehende Gestalten vor dem Eingang befanden. Erleichtert atmete er auf, als er Hizumi erblickte, blieb kurz an der Wand gelehnt stehen, um Kraft zu schöpfen, bevor er weiter stolperte. "H-Hizumi!", rief er erleichtert und wäre diesem beinahe um den Hals gefallen, wenn dieser ihm nicht die ausgestreckte Hand entgegengehalten hätte. "Also wo ist er?" "O-oh klar... 'türlich...", murmelte er ein wenig enttäuscht, besah sich kurz die andere Gestalt, die ihre Hände tief in den Taschen vergraben hatte und eine große Sonnenbrille auf hatte, genauso wie Hizumi, bevor er sich umdrehte und zurück zum Krankenhaus stolperte. "Wurdest du ins Bein geschossen, oder warum läufst du so beknackt?", fragte Hizumi und wieder wurde Sakito das Gefühl nicht los, als wäre der andere mehr als nur schlecht gelaunt. Sollte er nachfragen? //Lieber nicht. Sonst ist er noch schlechter drauf. Neugierde kann er nicht leiden.//, fiel Sakito ein und lief weiter, ohne umzudrehen. "Die Ärzte haben mir irgendein Schlafmittel verabreicht und bin froh, meine Augen wenigstens noch offen halten zu können." Hizumi schwieg dazu und folgte dem Anwalt im weißen Kittel ins Krankenhaus, nachdem er seine Hände in seine Taschen gleiten ließ. Schweigend verging die Fahrt in den dritten Stock. Erst kurz bevor Sakito aussteigen wollte, wurde er zurückgezogen. Ganz nah war ihm Hizumi plötzlich gekommen. "Sieh nach, ob jemand da ist. Ich möchte nicht gesehen werden. Die Kameras haben wir für eine Weile lahm legen können.", flüsterte er und sah kurz über dem Rand der Brille hinweg zu Sakito, der bei den gefärbten Kontaktlinsen in Form von Schlangenaugen, irgendwie ziemlich gruselig aussah. "Klar...", hauchte er und wurde Sekunden später losgelassen, nur um zu schauen, ob der Gang frei war. Er fragte lieber nicht, wie Hizumi das mit den Kameras geschafft hatte. Hauptsache war doch, das er Aoi hier endlich heraus bekam! Dann wies er die beiden Gestalten dazu an, ihm zu folgen. Was sie hier taten sah verdammt verboten aus! Lag wahrscheinlich an dem Auftritt der zwei, aber auch das, was sie vorhatten, war kriminell. Um sich Erklärungen zu sparen, die Sakito hätte eh nicht geben können, würden sie Aoi ohne Wissen des Oberarztes von hier wegbringen. Hoffentlich machten die Ärzte gerade eine Pause! Stumm vor sich her betend schritt Sakito weiter und weiter, bis er den Gang erkannte, der ihn zu Aoi führen würde. Zumindest wenn er dort war, wo er ihn schon einmal in einem schlimmen Zustand vorgefunden hatte. Immer wieder vergewisserte er sich durch Blicke über seine Schulter, ob der seltsame Trupp noch hinter ihm war und war erleichtert, das Hizumi keinen Rückzieher machte. Als sie endlich vor der Kabine waren, in dem immer jemand saß, um den, der dort eingesperrt war, zu beobachten, musste Sakito erkennen, das es auch dieses Mal der Fall war und seufzte auf. "Versteckt euch, wenn ihr nicht gesehen wollt. Ich versuche den dort drin irgendwie dort wegzubekomen.", sagte Sakito und wollte gerade zur Tür gehen, als ihn Hizumi eine Hand auf die Schulter legte und mit einem ernsten Blick mit dem Kopf schüttelte. Fragend hob der Brünette die Brauen und wollte protestieren, als Hizumis Begleitperson die Tür eintrat und darin verschwand. "A-aber-", wollte er ansetzen, wurde aber durch einen Finger auf den Lippen unterbrochen. Dann hielt ihm Hizumi mit einem Grinsen auf den Lippen die Tür auf, die nur noch schief in den Angeln hing und wies ihn an, den anderen zu folgen. Eingeschüchtert tat dieser, wozu er stumm gebeten wurde und schnappte erschrocken nach Luft, als er sah, das der Kopf des Arztes, der Aoi beobachtet hatte, auf dessen Brust lag und die Augen geschlossen hatte. "Was habt ihr getan?!", fragte er mit ängstlich aufgerissen Augen und zuckte zusammen, als hinter ihm die Tür wieder eingehangen wurde. "Ihn nur bewusstlos gemacht. Der wird in etwa drei Stunden wieder wach. Keine Sorge.", beruhigte Hizumi den anderen und wandte sich dem Häufchen Elend zu, der sich in einer Zwangsjacke befand und anscheinend bewusstlos war. Vor ihm auf dem Tisch lag eine Spritze, dessen Inhalt halb leer war. //Wahrscheinlich ein Schlafmittel.//, dachte er, nahm sich den Schlüssel, der nicht unweit von der Spritze entfernt lag und machte sich daran, die Tür zu öffnen. Als er dies geschafft hatte, wies er seinen Begleiter an vorzugehen und folgte ihnen dann, während Sakito die Tür offen halten sollte. "Und wag es nicht, mir eine Falle zu stellen, Sakito. Sonst ist dein Freund hier Tod.", warnte ihn Hizumi, bevor er ganz den Raum betrat, um sich erstmal sein Lamm anzuschauen, welches er die nächsten Tage hüten sollte. "Nein, werd' ich schon nicht...", murmelte Sakito noch und wischte sich über die Stirn. //Dafür hab ich wohl zu viel Angst. Hizumi ist ganz schön gruselig geworden. Vielleicht hab ich früher dem Falschen zu Freiheit verholfen...?//, fragte sich der Anwalt und lehnte sich an die Wand, mit dem Fuß zwischen Tür und Rahmen. Sein sorgenvoller Blick galt allerdings dem Geschehen hinter der Glaswand. Von hier konnte er nur schwer verstehen, was die zwei dort drinnen redeten. "Ziemlich Lecker oder...?", fragte der Unbekannte und leckte sich über die Lippen. "Halt dich ja zurück, Kru.", warnte Hizumi und strich Aoi eine Strähne aus dem Gesicht, um es besser betrachten zu können. "Wir... müssen gehen...", setzte er dann hinzu, klebte noch eine Weile mit dem Blick auf den Schwarzhaarigen, ehe er sich gegen den Erwartungen seines Begleiters selbst dazu entschloss, Aoi zu tragen. "Hizumi, alles-?" "Shht... Ich will nix hören!", warnte dieser und lief zur Tür, um sie sich von seinem Begleiter öffnen zu lassen. Dort stand Sakito und sah besorgt auf Aoi hinunter. "Also Trennwand, oder reicht es, wenn wir beiden die Augen verbinden und ihn die Mäuler stopfen?", fragte Hizumi und hatte wenig später Geldscheine in seiner Tasche stecken, welche Sakito aus seinem Portemonnaie, welches er vor seinem Aufbruch mitgenommen hatte, gezogen hatte. "Trennwand bitte. Lasst Aoi weitgehend Freiraum, nur soll er sich nicht verletzen können. Und zieht ihm bitte die Zwangsjacke aus! Dem Mörder könnt ihr die Augen verbinden und ihm etwas in den Mund stopfen, damit er nicht redet. Wenn wir Reita haben, wird sich hoffentlich alles zum Guten Wenden und dann nehme ich euch auch die Beiden ab. Dann bekommt ihr eure Belohnung." "Die wird nicht klein ausfallen, Sakito..." "Wenn es sich auf Geld bezieht, werde ich zahlen! Sollte es etwas anderes sein, werden wir sehen, inwiefern ich euch helfen kann." "Okay, wir bleiben im Kontakt.", meinte Hizumi noch abschließend, nickte Sakito zu, ehe er durch die Tür ging, die im aufgehalten wurde und verschwand dann aus den Augen des Anwalts. Dieser atmete erleichtert auf und hätte sich am liebsten an Ort und Stelle hingelegt, wenn er sich dadurch nicht verraten hätte. Also auf zurück ins Zimmer. Zu seinem Glück liefen noch immer keine Ärzte in den Gängen herum, was wohl daran lag, das diese Pausen hatten oder bereits Schlafenszeit war? Irgendwie fehlte Sakito jegliches Zeitgefühl. Schnell war er auf seinem Zimmer und legte sich dort zurück in sein Bett. Damit nicht auffiel, das er aufgestanden war, verstaute er sein Portemonnaie in der unteren Schublade seines Nachtschranken, nahm sein Handy und legte sich so hin, als ob er vor Erschöpfung mit seinem Handy in der Hand eingeschlafen wäre. Das letzte Puzzleteil, welches noch fehlte, waren die Spritzen in seinem Arm. Allerdings fehlte Sakito dazu die nötige Kraft und der benötigte Willen, weswegen er so, wie er gerade lag, einschlief und sein verdientes Schlummerchen hielt. Hoffentlich würde es Aoi bei Hizumi gut ergehen... ~+~ Als der Wagen zum Stehen kam, trat der Boss Reita in die Seite, damit er an ihm vorbei an die Freiheit konnte. "Herrlich! Mein alter Spielplatz...", schwärmte der Boss, breitete die Arme aus und drehte sich verzückt im Kreis. "Der Folterspielplatz...", setzte er, nachdem er aufgehört hatte sich zu drehen, hinzu und sah dabei mit einem irre zufriedenen Blick zu dem Schloss hinauf. "Wenn ich daran zurückdenke, wie wir an unseren Opfern experimentiert haben..." Ein wohlige Gänsehaut schlich über seinen Rücken und ein irres Lachen dröhnte aus seinem Mund hervor. "Und niemand wird dich hier finden, Kleiner.", lachte er weiter und ging voraus, während der breitschultrige und hühnenhafter Fahrer Reita mit Leichtigkeit aus dem Auto hievte und ihn sich über die Schulter legte, um dem Boss zu folgen. Reita stolperte aus dem Auto und hatte kaum genug zeit, sich einen Überblick über die Gegend zu verschaffen... Er seufzte. Wahrscheinlich hatte der Boss recht... Niemand würde ihn hier finden... Niemand... Wie sollten sie auch ausgerechnet auf diesen Ort kommen? Es sei denn... man könnte dieses Schloss mit diesem kranken Arschloch in Verbindung bringen... Dann... hatte er eine Chance... Eine winzige Chance... Er streifte unbemerkt seinen Ring ab und ließ ihn zu Boden fallen. An dem Ring klebte sein Blut... und sein Name war eingraviert... Hoffentlich würde Jemand den Schmuck finden und nach ihm suchen... "Was tust du da?!", brüllte ihn der Hühne an, als er die Bewegung des Blonden gespürt hatte und drehte den Kopf. "Boss, der Kerl hat's gesehen!", meinte er alarmiert, als er die verrutschte Augenbinde sah, doch der Boss drehte sich nur grinsend zu ihnen um und zuckte mit den Schulter. "Hilft ihm auch nicht weiter. Dann sieht er wenigstens, wie Aushilfslos seine Lage ist." Dann lachte er wieder und der Hühne folgte ihn grinsend. Reita erschrak fast zu Tode. Er hatte schreckliche Angst gehabt, dass der Typ seinen Trick mit dem Ring durchschaut hatte... Doch in einem hatte er Recht... Seine Lage war aussichtslos... Würde er Aoi jemals wieder sehen? Er dachte an ihn... pausenlos... Was würde Aoi tun, wenn er tatsächlich sterben sollte...? Wie würde er reagieren? "Irgendein krummes Ding Kleiner und ich werd' dich eigenhändig umbringen und schmerzlos wird das ganz gewiss nicht!", drohte der Hühne den noch immer gefesselten Blonden und schritt voran. Er hatte den blutverschmierten Ring nicht gemerkt, der hinter ihm auf dem Boden gefallen und schließlich etwas weiter entfernt in eine Art Graben gesprungen war. War die letzte Hoffnung nun auch zerstört? "Los, schneller!", kam es von vorne und sofort bemühte sich der muskelbepackte Riese dem dickleibigen Boss hinterher zu stampfen. Dem Schloss immer näher kommend, hinter welchem gerade der Mond aufging. "Das... das traust du dich eh nicht...", knurrte Reita, doch er verstummte, als er sah, wo der Ring hinrollte... Er war verloren... Eine stumme Träne rollte aus seinen Augen und fiel zu Boden, wo sie sofort versickerte, eine weitere folgte... Reita war es richtig schlecht... Er hatte Angst, er wollte nicht sterben! Und er wusste nun, zu was der Boss fähig war... und jetzt... jetzt war er richtig wütend! "Werd' nicht frech!", brüllte der Hühne und knurrte angriffslustig. "Warts ab bis wir drin sind. Dann wirst du meine Fäuste spüren...!", brummte der Größere und endlich gelangten sie an die riesen Eingangspforte. Der Boss presste sein wülstige Hand auf einen uralt erscheinenden Knopf, der sich erst nach mehreren Versuchen in seiner rostigen Halterung eindrücken ließ. Leise hörte man im Schloss eine Glocke ertönen und hoch oben auf dem Dach schreckte ein Schwarm Fledermäuse auf und ließ sie davon fliegen. Ein Knarzen ließ den Boss samt Gefolge zu einem Seiteneingang herumwirbeln, der sich geöffnet hatte und einer verhüllten Gestalt platz machte, die sie heran winkte. "Willkommen daheim... So tretet doch ein... Es ist alles vorbereitet...", hauchte der knochige Mann mit rauchiger Stimme und verschwand wieder im Inneren des Schlosses. "Na dann. Kleiner, deine letzten Stunden haben geschlagen...", meinte der Boss mit einem schaurigen Grinsen und folgte der verhüllten Gestalt in das Schloss. Auch der Hühne schaffte es mit Ach und Krach gerade so durch die Öffnung, indem er Reita von seiner Schulter genommen hatte und ihn zuerst durch die Tür hat stolpern lassen. Fesseln verhinderten Reitas sicheres Auftreten. "Seh dich ruhig um... Das ist das Letzte, was du in deinem Leben sehen wirst.", grummelte der Mann, drehte den Blonden zu sich und schlug grinsend mit der Faust in seine Magenkuhle. "Muck hier nicht auf, klar?! Wir haben hier das Sagen!", brüllte er ihm mit zusammengezogenen Augenbrauen zu. "Hey, jetzt komm endlich und bring meinen Gefangenen mit! Verprügeln kannst du ihn später immer noch!", meinte der Boss mit gelangweilter Stimme und winkte ihm genervt zu, ihm zu folgen. "Nochmal Glück gehabt...", grummelte der Hühne noch, eher er sich wieder Reita über die Schulter legte und dem Boss folgte. Reita taumelte nach vorne, als er einen Stoß bekam... Für einen kurzen Moment dachte er an Flucht, doch die Fesseln belehrten ihn eines besseren. Damit würde er nicht weit kommen... Es schien tatsächlich so zu sein, das Letzte, was er je sehen würde... Der Schlag in seinen Magen riss ihn aus seinen Gedanken und raubte ihm die Luft. Keuchend krümmte er sich zusammen, und wäre zusammengebrochen, hätte dieser Riese ihn nicht wieder auf die Schulter geworfen und weiter getragen... einem ungewissen Schicksal entgegen... ~+~ Hizumi brachte Aoi nun in den Raum neben dem Mörder. Er hatte seine Leute angewiesen, dafür zu sorgen, dass dieser keinen Ton von sich geben konnte und auch dessen Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt war. Hizumi beugte sich über Aoi, der immer noch bewusstlos war und begann, ihm die Zwangsjacke auszuziehen. Er war alleine mit ihm und niemand hinderte ihn daran, den schmalen Jungen genauer zu betrachten... Nachdenklich strich er Aoi eine Strähne aus der Stirn.. Er war schön... trotz aller Qualen und Schmerzen, die er erleiden musste, war dieser Junge schön... Und ein wenig sah er sich selbst in Aoi. Er war einfach fasziniert von dem Schwarzhaarigen und er würde nicht zulassen, dass jemand anderes ihn berührte... +~+ Genervt tigerte Kru vor dem Raum mit den Gefangenen auf und ab. Wurde er doch von Hizumi gebeten, draußen zu warten. Doch dieses Nichtstun regte ihn furchtbar auf. Schon seit Tagen, vielleicht sogar Wochen, in dem ihr Anführer diesem Anwalt half und somit Gutes tat, war kaum noch etwas, wie es vorher war. Noch dazu taten sie eigentlich nur Dinge, die ihnen nützten, aber was nützte es ihnen, den Mörder einer ihrer Brüder lebend zu bewachen. Nicht mal ein wenig zuschlagen oder verletzen durften sie ihn, obwohl sie sich geschworen hatten, ihren Bruder zu rächen. Hizumi jedoch, hatte ausdrücklich verlangt, ihn in Ruhe zu lassen. Nicht weil er genug für seine Tat büßen musste, das wäre der grausamste Tod gewesen, die sie ihm hätten schenken können, sondern weil so ein daher gelaufener Anzugträger ihren Chef bestoch. Wie wussten sie nicht, aber war es für sie unerklärlich, das ihr Anführer, dessen grausame Taten in ihrer Welt sehr wohl bekannt waren, einem Fremden half und dabei seine Brüder mit einbezog. Seit Tagen haben sie schon keine Revierkämpfe ausgetragen und Schlachten geführt. Die Meute war angespannt, schlugen auf ihre Brüder ein, weil sie gereizt und unausgelastet waren. Es blieb zum Glück nur bei Verletzungen, aber dennoch konnte es so nicht weiter gehen! Wohin mit ihrer Energie, wenn nicht in Kämpfen? "Hizumi?!", rief er genervt und ballte die Fäuste. Er wartete. Wartete darauf, das der andere die Tür öffnete, hinter der er sich mit seinem neuesten Fang befand. Bei dem Gedanken an Aoi verdrehte er die Augen und schnaubte erbost auf. Kannte er seinen Anführer und Freund doch und die Blicke, die er Aoi geschenkt hatte, waren ihm nicht entgangen. //Wag es dir, dich jetzt mit ihm zu vergnügen...//, dachte er und spürte die angestaute Wut in sich aufsteigen. Auch er brauchte einen guten Kampf, indem er all seine überschüssige Energie verausgaben konnte. Es dauerte 10 Minuten, dann öffnete Hizumi die Tür und trat nach draußen, schenkte Kru einen warnenden Blick, der sagen sollte "Treib es nicht so weit und reiz mich nicht!" Dann war er wieder ganz ihr Boss und Freund. "Denk nicht, dass ich nicht merke, dass ihr wie kampflustige Hunde im Haus herum schleicht und euch gegenseitig zerfetzt." Er lächelte. Kru blieb neugierig stehen, als die Tür aufging, hinter der Hizumi so lange verschwunden war. Auch versuchte er einen Blick hinein zu erhaschen, doch begegnete er Hizumis Blick und seufzte innerlich. Als sein Boss ihm von seinen Beobachtungen mitteilte, faltete Kru seine Hände in seinem Schoß und grinste irre, hielt den Blick aber gesenkt. Dann trommelte der Schwarzhaarige im Wohnzimmer alle zusammen. "Ich hab einen Auftrag für euch. Heute Nacht findet im Shikawa-Viertel ein Treffen zwischen zwei Drogenbossen statt. Dabei werden Drogen im Wert von mehreren tausend Dollar übergeben. Ihr sollt euch dazwischen drängen. Beschafft diese Drogen, schaltet die Leibwächter aus, doch jagt den beiden Bossen nur etwas Angst ein. Und lasst euch bloß nicht erwischen! Keine Spur soll zu uns zurückführen! Noch Fragen? Wenn nicht, dann gehen wir raus und schnappen sie uns, Männer!" Kru grinste noch breiter, als Hizumi alle zu einer Versammlung zusammentrommelte, denn das hieß immer Gutes. Freudig streifte er durch die Masse und schimpfte die zurecht, die Hizumi bei seiner Ansprache durch aufgeregtes Getuschel unterbrechen könnten. Nebenbei lauschte er den Worten ihres Anführers und jubelte schließlich am lautesten, als der Auftrag bekannt gegeben wurde und wollte genauso losstürmen, wie alle anderen, als ihm eine Frage in den Sinn kam, welche ihn zu Hizumi führte. "Was ist mit den Gefangenen, Hizumi?! Wer passt auf sie auf?", fragte er und rieb sich die Hände. Mordlust hatte ihn gepackt. Schließlich ruhte in der Zelle nicht nur ihr neuer Gefangener, sondern auch der Mörder seines ehemals besten Freundes, bevor er hierher kam, um ihn zu finden und sich zu rächen. Er wollte nicht noch länger warten! Hizumi beobachtete Kru und grinste, als er seinen Freund so aufgeregt sah. So kannte und mochte er ihn und er genoss es, von Kru so respektiert zu werden, überhaupt von allen... Kru war ein wenig verrückt, aber das waren sie alle, sonst hätten sie gar nicht die Kraft, das alles durchzustehen. Hizumi zog ein Messer aus seiner Tasche und schnitt sich damit probeweise über den Finger, betrachtete interessiert das Blut und leckte die Messerklinge sauber. Dann sah er, dass Kru vor ihm stand und ihm eine Frage gestellt hatte. "Mach dir keine Sorgen um sie. Die Neuen werden sie bewachen... Hmm... vielleicht solltest du ihnen nochmal klar machen, dass Aoi tabu ist. Ihm darf nichts passieren, sag ihnen das. Na los." Er grinste und gab Kru einen Klaps. Interessiert beobachtete der Brünette die Blutfäden an Hizumis Fingern und leckte sich bei dem Anblick über die Lippen. Dann antwortete ihm Hizumi. "Die Grünschnäbel?!", regte er sich sofort auf und verzog das Gesicht. "Was ist mit dem... Verräter?!", setzte er fragend hinzu und spuckte auf den Boden. Krus linkes Augenlid zuckte. Als er seinen Befehl bekam, grummelte er einverstanden und bewegte seine langen Finger, die mit Ringen besetzt waren, die mit lange Krallen besetzt waren, vor Aufregung. Hizumi seufzte theatralisch auf. "Auch der ist tabu, Sakito braucht ihn wohl, aber nicht als winselndes Weichei... Also dürfen wir ihm nichts tun.", sagte er ernst. Mit diesen Worten ging er an Kru vorbei und raunte ihm dann ins Ohr. "Nur ein wenig reizen.", er zwinkerte Kru zu und klatschte dann in die Hände. "Auf gehts, Männer!" "Verdammt...", grummelte der andere unzufrieden und ballte die Hände zu Fäusten. Er senkte wieder den Kopf, als Hizumi an ihm vorbeigehen wollte, schließlich hielt er viel von ihm als Boss und auch als Freund und so angenehm dürfte sein Anblick nicht gerade sein, weshalb er sich dies angewöhnt hatte, als er die geraunten Worte hörte und er vor Freude loslachte, was sich für Nichtwissende anhören mochte wie ein schauriges Lachen, welche sich auch sogleich aus dem Staub machten. "Ich komm dann nach...", meinte er noch zu Hizumi, ehe er Richtung Gefangenenraum lief. Als er von weitem die Neuen ausmachte, machte er sich, so gut es eben ging, in der Dunkelheit unsichtbar und schlich sich von hinten an einen eher mickrig Aussehenden heran, um ihn von hinten anzuspringen. Wie erwartet schrie der noch recht junge Mann auf und strauchelte nach vorne und wenn Kru nicht von seinem Rücken gesprungen wäre, um ihn am Kragen zurückzuziehen, wäre er wohl auf die dreckigen Steine gefallen. "Wenn ich ein Eindringling wär, dann wärst du jetzt Tod... Du musst besser aufpassen Junge...", raunte er und sah den Unerfahrenden strafend an, welcher unter Krus Blick noch kleiner zu werden schien. "J-j-ja S-Sir!", stammelte er und Kru hob eine Augenbraue. "Lass diesen Scheiß! Mein Name ist Kru. Merk dir das! Und jetzt passt gefälligst auf die Tür auf! Wenn ihr von dort drin Schreie hören solltet, kommt nicht rein, solange ich drin bin, klar?!" "J-ja!" "Geht doch...", murmelte Kru noch, ehe er den Zweitschlüssel für die Tür aus seiner Hosentasche zog und in dem dunklen Raum verschwand. Hinter sich schloss er die Tür vorsichtshalber ab, falls die Grünschnäbel es doch wagen sollten, ihn zu stören und ließ seinen Blick dann durch den Raum wandern. Sein Blick bleib an Hizumis Juwel hingen, der noch immer Bewusstlos schien. //Ein wenig näher kann ich ihn doch wenigstens betrachten, oder?!//, fragte er sich und trat auf Aoi zu. //Der sieht mehr als fertig aus. Wäre bestimmt etwas für die Bande...//, meinte er zu sich selbst, wandte sich dann von dem Schwarzhaarigen ab und erkundete den Raum. Als er den Mörder seines Freundes erblickte, spürte er die blanke Wut in ihm aufkeimen und er hatte Mühe, sie im Zaum zu halten, als er noch näher an den gefesselten und blinden Mann trat. Mit seiner krallenbesetzten Hand, kratzte er leicht über die rechte Wange des Mannes, wegen dem so viele leiden mussten und grinste höhnisch, als der Kerl vor Überraschung zusammenzuckte. "Angst...~?", fragte er mit schauriger Stimme an seinem Ohr und ließ seine Hand nun über den Hals des Mörders gleiten, der wieder vor Angst aufzuckte. "So gern würd' ich dich zwischen meinen Fingern zerquetschen... wenn... ich doch nur dürfte...", grollte er und ließ ein wenig Hoffnung in seiner Stimme mitschwingen. Ein klägliches Wimmern war die Antwort. Enttäuscht fuhr ihn Kru an: "Wie erbärmlich du bist! Wenn du dich jetzt sehen könntest! Du lebst nur noch, weil du vor Gericht verurteilt werden sollst und wenn das getan ist, werde ich dich holen und du wirst mich auf Knien anbetteln, dich am Leben zu lassen! Soviel Leid... hast du verursacht, du winzig kleine Schachfigur in diesem erbärmlichen Leben!", brüllte er ihm hasserfüllt zu und schwang überrascht herum, als die Tür mit einem plötzlichen Knall aus den Angeln gerissen wurde. "Was wird das?! Bist du Lebensmüde?!!!", fragte er den Eindringling mehr als gereizt, denn er ahnte ja nicht, das dieser Jemand nicht zu ihnen gehörte. "Ihr Neuen, seid so erbärmlich du-", wollte er sagen, als der junge Mann, der er vor nicht allzu langer Zeit von hinten angesprungen hatte, in der Tür erschien, etwas sagen wollte, aber kurz vorher röchelnd im Türrahmen zusammenbrach. Sofort erklangen die Alarmglocken in Kru und schnell nahm er seine Shukōs hervor und zog sie sich zusätzlich zu seinen Krallenringen über, um dann gleich darauf noch nach seinen beiden Messer zu greifen. "Was willst du hier?!", fragte er mit gefährlicher Stimme und bemerkte den Blick, den der größere und kräftigere Mann in Schwarz kurz auf Hizumis Juwel warf. //Dieser...!!// "Du fässt ihn nicht an, hast du kapiert?!!", brüllte er und rannte auf ihn los. Und damit begann ein Kampf auf Leben und Tod... ~+~ Kaum hatte der Hühne ein paar Schritte durch den dunklen und recht engen Gang gemacht, wurde er vom Boss aufgehalten. "Lass ihn wieder runter!", befahl dieser ihm und nickend kam er der Aufforderung nach. "Er kann auch auf eigenen Beinen stehen...", fügte der Boss fies grinsend hinzu und reichte dem Größeren eine Art Leine. "Mach ihm das Halsband um und führ ihn an dieser Leine mir nach." Um Reita zu erniedrigen, fiel dem Boss auch immer wieder Neues ein. "Er soll meine Überraschung sehen. Gleich... ich will nicht länger warten." Dann an Reita gerichtet. "Na Hündchen? Wie fühlst du dich? Gedemütigt...? Befriedigt...? Gleich wirst du nur noch Schmerz spüren..." Und damit wandte sich der Boss wieder ab und verließ den Flur durch eine Tür in eine scheinbar größere Halle. Der Hühne tat, was sein Boss ihm aufgetragen hat und kaum hatte er die Leine an dem Halsband befestigt, zog er so kräftig daran, das der Blonde hilflos in seine Arme fiel. Lachen. Dann spuckte der Größere dem Hilflosen vor die Füße, drehte sich gut gelaunt um und zog Reita hinter sich her. Hastige Schritte, dann wurde ihm die Leine beinahe aus der Hand gerissen, als der Blonde fiel und zu Boden ging. Doch dieses Mal drehte sich der Hühne nicht um, sondern zog den anderen hinter sich her. "Den Toten spielt Hündchen wohl gern, hm...?", fragte er grinsend und folgte dem Boss, welcher sich auf einer eingezäunten Plattform befand, welche eine Fahrstuhl-Konstruktion glich und die drei ein paar Stockwerke tiefer bringen sollte. Was man an dem Schloss zuvor nicht hatte sehen können, war nämlich, dass das Schloss auf einer Klippe gebaut war und ein paar Meter über dem Wasser befand sich eine Höhle, die direkt in die schaurigen Weiten des Gesteins führte und dort viele grauenvolle Geheimnisse barg. Und diesen Weg nahmen die drei Besucher dieses Höllenhauses. Reita zuckte überrascht zurück, doch er hatte keine Chance... Das Halsband schnürte ihm die Luft ab und röchelnd stolperte der Blonde hinterher, Schritt für Schritt, doch das atmen fiel ihm immer schwerer... Nach Luft ringend stürzte er zu Boden, sah schon schwarze Schatten vor seinen Augen. Dann... Ein unbarmherziger Ruck und er wurde weiter gezogen, völlig wehr- und hilflos.. "Warum.. bringt ihr mich... nicht gleich... um...?", flüsterte der völlig erschöpfte Blonde. "Weil das keinen Spaß macht, dummer Hund!", bellte der Hühne und ging unberührt weiter, selbst als er den Laut eines fallenden, schweren Körpers vernahm. Nach gefühlten Stunden erlangten sie schließlich einen großen, weiten Raum. Doch bevor sie ihn vollständig betraten, drehte sich der Hühne zu dem Blonden um, half ihm auf die Beine und führte ihn zum Eingang des Kellergewölbes. Dann zerschnitt er seine Fußfesseln und ersetzte sie durch Fußfesseln, damit er nicht völlig frei, aber zumindest besser laufen könnte, dann nahm er ihm noch die Augenbinde ab und schubste ihn in den riesigen und finsteren Raum hinein, der voller Gerätschaften hing, die Reita an seine Foltern erinnern sollten. Puppen oder sogar Menschen hingen an langen Stahlketten von der Decke und hatten alle die Gesichter einer einzigen Person: Aoi... Der Boss wusste nur zu genau, was dem Blonden am Herzen lag und deshalb habe er bestimmte Vorkehrungen getroffen, die in physisch zerstören sollten. Er habe veranlasst, junge, schwarzhaarige Männer umbringen zu lassen und ihnen Aois Gesicht, aus Gelatine gegossenen, auf deren Gesicht zu nähen. Ein bisschen Schminke drauf und schon wirkten sie, als ob leibhaftig Aoi hier überall in diesem riesigen Kellergewölbe hängen würde, mehr tod als lebendig. Leere Augen schienen alle auf Reita herabzublicken und ihn mit ihrer Kälte aufdolchen zu wollen. Doch nicht nur unbekannte Schwarzhaarige hatten frühen Tod gefunden, nein auch Personen aus längst vergangenen Zeiten. Doch das war noch längst nicht alles... Der Boss hatte es sich in einer Art Thronsessel niedergelassen und blickte über das Geschehen, sah genug tuend in Reitas gequältes Gesicht, während der Hühne ihn immer noch weiter durch den Raum schubste. "Jetzt wirst du meine große Überraschung sehen!", rief der Boss vergnügt und sah ganz gespannt durch ein Fernrohr vom Rande des Raumes zu, wie Reitas Augen sich entsetzt weiteten, als er alte Bekannte von ihm an der Wand aufgehängt hängen sah. Kein Laut kam aus deren entsetzt aufgerissenen Mündern. Der Boss lachte auf. "Anscheinend hatten meine Leute viel Spaß mit ihnen." Reita stolperte in diese grausame Höhle und starrte fassungslos auf die Körper an den Wänden... "Aoi..." krächzte er und es war, als würde ihm der Boden unter den Füßen weggerissen werden. Keuchend sank er auf die Knie und hatte Mühe, sich nicht zu übergeben, so grausam war, was er sehen musste... Doch das sollte nicht das Ende der Qualen sein... Langsam wandte er seinen Kopf und erstarrte... Die Menschen..., die da hingen... Er kannte sie alle... seine alte Gang... Alle waren sie da! Und sie waren alle... tot... grausam gefoltert und hingerichtet worden... Reita wurde schwarz vor Augen... Er war verantwortlich für ihren Tod, war verantwortlich dafür, weil er sie gekannt hatte... ,weil es einst seine Freunde gewesen waren, die ihn aufgenommen hatten, als er keinen Lebensmut mehr hatte... Er hatte die Gang verlassen... oder besser gesagt, sie hatten ihn vertrieben... aber dennoch... waren es seine Freunde gewesen... Er hatte einige Jahre bei ihnen verbracht und viel von ihnen gelernt... Der Anblick der vielen toten Menschen, seine Bekannten und die Männer, die alle Aois Gesicht trugen, das war zu viel für den geschwächten blonden Mann. Ohne einen Laut und ohne den Versuch sich abzustützen, fiel er nach vorne auf den harten Steinboden... +~+ ... den Kru nur dank seiner Geschicklichkeit am Ende gewann, ehe er selbst neben Aoi vor Erschöpfung zusammenbrach und versuchte bei Bewusstsein zu bleiben. Irgendwer musste doch schließlich auf die beiden aufpassen, während die anderen auf Jagd sind und ihren Spaß haben. Genervt leckte er sich über die blutigen Hände und wartete auf Hizumis Rückkehr. +~+ Dieser ließ seinen Männern ihren Spaß, doch dieses Mal hielt er selbst sich etwas zurück. Kru war immer noch nicht zurück... Wo zum Teufel steckte er nur? Er hielt sich an die Abmachung, das wusste Hizumi, er war der einzige, dem er blind sein Leben anvertrauen würde, der einzige, den er als Freund bezeichnen würde... Die Mission verlief sehr erfolgreich und Hizumi trommelte alle zusammen, um ihnen zu sagen, dass sie für den Rest der Nacht und den darauffolgenden Tag frei hatten. Er seufzte. Immer noch keine Spur von Kru... Er überließ seinen besten Leuten die Arbeit, die Spuren zu beseitigen und fuhr dann mit dem Motorrad zurück, um nach ihm zu sehen. Er war jetzt zusammen mit Kru, den beiden Neuen, Aoi und dem Mörder der einzige in ihrem Versteck... ,dachte er. Er schloss die Tür auf und schlich sich hinein. Dann machte er das Licht an. "Kru!!", brüllte er. Dieser schreckte gerade aus dem Halbschlaf und blinzelte verstört in das viel zu helle Licht, in welches gerade Hizumi trat und seinen Namen brüllte. "Brüll doch nicht so Alter...", motzte er halbherzig und versuchte sich aufzurichten. Wie lange hatte er eigentlich geschlafen? //Und verdammt! Warum bin ich eingeschlafen?!// Seine Gliedmaßen fühlten sich an wie schwere Zementsäcke. Mit einem leichten, her untypischen Kru-Lächeln richtete er sein Wort erneut an Hizumi, der ziemlich nervös zu sein schien. "Schön, das du zurück bist. Der Typ hier... wollte den Kleinen hier zu Leibe rücken. Irgendwer hat ihn auf ihn gehetzt. War das eine Falle von deinem... diesen Anwalt?", fragte er und deutete auf den toten Hühnen. Gerade als er sich aufrichten wollte, spürte er eine Bewegung unter seinem Kopf, mit dem er auf etwas weichem gelegen hatte. Verwirrt tastete er die Unterlage ab und richtete seinen Oberkörper dann ganz auf, um sich die Ursache für den eben entstandenen Seufzer anzusehen. Natürlich! Der Schwarzhaarige erwachte wohl langsam. "Er wacht auf...", gab er überflüssig von sich und richtete sich mühselig auf. "Keine Angst Hizumi... Ich bin nicht aus Zucker. Wie ist es verlaufen?", fragte er und bemühte sich, nicht allzu geschafft zu wirken. Er würde zu einem ihrer Ärzte gehen, die für sie arbeiteten, und würde sich dann eine Nacht in seinem Bett gönnen. Das würde ihn schon wieder auf Vordermann bringen. Dieser Mann war ein Profi, so viel war sicher. Denn so viel Spaß und Schweiß beim Kämpfen hatte er schon lange nicht mehr gehabt. "Kru..." Hizumi musterte seinen besten Freund und seufzte. "Gut ist es gelaufen, hast 'ne Menge Spaß verpasst." Er ging und kam mit einem Verbandskoffer wieder. "Lass mal sehen.." Er verband Krus Wunden so gut er konnte. Zwei ließ er unbehandelt. "Die müssen genäht werden, geh am besten gleich zum Arzt. Du meinst, das war eine Falle von Sakito? Warum sollte er das tun? Ihm liegt viel daran, dass sie leben, beide. Aber wie ist der Kerl hier reingekommen? Wir müssen vorsichtig sein, irgendjemand scheint hier Informationen auszuplaudern... Das war wohl nichts mit dem freien Tag." Er seufzte und rief seine Männer zurück. Er konnte nicht davon ausgehen, dass dieser Typ ein Einzelgänger gewesen war. "Dafür hatte ich den hier. Hizumi..., das war ein Profi, das schwör ich dir! Und der Typ sah nicht gerade freundlich aus, als er zu deinem Juwel geschaut hat", merkte er an und sah verheißungsvoll in Hizumis besorgte Augen. "Jemand will ihn Tot sehen...", raunte er hinzu und ließ einen Blick über den langsam Erwachenden gleiten. Als er wieder zu seinem Freund aufschauen wollte, war der Schwarzhaarige verschwunden, kam aber kurz darauf mit einem Verbandskasten wieder. "Och nee Hizumi...~ Jetzt komme ich mir vor wie ein Weichling...", gab Kru verkniffen von sich und ließ es widerwillig über sich ergehen. Er wusste doch, das der andere es nur gut mit ihm meinte, aber er wäre eh sofort zum Arzt gegangen... Heimlich natürlich...~ Hizumi sollte sich lieber um Aoi kümmern! "Ja ja, ich werd' ja gehen Herr Doktor.", seufzte er, nachdem er einige Male das Gesicht verzogen hatte, als Hizumi seine Wunden gereinigt und verarztet hatte. "War nur 'ne Vermutung. Er ist der einzige, der weiß, wo Aoi steckt. Oder wir haben es mit einem Auftraggeber schlimmster Sorte zu tun und das hier... war ein Killer, der ihn töten sollte.", kombinierte Kru, der früher gerne Detektiv gespielt hatte, bevor er zusehen musste, wie Verbrecher seine Mutter vor seinen Augen töteten und er schließlich in der Bande aufgenommen wurde. "Wenn ich herausfinde, wer dieses Verräterschwein ist, wird er sich bis über den Tod hinaus verfluchen, mir begegnet zu sein und diesen Fehler begangen zu haben!!", presste Kru unter zusammengebissen Zähnen hervor, als er sich ohne Hizumis Hilfe aufrichtete. "Brauchst du mich noch?" Hizumi nickte langsam. "Ich tippe auf einen Auftragskiller... Wo der war, gibt es noch andere... Ganz sicher.. und deshalb müssen wir verdammt vorsichtig sein. Es kann sein, dass wir einen Maulwurf unter uns haben, der den anderen verrät, wo wir sind und was wir gerade tun..." Er sah zu Aoi. "Von nun an sorge ich persönlich für seine Sicherheit. Kru? Du bist mein Stellvertreter. Ich vertraue dir." Ganz kurz grinste der Schwarzhaarige und klopfte ihm auf die Schulter. "Na? Alles wieder fit, mein Freund?" "Hm...", machte Kru und zuckte mit den Schultern, wodurch sein Muskelkater, den er sich durch den Kampf geholt hatte, überrannte und ihn kurz die Mundwinkel verziehen ließ. "Ich werde mich mal umhören, sobald ich 1... vielleicht 2 Stunden Schlaf bekommen habe...", versprach er und sah bei seinen Worten auf den Boden. Er wollte nur nicht als Weichei dastehen, wenn er sagen würde, das er seine Pflicht als Freund und Mitgleid für einen Arztbesuch verschieben würde. "Du weißt schon...", setzte er noch hinzu und straffte die Schultern. "Ich hasse diese Schwäche. Wenn ich daran denke, das ich früher immer so war, zieht sich alles in mir zusammen.", meinte er und spuckte verächtlich auf den Boden. "Ich werde mich darum kümmern. Du kannst dich auf mich verlassen!", sagte er sofort, als Hizumi ihm sein Vertrauen mitteilte und deutete eine Verbeugung an. Als Hizumi ihm dann auf die Schulter klopfte, grinste er nur verbissen und streckte den Daumen in die Höhe. "Passt schon. Sobald ich was habe, meld' ich mich. Ich... lass euch dann mal...", verabschiedete er sich noch, als der Schwarzhaarige, der noch immer am Boden lag, schmerzhaft aufstöhnte und die Augen aufschlug. Schnell drehte sich Kru um und verließ den Raum, nicht ohne einen sehnsüchtigen Blick auf den Mörder seines ehemaligen Kumpanen zu werfen, der wieder alleine im Mondlicht saß und sich nicht zu rühren wagte, er er die Tür mit Gewalt versuchte wieder einzuhängen, da diese der Killer aus den Angeln gerissen hatte, und schließlich dagegen lehnend stehenblieb. Kurz gönnte er sich eine Verschnaufspause und legte seine rechte Hand an seine linke Seite der Taille, an welcher er sich eine tiefe Wunde eingehandelt hatte. Dann ging er wankend weiter und sah jeden, der ihn besorgt musterte mit einem vernichteten Blick an, sodass sie ihn in Ruhe ließen. Nur einer musste natürlich wieder angelaufen kommen! Genervt seufzte Kru auf. "Hey... Was geht?", versuchte er eine Konversation und lief einfach weiter, sein Verfolger ihm dicht an den Fersen klebend. "Hey Kru! Hast du Hizumi gesehen!? Er hat mich einfach stehen gelassen und ist abgehauen, als es gerade spannend wurde. Und was keuchst du hier eigentlich herum?", fragte Tsukasa aufgeregt und musterte Kru mit gehobenen Brauen. Irgendwas musste geschehen sein, da war er sich sicher! "Noch nie 'nen Menschen mit Asthma gesehen? Und jetzt lass mich! Ich brauch jetzt ein wenig Ruhe. Dein Hizumi befindet sich in den Gefängnisräumen, zu denen du keinen Zutritt hast. Sein Juwel ist gerade aufgewacht...", verkündete er hähmisch grinsend und ließ einen entsetzten Tsukasa stehen, der, nachdem er die Informationen verarbeitet hatte, Kru mit angesäuerter Miene hinterherlief und ihm am Arm packte, um ihn zum Anhalten zu zwingen. "Du hast kein Asthma Kru! Und seit wann hat Hizumi ein Juwel?! Wer ist es...??!", fragte er und klang dabei leicht bedrohlich. Eifersucht übermannte ihn und so bekam er auch nicht mit, wie Kru das Gesicht vor Schmerz verzog. "Wärst du bitte so freundlich... und krallst deine Nägel in den Rücken von einem deiner Liebhaber und verschonst mich damit?! Was weiß ich, wer das ist! Er ist da, wir sollen auf ihn aufpassen, Punkt. Wenn Hizumi einen Narren an ihn gefressen hat, dann kannst selbst du nichts tun und jetzt such dir jemand anderen, dem du auf die Pelle rücken kannst!", giftete Kru und stieß ihn von sich, sodass Tsukasa zurückstolperte und gegen jemanden stieß, der seine Arme, mit einem dreckigem Lächeln im Gesicht, um ihn legte. "Na Tsukasa~ Schon was vor?", säuselte der Kerl in Tsukasas Ohr und stöhnte schmerzhaft auf, als er ein Bein zwischen die seinige bekam, um dann sofort auf dem Boden zusammenzubrechen. "Ja, aber nicht mit dir, Hohlbirne!", giftete Tsukasa schlecht gelaunt zurück und lief zu den Gefängnisräumen, um, als er davor stand und sich an Hizumis Verbot und Krus Worte zurück erinnerte, sein Ohr an die Tür zu legen, um zu lauschen. Wut kochte in ihm und seine Hände hatten sich zu Fäusten geballt. //Wer es wagt, meinen Hizumi für sich zu beanspruchen, muss leiden...//, schwörte er und lächelte hinterhältig, welches Hizumi zum Glück nicht sehen konnte. ~+~ Der dickleibige Mann, der in dem Raum des Todes auf einem Thron saß, brach in schallendes Gelächter auf und mit Hilfe seines Stockes richtete er sich auf. "Das muss ich mir doch mal genauer anschauen...", setzte er nach seinem Lachanfall murmelnd hinzu und lief auf den Bewusstlosen zu. Plötzlich wieder mies gelaunt, trat er probeweise in die Seite des Blonden. Auch der Hühne bekam den Stimmungsumschwang mit. Das konnte nichts Gutes heißes. Der Boss wechselte seinen Launen öfter als seine Unterwäsche, so viel er jedenfalls wusste. "Hey, komm her!", wurde er angewiesen und trat zögernd näher. "Mach ihn wach! Egal wie, aber tu es! Ich bin noch lange nicht mit ihm fertig!", meinte der viel kleinere Mann rasend und bekam einen ganz roten Kopf. "Ja,ja! Schon gut! Setzen sie sich lieber. Ihr Blutdr-" "Der geht dir ein Scheißdreck an! Los!", unterbrach ihn der Boss und kehrte ihm den Rücken zu, um trotz allem dem Vorschlag des Hühnen nachzukommen. Seufzend packte der Riese Reita unter den Achseln und versuchte ihn aufrecht aufzustellen. "Hey, werd' wach Kleiner! Die Show ist längst noch nicht vorbei!" Dann ein, zwei Backpfeifen später, aber der Blonde blieb Bewusstlos. "Boss, der is-" "Ruhe! Lass mich nachdenken..., grummelte der Boss und legte die Stirn in Denkfalten. "Versuch's mit Wasser oder... schlag ihn weiter, bis er aufwacht! Solange habe ich schon drauf warten müssen... da-" "Aber dann können sie doch noch ein paar Stunden wart-", rutschte es dem Hühnen raus und geschockt weiteten sich seine Augen. "S-sorry Boss." "Grrr... SHI!!!???", brüllte dieser zur Antwort und wie aus dem Nichts entsprungen, stand ein ebenfalls groß geratener Mann mit langen silbernen Haaren und weißem Kittel neben dem ,Thron' Sein Kittel war vollgespritzt mit Blut. "Ja...?", machte der Neuankömmling mit emotionsloser Miene und starrte den Hühnen, inmitten des Raumes, an. "Bring ihn in die Arrestzelle! Er soll lernen mir zu gehorchen und mir nicht zu widersprechen!", wies der Boss ihm an und gestikulierte mit der Hand durch die Luft. Mit langsamen, zielsicheren Schritten, ging der Silberhaarige zur Mitte des Raumes und zog sein blutiges Messer. "Darf ich bitten...?" "Was hast du vor, Bruder?!", fragte der Hühne ängstlich und schluckte. Schon immer hatte er vor dem älteren Bruder Angst gehabt. "Den Befehl ausführen..." "Dabei gibt es doch ganz sicher einen Haken, oder?", fragte der Hühne und ließ Reita zu Boden fallen. Der hatte ihm die Sache doch erst eingebrockt! "Keinen Haken... Komm nur mit... Bruder... herz.", raunte der Ältere und brachte ein Zucken des rechten Mundwinkels zu Stande. Das Gesicht des Hühnen verdüsterte sich. "Du willst mich umbringen, oder?! So wie du es mit Mum und Vater gemacht hast! Du widerliches Schwein!", brüllte der Jüngere und machte einen Schritt auf seinen Bruder zu. "Oh... Du... weißt es...? Dann muss ich dich wohl doch umbringen...", meinte Shi, setzte sich in Bewegung rammte dem jüngeren Bruder sein Messer mit solcher Geschwindigkeit in die Brust, das dieser überhaupt keine Chance gehabt hätte, den Angriff abzuwähren. Erstickt röchelte der Hühne und sank auf die Knie. "W-warum?" "Du weiß zu viel und warst ungehorsam...", erklärte der andere und lächelte. "Du bist k-krank!" "Das war ich schon immer gewesen und trotzdem bist du mir hierher gefolgt." "Jemand musste auf dich aufpassen, aber von Liebe hast du ja keine Ahnung..." Ungerührt zog der Ältere das Messer aus der Brust des Jüngeren und zog ihn mit einer Hand in die Höhe, was sehr viel Kraft bedeuten muss, denn der Jüngere war weißgott nicht der Leichteste. "Bin ich denn nur von Idioten umgeben...?!", fragte sich der Boss und fuhr sich mit der Hand über das Gesicht. "Shi, ich habe gesagt, das du ihn wegbringen sollst und nicht gleich töten! Wenn du so weitermachst, hab ich überhaupt kein Personal mehr und zuverlässige Leute sind schwer zu kriegen. Dann bring ihn halt weg... Beeil dich aber, ich will hier fortfahren!" "Jawohl...", summte Shi vergnügt und stieß seinen Bruder durch den Knauf seines Messers an. Zähneknirschend wartete der Boss auf Shi's Rückkehr und tippelte mit den dicklichen Fingern auf der Armlehne seines Throns. Als Shi dann plötzlich wieder unerwartet neben ihm stand, ohne das der Boss sein Kommen gehört hatte, atmete der Boss hörbar ein. "Du sollst dich nicht immer so anschleichen!" "Ja, Herr...", meinte der Silberhaarige belustigt. Der andere knurrte auf, schüttelte dann mit dem Kopf, da es eh nichts bringen würde, den Silberhaarigen zu belehren, und hob den ausgestreckten Finger. "Der Kleine soll wach werden. Schaffst du das, ohne ihn gleich an die Nieren zu gehen?" "Ich werde mich bemühe.", meinte Shi mit einem schiefen Grinsen und lief auf den Bewusstlosen zu. Zu seinem Bedauern, musste er das Messer wieder wegstecken, an dem noch immer das Blut seines Bruders klebte. Mit einem einzigen Griff an den Kragen des Bewusstlosen, hob er diesen hoch und musterte ihn neugierig. Dies war also das Opfer, was sich der Boss genommen hatte. Ziemlich mickrig und unscheinbar, wie er enttäuscht feststellen musste. Und gegen ihn hegte der Boss solch Groll, das er sogar ihm bei seinen Menschenexperimenten störte? Das gab es sicherlich einen Haken bei, dachte sich der Größere und riss dem Blonden, wieder mit einer Hand, den Kragenbereich seines Krankenhausoberteils ab. Schnell hatte er die zwei wichtigsten Chi-Punkte gefunden, die die Hirnaktivität des Kleineren wieder beleben sollte, ohne das bleibende Schäden entstehen würden. Als er sie genauer betrachtete, fiel ihm etwas wichtiges ein. "Ohne Schäden, Boss?", fragte er und verzog nachdenklich die Stirn. "Ich müsste ihm Nadeln in die Haut bohren.", erklärte er und hob den Blick, rückte seine Brille zurecht, die gefährlich im fahlen Licht des Kellers aufblitzte. "Solange es nur Nadeln sind..." "Ich kann aber nichts versprechen..." "Das bedeutet?", fragte der Boss seufzend nach. Er wusste, das es dabei einen Haken geben würde. Besonders bei Shi. "Ich habe diese Methode nicht gelernt. Ich existiere, um Schmerzen zuzufügen, nicht um Schmerzen zu lindern. Ich könnte also gewisse Punkte ihn ihm treffen, die ihm viele Schmerzen zufügen könnten.", setzte Shi erklärend hinzu und grinste sein gefährliches Grinsen. Wenn der Boss wüsste, wie sehr er sich danach sehnte, diesen kleines Wesen in seinen Händen zu foltern... Dann brach es aus ihm hervor. Ein hohes, angsteinflößendes und irren Kichern, das über die blassen Lippen Shis hervorbrach und dessen dürren Körper erzittern ließ. Die Augen des Bosses formten sich zu Schlitzen und die Röte kroch auf seine Wangen. "Lass ihn sofort los Shi! Er wird nicht zu einem deiner Versuchskaninchen! Er gehört mir, hast du verstanden?!", fuhr er den Größeren an und erhob sich röchelnd. Nun veränderte sich das Gesicht des weißen Kittelträgers und nur widerwillig ließ er den Bewusstlosen wie eine leblose Puppe zu Boden fallen. "Dann rufen sie mich gefälligst, wenn es wieder interessanter wird! Meine Beute wartet auf ihren grausamen Tod...", stieß der Silberhaarige wütend aus und verschwand so schnell, wie er gekommen war. Seufzend ließ der Boss sich wieder in seinem Sessel fallen und tastete nach seinem Handy. "Ja, ich bin es. Ich brauche vier neue Gefährten! Gibt mir die zwei Stärksten, die ein Blutbad aushalten. Ich brauche starke Männer!", informierte er seine Leute und legte auf. Dann rief er den nächsten an. "Wurde der Auftrag schon ausgeführt?!", fragte er sogleich und erhielt ein >nein< vom Auftragskiller, den er auf Aoi gehetzt hatte. "Wie, er ist aus dem Krankenhaus raus?! Dann such ihn gefälligst und bring ihn hierher! Ich will sie beide zu Tode quälen...", informierte er den Mann und legte abermals auf. Dann lehnte er sich seufzend zurück und wartete darauf, das die Zeit verging und neue Angestellten sich ihm vorstellten. "Die sollen sich beeilen... Ich habe Hunger.", grummelte er und warf einen Blick auf das Häufchen Elend, welches sich Reita schimpfte. ~+~ Und während die Zeit verging und es immer dunkler draußen wurde, selbst der Mond hinter den dichten Wolken verschwand, öffnete sich knarrend eine unauffällige Tür und silbernes Haar lugte dahinter vor. Dann stahl sich eine blasse, langfingrige Hand aus der Dunkelheit und legte sich an die Seite der Tür, um sie aufzustemmen. Brillengläser blitzten auf und kurz darauf trat Shi in seinem blutigen Arztkittel hervor, um seinen scheinbar gelangweilten Blick auf den Boss zu werfen, der sich durch das knarrende Geräusch der Tür auf die andere Seite gedreht hatte und nun noch unbequemer auf dem leicht gepolsterten Stuhl mehr lag als saß. Ein gehässiges Grinsen schlich sich auf seine fast blutleeren Lippen. //Ich nehme mir immer, was ich haben will...//, dachte er und ging auf die Mitte des dunklen Raumes zu, in der noch immer der zusammen geschnürte Bewusstlose lag. Mit abschätzenden Blick blieb er vor dem Blonden stehen, bückte sich zu ihm hinunter und hievte ihm mit einem Ruck auf seine Schulter. Ja bei seiner schmächtigen Figur würde man denken, er sei schwach und zerbrechlich, aber das war er nicht. Ganz im Gegenteil. Und das machte ihm zu einem unberechenbaren Gegner. Auf leisen Sohlen schlich er zurück zur Tür und schaffte sein Opfer durch den Spalt, eher er selbst auch eintrat und die Tür wieder mit einem ungewollten Knarzer schloss. Dann ging es abwärts, immer weiter hinein in den dunklen, feuchten und immer enger werdenden Tunnel, der sich durch das Gestein fraß, bis er vor einer etwas zerfressenden Tür angelangte, welche einen Spalt offen stand. Aus dem Raum dahinter, wehte ein ekelerregender, miefiger Gestank, der dem Gestank des Todes hätte gleichen können, wenn Knoblauch und andere merkwürdig aussehende Gewächse nicht von der Decke hängen würden. Hinter dem Herr dieses Zimmers schloss sich die Tür und Staub rieselte von der Decke, als die Tür in ihren Rahmen gefallen war. "So...~ Was mach ich nun mit dir... kleiner Mann...?", fragte er rhetorisch und legte Reita unsanft auf seinen Experimentiertischchen ab, welcher nur so von roten Blutflecken überquoll, das man glatt denken könnte, er wäre nicht eigentlich weiß, was er wirklich ursprünglich war, sondern wäre rot und hätte weiße Flecken. "Lass mich nachdenken...", murmelte er, schaute nachdenklich zu seinen Tierchen, die er sich hielt und schlug grinsend gegen den Fledermauskäfig, wodurch unnatürlich hohe Quietschgeräusche ertönten, die von drei kleinen, aufgeschreckten Fledermäusen kamen. "Ich glaub, ich hab da was Nettes...", säuselte er dann plötzlich, als ihm in dem Lärm ein Gedanke gekommen war. Schnellen Schrittes wandte er sich seinen zugemüllten ,Schreibtisch' zu und warf die ganzen Papiere vom Tisch, um unter den letzten Unterlagen einen Schlüssel zu finden, den er sogleich in die Schublade rechts neben seinem Stuhl steckte und verheißungsvoll zu grinsen begann. "Hab ich letztens einen Wissenschaftler abgenommen, nachdem ich ihm die Hand abgeschnitten habe.", wiederholte er die vergangene Erfahrung sehnsüchtig lächelnd und nahm ein giftgrünes Schmuckkästchen hervor, mit welchem er ehrfürchtig auf den Tisch zuging, auf dem Reita noch immer bewusstlos ruhte und von all dem nichts mitbekam. Das Kästchen stellte Shi kurz beiseite, um den Blonden aus den Bauch zu drehen. "Ich würde dir raten nicht aufzuwachen. Das könnte sehr schmerzhaft werden.", verriet er mit belustigter Stimme und nah riss den Stoff über Reitas Wirbelsäule auf. "Ich bin gespannt, ob es funktioniert, was der Kerl da erfunden hat. Und wenn du wach bist, erzähl ich dir was ganz tolles.", verkündete er und klang dabei fast wie ein Kind, welches ein neues Spielzeug bekommen hat. Dann begann das Experiment. +~+ Kaum hatte Aoi die Bewusstlosigkeit verlassen, traf ihn der nächste Schlag. Unglaubliche Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Rückenschmerzen trafen ihn wie eine starke Welle der Empfindungen und brachten die zuvor geschaffte Leere in seinem Kopf in ein heilloses Durcheinander. Hatte er nicht zuvor noch in einem strahlend weißem Raum gelegen, umgegen von Kameras und nichts weiter als die Leere, die auch in seinem Geist herrschte und nicht etwa in einem düsteren und kleinen, stickigen Raum, an dessen Wände Stahlketten hingen und nur kleine Fenster mit Stahlgittern angebracht waren???! Geschockt weiteten sich seine Augen und zitternd richtete er sich auf. Ängstlich blickte er sich um und faltete die kalten und zitternden Hände zwischen seinen dürren Beinen, die ihm nur wenig Wärme spendeten. Es war nicht so, das eine ungehäure Kälte in diesem Raum herrschte, aber die Erinnerungen an alte Zeiten holten ihn ein und überspülten sein kalt gewordenes Ich mit Empfindungen, die Richtung Angst und Entsetzen gingen. Wo hatte man ihn hingesteckt?! Wieder... in ein Gefängnis? //Nein... nein...! Sakito... du... Wie kannst du mir das antun...?!//, fragte sich Aoi und schrie wütend auf. "Sakito!!!" Irgendwo musste er sich doch befinden... oder nicht? Unbewusst traten Tränen aus seinen Augen und liefen Aoi über die glühenden, aber blassen Wangen. "Das ist nicht witzig...", gab er noch mit leiser Stimme hinzu und schreckte auf, als er einen sich nähernden Schritt vernahm. Der Boss??! Panik überkam ihn und schnell versuchte er in die entgegengesetzte Richtung zu kriechen, weg von den Schritten, doch etwas hielt ihn damit zurück. Verwirrt blickte er an seinen Händen hinab und Entsetzen überkam ihn, als er die dicken Eisenringe darum erblickte. //Er hat mich... Er wird mich endlich erlösen...//, dachte er gab seinen Widerstand auf. Er hatte eh keine Chance sich gegen den Boss zu wehren, das wusste er und einen Grund hatte er auch nicht mehr, jetzt, wo Reita wieder weg war... //Und tot...//, setzte er in Gedanken hinzu und und sah trotzig zu dem Mann auf, der sich ihm genähert hatte. Abschätzend blickte er in die Augen seines Gegenübers. "Wenn du mich töten willst, bitte... tu es endlich! Schneid mir die Kehle durch, oder erschieß mich... Warum endlos leiden, wenn man die schlimmsten Leiden bereits durchlebt hat...? Oder gib mir etwas, womit ich mein Leben beenden kann! Es gibt keinen Grund mehr zu leben und auch wenn du deine Befehle hast, bitte... ich... ich flehe dich an... Bring es zu Ende!", bat er Hizumi und kroch nun auf Knien zu dem Schwarzhaarigen vor. "Bring mich nicht zu ihm!", bettelte er und krümmte sich zu einem Häufchen Elend zusammen. Nein, er würde es nicht ertragen, den Boss zu sehen und womöglich die Leiche seines Liebsten. // Ich traue diesem perversen Schwein alles zu!// Hizumi sah Aoi lange an, dann setzte er sich vor ihn und tat erst mal gar nichts. Er beobachtete ihn nur und hörte ihm zu. Dann legte er den Kopf schief. Shit, war dieser Mensch am Ende... Langsam und leise sprach er auf ihn ein. "Mein Name ist Hizumi und du musst keine Angst haben. Du bist nicht beim Boss. Ich kenne Sakito. Er hat mich gebeten, mich um dich zu kümmern und auf dich aufzupassen, dass dir nichts geschieht. Hast du Hunger Aoi?" Verwirrt sah er auf, als Hizumi zu sprechen begann. Warum klang dieser Kerl so ruhig und... scheinbar harmlos? "N-nicht... bei ihm?", fragte er verwirrt und versuchte seine Gedanken zu ordnen. "A-aber wo bin ich hier?! Warum sieht es so aus, als würde ich wieder in einer engen und dunklen Zelle hocken und bin an diese Eisenketten gebunden?! Das... hätte Sakito doch nicht gewollt, oder?", fragte er misstrauisch und riss an den Ketten. Ihm war es egal, ob die Ketten in seine Handgelenke schnitten und sich Wunden bildeten. "Ich rate dir eines Hizumi... Fass mich nicht an und lass mich hier in Ruhe vor mir hin siechen! Ich habe keinen Hunger!", meinte Aoi, sagte nichts zu seinen an ihm nagenden Bauchschmerzen und zog sich an die Wand zurück. "Egal ob Sakito mir helfen wollte... ich brauche seine Hilfe nicht! Ich habe schon längst den Lebenswillen verloren und nichts hält mich hier. Vergiss Sakito und bring es zu Ende!" Hizumi schüttelte den Kopf. "Nein, so einfach ist das nicht Aoi. ich lasse dich nicht sterben und einfach so aufgeben wirst du auch nicht, verstanden? Also... du bist nicht gerade gefangen... Aber hier bist du am sichersten. Eine Blümchentapete konnte ich in der kurzen Zeit nicht mehr organisieren, tut mir Leid." Er zog ein frisches, duftendes Brötchen aus der Tasche und legte es vor Aoi. "Gefesselt bist du nur, weil wir deine selbst zerstörerische Art kennen." Hizumi lächelte und sah Aoi an. "Du kannst nicht einfach so aufgeben. Dein Freund kämpft mit Sicherheit auch für dich..." "Du hast mir gar nichts zu sagen! Wenn du das trotzdem tun willst, dann bist du nicht anders als die anderen! Ich hasse euch! Nimm dein Essen und geh! Ich will es nicht!", meinte er abweisend und schüttelte wild mit dem Kopf, sodass sich ein Schwindelgefühl in ihm ausbreitete. Als Hizumi dann von Reita sprach, riss er wütend die Augen auf, sprang auf und wollte sich auf Hizumi stürzen, doch die Ketten rissen ihn zurück und schließlich zu Boden. "Sprich nicht über ihn! Sprich nicht über etwas, was du nicht verstehst! Du hast ja keine Ahnung!", brüllte er, ignorierte die Tränen, die seine Wangen benässten und stand wieder auf, um sich Hizumis Waffe an dessen Gürtel zu schnappen, um sich selbst das Leben zu nehmen. //Er ist Tod!!//, schrie jemand in seinem Kopf und ließ ihn blind wüten. Hizumi zuckte zurück. Doch dann schüttelte er den Kopf und sah ihn streng an. "Baka! Ich rede, wie es mir passt! Und ich sag dir eins: ich beschütze dich. Ich lasse nicht zu...", er verstummte als Aoi sein Messer griff, dann reagierten seine Reflexe. Er griff nach dem Messer, drehte Aois Handgelenk und keuchte auf, als sich die Klinge in seine Seite bohrte. Trotzdem hielt er Aoi fest und drückte ihn an sich. "Beruhige dich... Bitte.. " Einen überraschten Laut ausstoßend, verlor er die Kontrolle über das Messer, welches er glücklicherweise hatte ziehen können, als der Besitzer sein Handgelenk auch schon weggedreht hatte und fiel genau in dessen Arme, welche er fast wie selbstverständlich um ihn schlang. Doch Aoi war nicht blind. Er hatte gesehen, was geschehen war. Doch wenn dieser Hizumi nicht versucht hätte, ihm das Messer wegzunehmen, mit welchem er sich hatte töten wollen, hätte genau dieses Messer seinen Besitzer nicht getroffen. "Du nennst mich Baka?! Schau was du dir selbst zuzuschreiben hast! Warum willst du auch einem helfen, der dir fremd ist?", fragte er verständnislos mit aufgebrachter Stimme und drückte den anderen von sich. Zumindest versuchte er es, aber dieser Hizumi war wohl doch stärker, als er gedacht hätte... Ein unangenehmes Kribbeln auf seiner Haut und das sich wieder präsent zeigen wollende Gefühl der Beengung und der Angst übermannte ihn. Dieser Hizumi solle ihn loslassen! "Bitte... nimm deine Hände von mir...!", bat er ihn im dringlichen Ton und begann wieder einmal zu zittern. "Geh und lass mich hier alleine zurück! Ich brauche keine Hilfe!", rief er wieder aus und versuchte erneut, den anderen Körper, der ihn so beengte, von sich zu drücken. Als sich trotz allem nichts änderte, weiterhin diese Arme um ihn lagen und zwangen, in seiner Position zu verbleiben, versuchte er es mit anderen Mitteln. Entgegen seinen Berührungsängsten hatte Aoi seine Hände auf den Rücken des Schwarzhaarigen gelegt, ehe er weiter hinab wanderte und Hizumi versuchte, mit seinen dunklen Augen und festem Blick Bewegungsunfähig zu machen - vielleicht war es dumm zu glauben, das die Tricks aus den Krimifilmen, die er früher ab und zu gucken durfte, wirklich funktionieren konnten - Dennoch versuchte er sein Glück, legte eine kurze Bewegungspause ein, ehe er schnell nach Hizumis Shirtende griff, um ihm dieses über den Kopf zu ziehen, damit er blind werden würde und anschließend den Moment der Überraschung zu nutzen, um in die Dunkelheit fliehen zu können. Doch Hizumi war kein leichter Brocken, wie Aoi bitter feststellen musste, denn nun war der Griff noch fester geworden. "Irgendwann musst du mich loslassen, um wieder etwas sehen zu können, zumal du ja auch verletzt bist...", meinte Aoi mit flatternden Nerven und versuchte nun die ineinander verhakten Finger Hizumis auf seinem Rücken zu lösen. "Tu dir selbst den Gefallen und lass mich los, ehe ich dir wehtue!", warnte er ihn dann, als es langsam echt zu viel für ihn wurde. "Wenn du mir helfen willst, dann lass mich los!", setzte er noch hinzu und schlug nun verzweifelt auf die Brust des Schwarzhaarigen ein, da er gemerkt hatte, das seine Versuche wohl nichts brachten. Mit wem hatte er es hier wirklich zu tun?! Entweder war dieser Hizumi unglaublich sicher in dem, was er tat und wie er es tat, oder er war unglaublich dumm. Hizumi hielt Aoi nun nicht mehr so fest, trotzdem konnte er den Jungen nicht loslassen. "Aoi..." Überrascht zuckte er zusammen, als dieser ihm das Shirt über den Kopf zog. "Aoi... sei kein Narr... Es ist sicher nicht leichter für dich, wenn ich hier halbnackt... vor dir knie..." Das Blut tropfte aus der Wunde, doch Hizumi störte es kaum. "Aoi... wovor hast du Angst? Dass ich dir weh tue? Dass ich sonst irgendwas mit dir tue? oder dass ich eben all das nicht tue, sondern dir helfen kann?" Hizumi ließ ihn langsam los und zog sein T-Shirt wieder runter. "Tu mir ruhig weh, das stört mich nicht.", meinte er und sah ihn ruhig an. Verzweifelt überlegte Aoi, was er noch tun konnte. Er wollte niemanden umbringen, soviel stand fest, aber der andere legte es ja regelrecht an, das er ihm weh tat! Wut über diesen dummen Mann überkam ihn. "Da kannst du lange auf eine Antwort warten...!", presste er wieder zwischen den Zähnen hervor, suchte dabei den Boden nach etwas Brauchbarem ab, welches er verwenden konnte, um sich von Hizumi lösen zu können, und fand das Messer, welches von Blut überseht war. Schnell griff er danach, fiel jedoch kurz darauf aus Hizumis Armen, als dieser ihn endlich losgelassen hatte und kroch nun bewaffnet zurück in die dunkle Ecke dieses beinahe fensterlosen Raumes. "Wer bist du wirklich...?!", fragte er und hielt das Messer kampfbereit, falls Hizumi es wagen sollte, sich ihm wieder zu nähern. Er wollte, das dieser verschwand! Endlich hatte er gefunden, wonach es ihm die ganze Zeit gedürstet hatte und endlich sollte etwas beendet werden, was schon lange hätte beendet werden sollen. Sein Leben, welches er als unwichtig und unbrauchbar empfand, da er nicht ohne seine zweite Seite leben konnte. "Ich sagte dir bereits, wer ich bin, Aoi. Ich bin Hizumi, ein Freund von Sakito. Er hat mich gebeten auf dich aufzupassen, mich um dich zu kümmern und dich zu beschützen. Meine Männer suchen Reita und glaube mir, wir finden ihn und was sollen wir ihm dann sagen? Dass Aoi sich umgebracht hat? Aoi, kämpfe, solange noch der Rest einer Chance da ist, dass er noch leben könnte!" Hizumi kam auf ihn zu und streckte die Hand aus. "Gib mir das Messer, Aoi. Ich werde dir nichts tun. Ich gehöre nicht zum Boss, doch ich habe überall meine Leute." Er strich sich seufzend durchs Haar. "Was soll ich noch tun, um dir zu zeigen, dass ich's Ernst meine? Ich weiß nicht mehr weiter, Aoi... Ich kann es Reita nicht erklären, wenn du tot wärst... Dann wäre alles umsonst gewesen... und ich denke, dann würde er auch nicht mehr leben wollen... Versetz dich doch in seine Lage! Er wird kämpfen, weil er weiß, dass du noch lebst. Warum gibst du ihm nicht die gleiche Chance und kämpfst für ihn?" Während er sprach, hatte er Aoi unbemerkt das Messer entwendet und wich wieder ein Stück zurück. "Das sagtest du bereits.", grummelte der Schwarzhaarige und hörte diesem Hizumi aufmerksam zu, blieb aber dennoch an der Wand gelehnt sitzen. Als sein Gegenüber auf Reita zu sprechen kam, ballten sich Aois Hände zu Fäusten und bitter senkte er seinen Blick. Nur Hizumis ausgestreckte Hand erschien in seinem Blickfeld, welches stark von seinem langen Pony verdeckt war. Und wie er Hizumi so zuhörte, spürte er ein Fünkchen Wahrheit in dessen Stimme und begann in seinem Beschluss zu schwanken. Würde er damit wirklich das Richtige tun? Wartete Reita nicht bereits auf der anderen Seite auf ihn? Doch wie groß konnte er die Wahrscheinlichkeit einschätzen, das sein Liebster bei diesem Mistkerl noch lebte? Stumm verblieb er, zusammen gekauert, schwankend. Sollte er diesem Kerl trauen? "Haben sie schon etwas... herausfinden können...?", fragte er schließlich mit schwacher und zitternder Stimme. Auch hob er dabei den Blick und sah Hizumi fragend und zugleich hoffend an. Den Griff um das Messer hatte er unbewusst gelockert. So gab er auch nur einen überraschten Laut von sich, als er das Messer, welches er gerade noch in der Hand gehabt hatte, sich plötzlich in Hizumis Besitz wiederfand. "Wie...?!", stieß er fragend aus und sah auf seine Hand. Verwirrt fasste sich der Schwarzhaarige an den Kopf und ließ diesen in der Kuhle zwischen Knien und Schultern sinken. Hizumi hatte ihn in der Hand. Und durchaus mochten seine Worte Sinn ergeben! Aber... konnte er ihm wirklich trauen? "Ich... i-ich würde es nicht ertragen, wenn ich seine toten Körper vorfinde sollte oder sehe, wie er soweit gequält wird... I-ich kann nicht mehr... ich... will das alles nicht mehr... Hizumi... finde ihn. Hilf uns... ich bitte dich. Ich will ihn lebend in meinen Armen halten und sehen, wie der Verursacher unserer Leiden elendig stirbt.", gab Aoi mit schwacher Stimme von sich, die schließlich an Kraft verlor und Aoi verstummen ließ. Trocken hustete er auf. Hizumi sah mit Erleichterung, wie sein Widerstand endlich brach und er lächelte leicht. "Ich werde dir helfen, Aoi, wir finden ihn und er wird leben, das verspreche ich dir und diesen Boss werde ich eigenhändig umbringen." Das Messer legte er weg, außerhalb Aois Reichweite und hob langsam die Hand, um seine Tränen weg zu wischen. "Hey... Du musst stark sein, Reita wird dich brauchen. Er kann sich wirklich glücklich schätzen, so einen tollen Freund zu haben...", sagte er und ein klein bisschen Neid schwang in seiner Stimme mit. "Versprich nichts, was du nicht halten kannst.", meinte er bitter lächelnd und schüttelte schwach den Kopf. Als Hizumi, der wirklich nichts Böses wollende, ihn dann plötzlich an der Wange berührte, schreckte er erschrocken zurück und stieß mit dem Kopf an die Wand. Schmerzhaft keuchte er auf. "T-tut mir Leid... ich mag das nicht.", erklärte er und sah zu Boden. Als er den Schwarzhaarigen weiter sprechen hörte, lachte er kurz verächtlich auf. "Guter Freund!? Wegen mir muss er doch erst dieses Leid ertragen!", meinte Aoi und biss sich auf die Lippe. "Wegen mir, hätte der Mistkerl von Boss ihm nie seine Aufmerksamkeit geschenkt! Er war nur wegen mir an das Gitter gekommen und dann hat er eine neue Möglichkeit gefunden, mir weh zu tun. Reita ist wegen mir sein neues Opfer geworden...", gab er mit trauriger Stimme hinzu und verdeckte sein Gesicht mit den Händen, schluchzend. Den neidischen Unterton in Hizumis Stimme hatte er nicht wahr genommen... Hizumi seufzte. "Schon gut... Ich will nur helfen, ich will dich nur verstehen.. mehr nicht. Aber Aoi... lass dich nicht gehen. Du musst was essen, Du solltest dich waschen, du solltest Reita nicht zeigen, wie schlecht es dir geht,wenn er dich sieht.. Ich helfe dir dabei, aber du musst mir auch entgegenkommen und mir nicht bei erster Gelegenheit ein Messer in den Leib rammen." //Warum will er das? Niemand hat sich bisher für mich interessiert, außer... Sakito... Reita...//, zählte er in Gedanken auf und beendete seine Aufzählung auch schon nach zwei Nennungen. Zu Hizumis Ratschlägen kräuselte er nur seine Stirn. //Und wenn ich ihm dann Quietschfidel entgegenkomme, dann ist das nicht fair! Aber vielleicht, würde Reita es so wollen?//, fragte er sich und starrte das Essen wie einen Feind an, welches Hizumi ihm vorhin vor die Füße gelegt hatte. "Vielleicht hast du Recht...", murmelte er schließlich und fuhr mit zusammengezogenen Brauen auf, als Hizumi ihm vorwarf, ihn absichtlich verletzt zu haben. "Denkst du etwa, ich wollte das?! Ich wollte das Messer nicht, um dir wehzutun! Wenn du es mir nicht hättest entreißen wollen, dann wäre das nicht geschehen!", rechtfertigte er sich und kam etwas aus seiner Ecke heraus, um der Wunde nun doch einen abschätzenden Blick zu zuwerfen. "Ich bin niemand, der andere gerne verletzt...", setzte er noch mit leiser gewordener Stimme hinzu und rückte noch ein wenig näher, um seine zitternde Hand auszustrecken und Hizumis Shirt an der verletzten Seite etwas hoch zuschieben. Aoi musste schlucken, als er die Wunde sah. "D-du musst zum Arzt...", presste er hervor und senkte beschämt den Blick. Er überraschte sich immer wieder selbst. Gerade noch verlor er den Verstand, tat alles, um sich und die, die er liebte, schützen zu können und im nächsten Moment war er wieder der ,alte' Aoi, wenn man einen gebrochenen Menschen so bezeichnen konnte, der zusätzlich unschuldig einige Jahre im Gefängnis verbracht hatte und die schlimmsten Jahre seines Lebens dazu! "Ich wollte das nicht... wirklich nicht..." "Ist schon gut. ich weiß, du wolltest das Messer nicht um mir weh zu tun, sondern um dich zu verletzen, aber das ist keine Lösung, hörst du? Also... es ist so besser und es macht mir auch nichts aus. Ist nicht schlimm. Wir schaffen das Aoi. So wie du sprichst, gefällst du mir sehr gut. Du fasst neuen Mut und das ist wichtig. Das hilft dir dabei Reita zu helfen und mach dir um die Verletzung keine Sorgen. Ich bin Schlimmeres gewohnt.." "Du hörst dich an, wie ein Lehrer.", seufzte Aoi und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. "Durch deinen Job...?", fragte er vorsichtig und neugierig zugleich und sah erschreckend zu, wie Hizumi noch mehr Blut verlor, da sich sein Shirt nun ganz über der verletzten Stelle mit Blut getränkt hatte. "Solltest du nicht lieber... na ja... einen Arzt holen? Du kannst mich ruhig alleine lassen. Solange noch Hoffnung besteht, wie du meinst..., werde ich nichts weiter versuchen. Sollte ich aber erfahren, das er... nicht mehr leben sollte, dann verspreche mir, das du mich das nächste Mal nicht aufhältst, wenn ich nach einem Messer greife. Versteh bitte... Ich kann nicht ohne ihn und ich habe ihm mein Wort gegeben, das wir immer zusammenbleiben werden." //Warum erzähle ich ihm das eigentlich?!//, fragte er sich und senkte irritiert den Blick. Hizumi nickte. "Okay. ich werd' nicht eingreifen.. Versprochen...", sagte er schweren Herzens. "Aber alleine lasse ich dich nicht. Ganz sicher nicht. Damit musst du jetzt eben leben, Aoi. Leicht werde ich es dir nicht machen, zu gehen. Wie du siehst, bin ich bereit, so einiges auf mich zu nehmen, um dich zu schützen." "Danke...", entgegnete Aoi dankbar und sah auf, als Hizumi weitersprach und ihm da etwas erzählte, was sein Herz schneller schlagen ließ. Was war denn jetzt los?! "W-warum sagst du sowas? Wir kennen uns doch gar nicht! Tust du das nur wegen Sakito? Bezahlt er dich dafür?!", fragte er misstrauisch und mit bitter unterlegter Stimme. "Warum sagst du das?? Okay... ich versteh schon... Für dich ist es schwer zu vertrauen... Aber das ist kein Grund mir sowas zu unterstellen. Bitte Aoi... Iss etwas." "Auch wenn du nett zu mir bist, kann hinter deiner Fassade ein Geheimnis lauern, welches nur auf den richtigen Moment wartet, freigelassen zu werden. Man kann niemandem trauen, nicht mal sich selbst.", erklärte er sich und warf nach Hizumis Bitte einen Blick auf das Brot. Bei dem Anblick zog sich sein Magen zusammen. "Es wird nicht lange drin bleiben...", befürchtete er und nahm das Brot widerwillig in die Hand. Nach einigen Betrachtungen wollte er es wieder zurücklegen und meinte dabei zu Hizumi: "Ich... ich hab keinen Hunger." und schüttelte mit dem Kopf. //Mein Magen rebelliert jetzt schon...// Er seufzte. "Ich kann dich verstehen.. Sakito hat mir erzählt, was dir passiert ist, und ich nehme es dir nicht übel.. Nach all dem was du durchgemacht hast, ist es ein Wunder, dass du noch nicht den Verstand verloren hast. Aber denkst du nicht, dass es gerade jetzt an der Zeit ist, Mut zu fassen und darauf zu vertrauen, dass alles wieder gut wird? Du hättest es verdient. So.. und nun tu was für deinen Körper. Hier, trink wenigstens etwas. Soll ich den ersten Schluck nehmen, damit du siehst, dass das Wasser nicht vergiftet ist? Also gut." Er nahm einen Schluck und gab Aoi dann die Flasche. "So, siehst du? Kein Gift." Er lächelte ihn aufmunternd an. "Aoi.. fang wieder an zu leben..." bat er ihn. Geschockt riss Aoi die Augen auf. //Er weiß... alles?!//, fragte er sich und versuchte seine Entrüstung und seine Wut auf Sakito möglichst nicht preis zu geben. Schließlich schien er es zu sein, der ihm noch immer helfen wollte, obwohl er ihm seinen Hass deutlich gemacht hatte, oder?! Es mochte schon seine Richtigkeit haben, das er Hizumi aufgeklärt habe, aber dennoch fühlte er sich unwohl dabei. Bei dem Wort Körper sah er auf. Zuerst sah er Hizumi panisch an, ehe er begriff, das dieser nichts von ihm wollte, sondern ihm nur wieder seine Hilfe anbot, indem er ihm etwas zu Trinken hinhielt. Irritiert musterte er die Flasche und sah dann unsicher zu Hizumi auf. Er sah ja ein, das Hizumi recht mit seinen Worten hatte, aber würde es Aoi sicherlich schwer fallen, sich wieder an Trinken und vor allem Essen zu gewöhnen. Wie lange hatte er gehungert? Er wusste es nicht. Aus der Unsicherheit heraus, beobachtete Aoi jede Bewegung Hizumis und musste leicht grinsen, als dieser den Gifttest machte. //Irgendwie glaube ich ich ihm...//, stellte der Schwarzhaarige überraschend fest und fasst nach der Flasche, als Hizumi ihm diese wieder reichte. Zuerst sah er noch etwas unsicher drein, ehe er es wagte und die Lippen an die Halsöffnung presste, um ihr auch ja so viel wie möglich Inhalt zu locken und nichts daneben zu schütten. Anfang war es schwer, den Würgereflex zu unterbinden, den er sich in den letzten Tagen angeeignet hatte, doch als er sich damit abgefunden hatte, trank er gierig die Flasche leer. Als er es geschafft hatte, atmete er hastig die Luft ein und lehnte sich zurück an die Wand. Erschöpft hustete er auf. Er hatte gar nicht bemerkt, wie durstig er eigentlich gewesen war! "Danke...", murmelte er schwach und schloss die Augen, während er sich über die Lippen leckte, um auch den letzten Rest von der kühlen Nässe in sich aufzunehmen. Hizumi sah ihm lächelnd zu, wie er die Flasche leer trank. Wieder war der Anführer bei dem Schwarzhaarigen einen Schritt weiter gekommen. "Na siehst du?" Hizumi hielt ihm nun eine weiche Decke hin. Er wollte versuchen, trotz der trostlosen Situation dem Verzweifelten soviel Komfort wie möglich zu geben. "Ruh dich ein bisschen aus, ja? Und vielleicht schaffst du es ja doch, etwas zu essen. Wir kriegen dich schon wieder auf die Beine, Aoi. Sei unbesorgt." Als der andere erneut das Wort an ihn richtete, öffnete Aoi erschöpft die Augen, um schließlich der Decke, die Hizumi ihm hinhielt, einen irritierten Blick zu schenken. Fror er überhaupt? Nachdenklich griff er nach ihr und befühlte etwas abweisend den Stoff, aus dem sie gemacht war. //Auch wenn ich Kälte schon längst nicht mehr empfinde, mein Körper wird es mir danken.//, sagte er sich und legte sie seufzend über seinen Unterkörper. "Danke für die Decke. Später... werde ich dann auch duschen. Weck mich aber sofort, wenn ihr Neuigkeiten von Reita habt, okay?!", bat er mit fordernder Stimme und sah Hizumi aus großen Augen an. "Wisst ihr denn, wo er sich befinden könnte? Habt ihr überhaupt schon etwas herausgefunden?" „Meine Männer arbeiten daran, Aoi. Wir werden seine Spuren verfolgen und ihn finden." Er rutschte etwas näher und zog Aoi in seine Arme, streichelte den schmalen, dürren Körper beruhigend. "Wir finden ihn.", wiederholte er. Diese großen Augen... Hizumi konnte dem Blick nicht widerstehen... Vorsichtig legte er seine Arme um Aoi, streichelte ihn, und legte seine Lippen sanft auf Aois... +~+ Der nicht gelernte Arzt im weiß-roten Kittel nahm sich ein Skalpell zur Hand und prüfte die Schärfe, in dem er sich selbst damit in den Oberschenkel schnitt. "Perfekt...", meinte er, ohne mit der Wimper zu zucken. Dann wischte er das Messer an seiner Hose ab und wandte sich wieder Reitas Rücken zu. "Setzen wir das kleine Ding mal in deine Nervenbahn was?", murmelte er konzentriert, rückte die Brille noch einmal zurecht und setzte das Messer an. Ein kleiner Schnitt schon und Blut spritzte ihm entgegen. Genervt seufzte der Silberhaarige auf und wischte die Brille an seinem Kittel ab, ehe er sie wieder aufsetzte und seine Arbeit fortführte. "Deshalb hasse ich Lebende..." Und je tiefer er schnitt, desto mehr Blut floss aus der offenen Wunde und behinderte den nicht gelernten Arzt. "Verdammter Mist! Wo bleibt die Schwester, die das Blut wegsaugt, wenn man sie braucht?! Jin!!! Komm her, dummes Gör!", brüllte er wütend und versuchte irgendetwas außer Blut an der Schnittstelle auszumachen. Als keine Antwort kam, wollte Shi erst seine Arbeit unterbrechen, um seine Schwester zu holen, als ihn siedend heiß einfuhr, warum sie nicht kommen konnte und zum ersten Mal bedauerte er seine Experimentiersucht ein wenig(!). Nachdenklich blickte er zur Decke, an welcher auch Knochen herunterhingen. "Schade... jetzt hätte ich dich gebrauchen können.", murmelte er und blickte den Totenschädel ausdruckslos an. "Na dann eben blind drauf los...!", seufzte er, griff schulterzuckend ein bereits blutbeflecktes Tuch zur Hand und tupfte weitgehend das Blut von der Wunde. Natürlich bewirkte dieser Versuch keine große Wirkung, den weiteres Blut floss nach. Schließlich lebte sein Opfer noch und musste leben, nicht nur wegen dem Boss, sondern weil sein Experiment nur bei einem Lebenden gelingen würde. "Also wenn ich jetzt hier lang schneide, würde ich ihn querschnittslähmen und DAS würde dem fetten Sack auffallen und mir nicht viel bringen... und hier...? Wenn ich was sehen könnten, wüsste ich es. Ich versuch's einfach... Wenn er mir wegstirbt, hat Fettsack pech und ich such mir ein neues Opfer.", meinte er und schnitt sich den Weg frei. Immer mehr Blut quoll hervor und ab und zu zuckte der Körper unter ihm hoch, was wohl bedeutete, das er nah dran war. "Der Streber meinte, das es sich selbstständig verbinden würde... Dann hoff ich mal für ihn, das er mich nicht angelogen hat, sonst stirbt er ganz.", grummelte er mit bedrohlicher Stimme, öffnete mit blutiger Hand das giftgrüne Schmuckkästchen, um einen kleinen Chip daraus hervor zu holen. Dann drückte er Reita diesen Chip blind in die offene Wunde an seinem Rückgrat und das solange, bis der Körper des Blonden sich ihm entgegenbog. "Getroffen...", bemerkte er fies grinsend und wischte sich die Hände an seinem Kittel ab, bevor er hastigen Schrittes zu seinem Schreibtisch lief und eine kleine Fernbedienung hervorholte. "Dann testen wir dich mal.", murmelte Shi und drückte den grünen Knopf an der Vorderseite der Bedienung. Ein seltsames Geräusch war zu hören und dieses kam deutlich aus Reitas Richtung. Wieder zuckte der Körper auf, nur noch gewaltiger als vorher. Man könnte meinen, die Wirbelsäule würde brechen, so arg verrenkte sich der Körper aus Reflex, weil sich der Chip gerade an seine Nervenbahnen anknüpfte, die seinen Körper steuerten. //Wenn er doch nur wach wäre...//, dachte Shi sehnsüchtig und funkelte sein Opfer begeistert an. //Anscheinend funktioniert es.//, merkte er dann irgendwann an, als sich die Bewegungen des zuvor noch zuckenden Körpers beruhigt hatten. Dann legte er die Fernbedienung zur Seite und drückte Reita zurück auf den Bauch, um dann einen Faden aus seinem Werkzeugasten zu nehmen und diesen durch eine Nadel zu fädeln. Konzentriert machte sich der Silberhaarige nun daran, die Wunde zuzunähen, damit der Chip nicht verloren gehen könne. Zufrieden bestaunte er sein Werk und griff mit einem dreckigen Grinsen nach der Fernbedienung. "Dann sehen wir mal, was mein Püppchen so alles kann.", sagte er zu sich selbst und gab Reita durch die Fernbedienung den Befehl, aufzustehen. Und zu seiner völligen Befriedigung tat er es auch, nur das er, anstatt von dem Tisch zu gleiten und sich dann aufzustellen, sich direkt auf den Tisch aufstellte, wodurch dieser durch das Gewicht zusammenbrach. Schützend legte Shi die Hände um die Fernbedienung und brach dann in schallendes Gelächter aus, als er den zerbrechlichen Puppenkörper betrachtete, in dem noch ein Herz schlug, der ihm aber nun völlig Untertan war. "Hahahahahahahahah!!!!" Reita wurde durch den ständigen, bohrenden, quälenden Schmerz aus seiner Bewusstlosigkeit gerissen und riss keuchend die Augen auf. Wo war er?! Warum stand er inmitten von Trümmern und wer war dieser... "Arzt"? Er wollte sich seinen schmerzenden Kopf reiben, doch er konnte die Arme nicht bewegen... Es war, als sei er gelähmt.. Stumm vor Entsetzen starrte er den Mann an... Was hatte dieser mit ihm gemacht?? "Ohhh... erwacht mein Dornröschen?", fragte Shi mit funkelnden Augen, aus denen die Neugierde blitzte, doch sein Gesicht zeigte keine Gefühlsregung. Noch immer war es blass wie der Tod und hatte unberührte graue Augen, die Reita höhnisch entgegen blickten. "Du fragst dich sicherlich wer ich bin... oder?", fragte er mit immer leiser werdender Stimme, schnippte mit den Fingern, wodurch das Licht ausging, und schnippte erst wieder, als er ganz dicht neben Reita stand und sein Gesicht dessen Ohr zugewandt war. "Dein... schlimmster Albtraum...~", hauchte er mit düsterer Stimme in das Ohr des entsetzten Mannes. Dann schlich er um den bewegungslosen Körper herum und begutachtete sein stattliches Opfer. "Du hattest die Ehre, eines meiner Opfer zu sein und glücklicherweise... ist es mir sogar gelungen und du hast überlebt. Du kannst dich glücklich schätzen, das du noch lebst. Denn jetzt wirst du keinen Tag mehr erleben, an dem du nicht getestet wirst oder dich für Experimente zur Verfügung stellen musst, ob du willst... oder nicht. Setz dich nun hin! Ich erkläre dir deine Aufgaben...", meinte Shi, betätigte die Fernbedienung und tigerte vorerst im Zimmer auf und ab, während er jede Bewegung Reitas beobachtete, die dieser selbst scheinbar geschockt realisierte. Denn Shis Marionette bewegte sich ohne sein selbiges zu tun dazu, sich auf einem voll gestellten Tisch zu setzen, nachdem er ein paar seltsame Gebilde in Reagenzgläsern weggeschoben hatte. "Ich habe dir einen Mikrochip in den Bereich deines Rückgrats gepflanzt, welcher nun, wenn ich es ihm befehle, die Steuerung über deine Bewegungen übernimmt und dich genau das tun lässt, was ich verlangt habe. Deine simplen Aufgaben liegen darin, mir Untertan zu sein. Aufräumen, putzen, assistieren, mit bei Experimenten helfen und noch viel mehr Dinge, wirst du von nun an tun. Der Boss kann dich, wenn er es schafft, psychisch fertig machen, aber vorerst liegt dein Leben in meiner Hand. Du kannst nicht vor mir fliehen. Ich bin überall und nirgendwo. Und durch diese Fernbedienung bist du für mich auch immer erreichbar. Sie kann dir nicht entnommen werden. Dann würdest du dein Leben verlieren. Und wenn du mir nicht gehorchst, lass ich sie in die Luft gehen. Lass uns etwas ausprobieren! Doch zuerst... lass ich mir den Spaß nicht nehmen und werde dir mein Zeichen geben, so wie ich es mit allen Experimenten tue.", erklärte der Silberhaarige und grinste hämisch. Kurz werkelte Shi an der Fernbedienung herum, während Reita hilflos mit ansehen musste, wie seine Hände sich plötzlich bewegten, als würde eine unsichtbare Hand sie in ihre Position bringen. Seine Hände befanden sich nun an seinem Hinterkopf und seine Finger strichen sein Haar aus dem Nacken. Der blutbefleckte Kittelträger hatte die Fernbedienung aus der Hand gelegt und sich zum Ofen bewegt, in dem er vor ein paar Stunden ein lebendes Tier geworfen hatte, um es später zu essen, aber da war ihm der Boss in die Quere gekommen. Neben dem Ofen lag eine Eisenstange mit ein paar Schnörkeln am anderen Ende, welches er nun in die heiße Glut des Ofens legte, bis das Eisen sich stark erhitzt hatte. Zufrieden Grinsend schloss er den Ofen wieder und kam nun mit der erhitzen Eisenstange auf den Blonden zu. "Ich kann dich kontrollieren, aber Schmerzen kann ich dir nicht nehmen. Ich hoffe, du magst Tattoos...~", sagte er in einem sing sang ähnlichen Ton, hob das Stangenende mit den Schnörkeln, die Buchstaben zu bilden schienen, auf Höhe Reitas Nackens. Dann drückte er diesem das glühende Eisen auf die Haut, an welcher sofort Dampf aufstieg, als die Haut an den Stellen, wo da Eisen drauf traf, wegbrannte. Als er die Stange sinken ließ, leuchteten ihm die schwarzen Lettern "Slave" entgegen und Shi lachte erfreut auf. "Gebrandmarkt sind alle meine Kinder...", sang er und sah sich mit Freuden an, wie sein ,Sklave' darunter litt. Die Fernbedienung hatte er für kurze Zeit deaktiviert, damit er auch ja mit ansehen konnte, wie Reita mit den Schmerzen kämpfte. Es ging alles viel zu schnell... Kaum war er wach, da hatte er schon wieder schreckliche Angst... Er konnte sich nicht mehr bewegen!! Stumm vor Entsetzen musste er mit anhören, was dieser kranke Kerl mit ihm gemacht hatte, dann hoben sich auch schon seine Hände, unfreiwillig, und er strich sich das Haar aus dem Nacken... Er konnte nicht sehen, was dieser Shi da hinter seinem Rücken tat, doch der grausame Schmerz, der folgte, traf ihn mit voller Wucht... Reita brüllte laut auf vor Qual und brach zusammen. Da Shi die Kontrolle in dem Moment vernachlässigte, griff der Blonde schreiend in seinen Nacken und blieb dann zuckend liegen. Überall im Raum roch es nach verbranntem Fleisch und ohne Reitas Zutun flossen heiße Tränen über das blasse Gesicht des Blonden und er schluchzte nur noch und kauerte sich zusammen, als der Schmerz langsam nachließ... Mit Freuden beobachtete er den Emotionsausbruch des Blonden und bewegte den Kopf von der linken Schulter zur Rechten. "Und das war noch längst nicht alles...", murmelte Shi und rieb sich die Hände. Ich werde dir nun verraten, wie ich deine Freunde getötet habe. Alleine ist das ziemlich anstrengend musst du wissen, da sie sich ganz schön gewehrt haben. Aber nun habe ich ja einen Assistenten.", meinte Shi vergnügt und schritt auf eine weitere Tür zu, die verschlossen zu sein schien. "Es ist noch einer übrig geblieben. Ich habe gewusst, das ich ihn noch brauchen werde und ich weiß auch, das er ebenfalls eine wichtige Rolle in deinem Leben gespielt hat. Darf ich dir vorstellen... dein Rivale deiner alten Familie...", verkündete Shi hämisch grinsend, öffnete die Tür, nachdem er den Schlüssel im Schloss umgedreht hatte, und nahm dann die Fernbedienung zur Hand, damit er Reita dazu zwingen konnte aufzustehen und sich genau das Bild einzuprägen, welches sein alter Widersacher ihm gerade bot. "Ich glaube, ihr habt euch gehasst, hm? War mir eine Freude, in seinen Kopf hinein zu blicken.", gab er kichernd von sich und begutachtete den Verband um das Gesicht des vor Reita zum ,Sklaven' Gewordenen. Die Augen des Mannes waren trüb und auch als er Reita erblickte, der ihm nun gegenüber stand, veränderte sich nicht viel seines Gesichtsausdruckes, außer das sich sein Mund stumm öffnete und seinen Kiefer bewegte, als wolle er etwas sagen. "Oh ich gestehe. Ich habe seine Stimmbänder entfernt. Er hat mir zu viel geschrien, als ich an ihm experimentiert habe. Das Betäubungsgas ist eben teuer und da hatte ich auch keines.", erklärte der Silberhaarige und klang dabei nicht bedauerlich, sondern eher amüsiert. Als sein vorheriges Opfer auf Reita zugehen wollte und dabei die Arme so hielt, als wolle er ihn erwürgen, lachte Shi vergnügt auf. "Nach so vielen Jahren hasst dich Matsuda immer noch. Du musst ganz schön was geleistet haben.", meinte er an Reita gerichtet und deaktivierte die Kamera, um sich ein wenig zu amüsieren. Der stumme Mann namens Matsuda trat unberührt Shis Worte weiter auf Reita zu und versuchte ihm durch seine Lippenbewegungen etwas zu verstehen zu geben. Worte, die ihm schon lange auf dem Herzen lagen und jetzt, wo er ihn vor sich hatte, war er froh, das er diese nicht wie viele andere Dinge durch die Operation dieses Wahnsinnigen an seinem Kopf, vergessen hatte. Er fragte sich immer noch, wie er es geschafft hatte zu überleben. Vielleicht war er auch ein Zombie? Von den Toten auferstanden? Er könnte alles diesem Shi zutrauen, Auch das er ein Nekromant sein könnte. Schon allein, weil er gerne an anderen Leben herum pfuschte, ließ ihn das denken. Doch wie sollte er Reita seine Worte mitteilen, wenn er nicht sprechen konnte!? Hasste ihn den andere noch?! Entgegen seiner Vorstellung jedoch, sagte Reita keine hasserfüllten Worte und wurde handgreiflich, als er sich ihm immer weiter näherte. Halbherzog legte er seine Hände an dessen Kehle, als er ihn erreicht hatte und drückte leicht zu. Schließlich sollte es vor Shi so aussehen, als wollte er Reita wirklich töten, weil er ihn noch hasste. Aber da hatte sich Shi getäuscht. Einfach so in die Köpfe anderer zu gucken, in dem man seltsame Maschinen benutzt, gibt einen trotz allem nicht die 100%ige Sicherheit, das gewonnene Wissen könne einem weiter helfen. Denn er hasste Reita nicht! Schon so lange nicht mehr. Eher hatte er sich nach seinem Verschwinden schuldig gefühlt. Schließlich waren sie eine Familie gewesen und er gab sich auch die Schuld daran, das Reita sie verraten hatte. Sicherlich hatte er sich durch ihn nie willkommen gefühlt, da war es klar, das er irgendwann gehen würde, um sich eine andere zu suchen. Zumindest nach den Informationen seine Bosses, der nun Tod war. Bei dem Gedanken an seinen Freund und jahrelangem Vater der Organisation, traten Tränen in seine Augen. Wieder öffnete er den Mund und bildete mit den Lippen die Worte: "Es tut mir Leid, Reita. Sie sind alle Tod! Du musst von hier verschwinden!" Immer wieder und wieder bewegte er die Lippen. Langsam, bedacht und hoffte darauf, das er ihn verstehen könne und vor alle mitspielte. Wenn er das nicht tat, wäre sein Verhalten aufgeschmissen und Shi würde sauer werden. Reita wich keinen Zentimeter zurück als Matsuda auf ihn zu kam. Er gab sich für alles die Schuld... Für alle Qualen, die Matsuda erleiden musste... Alles war wegen ihm geschehen... Nur langsam bemerkte er, dass Matsuda versuchte mit ihm zu reden. Und erschrocken bemerkte er die tränen in seinen Augen. "Matsuda...", murmelte er tonlos, dann verstand er und spielte mit, übertrieb sogar. "Nein... Bitte... Du verstehst das falsch! Ich habe nichts getan! Tu mir nichts! Argh..." Er röchelte, als würde Matsuda ihm wirklich die Luft abdrücken. Erschrocken löste dieser allerdings den Griff, da er glaubte, zu fest zugedrückt zu haben. Entschuldigend blickte er sein Gegenüber an und verstand zeitgleich, das er soeben einen Fehler begangen hatte. Ängstlich weiteten sich seine Augen, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte und Nägel sich darin bohrten. Shi hatte sie durchschaut! Hektisch, ängstlich, vollkommen hilflos, betete er stumm die Worte: >Verzeih mir!< Immer und immer wieder kamen diese unausgesprochenen Worte über seine Lippen, die er vor Schmerz aufriss, als sein schwacher Körper gegen die Überreste des Experimentiertisches gestoßen wurde. "Du bist ein toter Mann, Matsuda! Das warst du auch vorher schon, aber nun darf Reita dir das Leben nehmen. Anscheinend versteht ihr euch doch besser, als ich dachte...", knurrte der Silberhaarige unzufrieden, griff nach der Fernbedienung und befehlte Reitas Körper dazu auf, Matsuda auf dem Tisch festzuketten und dieser vorher von unnötigen Reagenzgläsern und anderen unwichtigen Schreibkram zu befreien. Der Blonde tat, wie ihm befohlen. Verwirrt musterte Matsuda seinen alten Kameraden, sah ihn flehend an und versuchte Reita wach zu rütteln. >Reita, komm zu dir!<, versuchte er ihm mitzuteilen und erkannte zu spät, das er ihm nicht mehr helfen konnte, als er fest an den Tisch gebunden war und sich kaum mehr rühren konnte. Fest spannte sich ein Seil über seinen Brustkorb und bereitete ihm Schmerzen. //Shi hat ihn zu einem Sklaven gemacht!// Wütend funkelte er daraufhin Shi an, der das Schauspiel ebenso wütend betrachtete. >Mistkerl!< "So... nun werde ich euch zeigen, wie ich eure Freunde umgebracht habe. Und du wirst meine Hand sein!", sagte er an Reita gerichtet und stellte sich neben den Tisch. Da Reita nichts darauf erwiderte, gab Shi seine erste Anweisung: "Nimm diese Nadel, fädelte den Bindfaden ein, der daneben liegt, und nähe Matsuda dieses Gesicht genau über dem seinen an. Dann kannst du dir einen weiteren Aoi machen.", lachte er zum Ende hin und erschrak, als die Tür plötzlich aufflog und gegen die hinter ihr liegende Wand knallte. Reflexartig versteckte er die Fernbedienung hinter seinem Rücken und trat hinter dem Tisch hervor. "Was macht ihr hier?!", giftete er die Neuankömmlinge sauer werdend an und baute sich auf, was bei seiner eher schmächtigen Gestalt nur wenig Wirkung zeigte. "Wir holen uns nur zurück, was dem Boss gehört und du ungefragt entwendet hast.", meinte einer der Schränke und ging an Shi vorbei, um Reita wieder mit nach oben zu nehmen, doch Shi war schneller. Dieser hatte sich vor ihn gestellt, deaktivierte die Fernbedienung, eher er sie unbemerkt in einer seiner Manteltaschen steckte, und breitete die Arme aus. "Ich experimentiere gerade! Und dafür brauche ich ihn. Geht wieder! Sagt ihm, das ich gerade in seinem Wohlwollen arbeite und er ihn danach unbeschadet wieder bekommt!", wies Shi sie an und wurde zur Seite geschoben. Wut überkam ihn. Wenn sein Abkommen mit dem Boss nicht wäre, würde er diese Eindringling mit Leichtigkeit töten, aber wie sollte er ihm das erklären? "Ich sagte, ihr sollt gehen!", versuchte er es noch einmal mit Nachdruck in der Stimme und gerade als der Kerl, der sich Reita genähert hatte, diesem dem Rücken zudrehte, sah Shi, wie Matsuda mit Hilfe Reitas von dem Tisch erhob, auf dem er gerade noch gefesselt gelegen hatte. //Ich kann ihm jetzt keine Befehle geben!//, merkte er verbissen an und wechselte einen Blick zwischen den beiden Bediensteten des Bosses, die bei ihrem Ankommen diesen wohl geweckt haben mussten. "Ich sag es euch noch einmal... Geht zu ihm, richtet ihm meine Nachricht aus, nur verschwindet! Sofort!", befehlte er ihnen mit wütender Stimme und ging auf den einen Schrank zu, der Matsuda und Reita am nähesten standen. "Willst du sterben, oder warum stehst du noch hier?!", setzte er drohend hinzu und sah mit Genugtuung, wie der Mann zurückwich. Anscheinend kannten sie ihn doch... Innerlich lachte Shi auf. "Los, raus hier! Er wird nichts mit ihm geschehen!" Nur unsicher traten die beiden Hühnen zurück und warfen sich fragende Blicke zu. "Tut mir leid Shi, aber wir haben unsere Befehle!" "Befehle sind da, um gebrochen zu werden. Wenn ihr lebend dieses Gebäude wieder verlassen wollt, dann hört lieber auf mich und verlasst dieses Zimmer!", drohte er weiter und näherte sich den beiden. Nun zog endlich einer den Schwanz ein und verschwand, aber der Größere von ihnen blieb. "Dummer Hund!", bellte er und wollte sich auf den Kerl stürzen, als ein bekanntes Geräusch ihn zurückfahren ließ. Die Klappe des Ofens! "Was... was machst du da?!", schrie er Matsuda verständnislos zu und wollte nun auf diesen zulaufen, als er sah, was Matsuda vor hatte. Seine Augen weiteten sich bei der Erkenntnis und ließ seinen Blick von der Fernbedienung in Matsudas Hand zu Reita gleiten, der ihm ein ihm undefinierbares Grinsen schenkte, zu seiner Manteltasche, in der sich die Fernbedienung hätte befinden müssen. //Matsuda hat sie gestohlen!// "Nein! Wag es ja nicht, das zu tun!", brüllte er ihm warnend zu und lief schnellen Schrittes auf seinen Sklaven zu, als dieser mit einem stummen Lachen auf den Lippen, die Fernbedienung in den Ofen warf und die Tür zuknallte. "Neeein! Dafür wirst du bezahlen!", versprach Shi und pinnte Matsuda mit Gewalt gegen die Wand hinter ihm, ließ ihn in der Luft baumeln. Während Shi abgelenkt war, hatte sich der Hühne von Mann, der dem Boss direkt unterstellt war, an Reita herangeschlichen und packte ihn nun mit solch einer Kraft, das dieser nicht einmal die Chance gehabt hätte, sich wehren oder gar fliehen zu können. Als hinter ihm die Tür zuknallte und er nun mit Reita und seinem feigem Begleiter die Treppen hinauf rannte, um möglichst schnell von diesem gefährlichen Shi wegzukommen, bekam auch dieser mit, was hinter seinem Rücken geschehen sein musste. Wütend schrie er auf, ließ den bewusstlosen Matsuda fallen und rannte den beiden hinterher, um sich sein Eigentum zurückzuholen. Irgendwie geriet alles aus den Fugen... Reita konnte gar nicht so schnell schalten, wie alles um ihn herum geschah. Gerade noch sah er sich mit Entsetzen eine dieser schrecklichen Masken nehmen und starrte in Matsudas panisches Gesicht, dann kamen auch schon irgendwelche Kerle, mit denen Shi stritt. Reita nutzte diese Chance, da der irre Arzt die Fernbedienung vernachlässigte und befreite Matsuda, welcher sich die Fernbedienung klaute und in den Ofen warf. Ein unglaublich erleichtertes Gefühl machte sich in Reita breit, endlich hatte er wieder die Macht über seinen Körper. Doch seine Freude währte nicht lange, denn schon wurde Matsuda gegen die Wand geworfen und verlor das Bewusstsein. Reita schrie auf und wollte zu ihm, doch schon wurde er gepackt und von dem Riesen fortgerissen. Reita versuchte sich verzweifelt zu wehren, sah dann aber mit Entsetzen, wie Shi hinter ihnen her rannte. //Ich muss ihn von Matsuda ablenken!!//, dachte er sich und wehrte sich nur noch mehr. "Du kranker Mistkerl!", schrie er dem weißhaarigen zu und provozierte ihn mit Beschimpfungen. Dieses Chaos kam ihm gerade recht! Vielleicht hatte er nun ja doch noch eine neue Chance bekommen... Zornentbrannt rannte Shi den beiden Räubern nach, um sich sein selbst ernanntes Eigentum zurückzuholen, stoppte aber in seiner Bewegung, als ihm Bewusst wurde, das er etwas vergessen hatte. Hin und her gerissen überlegte er, welchen Schritt er als nächstes tun sollte. Einen Bewusstlosen allein lassen, in der Hoffnung, das er rechtzeitig wiederkommen würde, um sein Werk zu beenden, was er vorher durch Reita nicht geschafft hatte, oder um sein Eigentum einzufördern. So oder so müsse er dem Boss sein Verhalten erklären, aber vielleicht könnte er die beiden Kerle, die sich seinen Sklaven geschnappt hatten, stoppen, um dem zu entgehen und an der Stelle weiterzumachen, an der sie ihn unterbrochen hatten. Zwar war es Schade, das er die Fernbedienung nicht mehr hatte, aber gäbe es da auch weitere Möglichkeiten ihn zu quälen. Also hinterher! Und das tat Shi. Schnell setzte er sich in Bewegung und versuchte, die beiden mit leichtem Vorsprung aufzuholen. Gleichzeitig zermarterte er sich den Kopf darüber, wie er dem Boss, seinem alten Freund, sein Anliegen vorlegen sollte, falls er es nicht schaffen sollte, sich vor dem Treffen Reita zu krallen. Er müsse sich dann nur Ausreden einfallen lassen, was mit den beiden geschehen ist. So in Gedanken vertieft, sah er erst auf, direkt in Reitas Augen, als dieser ihn einen kranken Mistkerl schimpfte. Ein belustigtes Grinsen schlich ich auf seine Lippen. //Denkt er etwa, er kann mich damit kränken?//, fragte er sich unberührt und rannte schneller, holte dabei sehr schnell auf. Wieder einmal sprang eine Tür auf und weitere dem Boss Unterstellten kamen zum Vorschein. Zu Shis Unglück merkten sie wohl sehr schnell, was Phase war und kamen den beiden die Treppe hinauf hastenden Männern entgegen, um ihnen Reita abzunehmen oder im Notfall Shi aufzuhalten, falls dieser sich in irgendeiner Weise angriffslustig verhielt. //Mist!//, fluchte der Silberhaarige innerlich und drosselte sein Tempo. Er würde es nicht schaffen unbemerkt 4 große Schränke umzubringen und Reita zurückzuholen. So dumm war der Boss nicht, das er das nicht merken würde. Als er schließlich, weit hinter den Vieren, den großen Kellerraum betrat, sah ihn der Boss bitterböse an. "Shi, warum widersetzt du dich meinen Befehlen?! Haben wir nicht einen Vertrag ausgehandelt?" "In dem Vertrag stand nicht, das ich alles machen soll, was du verlangst. Meine Aufgabe ist es, ihn zu quälen, psychisch wie auch körperlich. Du hast mich in meiner Arbeit unterbrochen! Er ist unversehrt, wie du siehst! Kann ich meine Arbeit fortsetzen?!", fragte er in einem dringlichem Tonfall und verschränkte die Arme vor der Brust. Erleichtert sah er aus den Augenwinkeln, wie Reita inzwischen wieder gefesselt wurde und ihm auch der Mund verboten wurde, wodurch er seinen Plan nicht mehr würde ausplaudern können. "Nein, Shi! Du experimentierst nur mit ihm! Er gehört mir, lass also die Finger von ihm! Außerdem habe ich nun viel Wichtigeres vor, als ihn gehen zu lassen. Er ist wieder wach und bereit für die zweite Runde.", merkte der Boss erfreut an und stand auf. "Du kannst gerne hier bleiben und dabei zusehen, wie gut mein Plan aufgeht.", schlug der Boss vor, jedoch mit einem Unterton in der Stimme, der Shi verbot ihm zu widersprechen. Mit gesenktem Kopf trat Shi zurück und beobachtete stumm und verbissen die Szene, die sich ihm nun abspielte. Der Boss schlug mit seinem länglichem Stab in Reitas Kniekehlen und zwang ihn somit auf die Knie. Dann bückte sich der Boss zu diesem hinunter. "Tut mir Leid, das du warten musstest, Kleiner. Jetzt werde ich mich wieder mehr um dich kümmern können. Ich habe eine weitere Überraschung für dich. Deine Freunde hast du ja schon gesehen... Schau nun genauer hin. Fehlt da nicht jemand...?" Reita hatte die Augen angstvoll weit aufgerissen und sah, wie der Verrückte immer näher kam. Doch als noch zwei weitere kamen, die ihn in den Raum brachten und fesselten, da verlor er wieder jegliche Hoffnung, die er vorhin noch gehabt hatte. Er war wieder bei dem verhassten Boss... und was noch schlimmer war... Man knebelte ihn, so dass er keine Möglichkeit hatte zu sprechen... Mit einem dumpfen Keuchen sank er auf die Knie und starrte den Boss aus dieser Position heraus an. was redete er da? Es... fehlte jemand? Reita hatte es nicht über's Herz gebracht, diese armen Seelen genauer zu betrachten oder sie zu zählen... Entmutigt senkte er den Kopf, ihm war seelisch schlecht von der unfassbaren Grausamkeit des Bosses... Knurrend griff dieser den Geknebelten hart in die Schulter. "Du sollst aufsehen! Sieh sie dir an! Mach schon!", brüllte er ihm ins Ohr und riss an seiner Halsfessel, die ihm die Luft abschnüren konnte. Von weitem sah Shi mit finsterem Blick zu, wie der Boss seinen Befehl durchsetzen zu versuchte. Genervt schüttelte er den Kopf und verschränkte die Arme vor der Brust. "Du musst schon mehr Gewalt anwenden, Dickerchen!", rief er herüber und kassierte von einem aus des Bosses Gefolge einen Hieb in den Rücken. "Zeige dem Boss deinen Respekt und red ihm nicht dazwischen!", wurde ihm zugeknurrt, doch Shi blieb unberührt stehen und warf einen gelangweilten Blick in seine Richtung. "Das ist mein Heim. Ihr seid nur meine Gäste. Pass auf was du sagst, denn das bist du schneller Tod, als du meinen Namen aussprechen kannst.", meinte er gelassen, funkelte dem Hühnen allerdings angriffslustig entgegen. Auch der Boss hatte kurz aufgesehen, jedoch wollte er sich den Spaß mit dem Blonden nicht verderben lassen, weswegen er sich wieder dem Gefesselten zuwandte. "Du hast ihn gehört. Wenn du nicht spurst, dann werde ich ihm freie Hand lassen!", drohte er nun, riss wieder an der Halskette, die Reita kurz die Luft raubte, ehe er wieder losließ. Schließlich sollte er die Qualen noch miterleben und nicht einfach so auf langweilige Art sterben. "Sie hoch! Wer war dir am wichtigsten in deiner damaligen Familie, hm Reita?!", gab er ihm nun den Tipp und riss sein Kinn hoch. Damit die Person, auf die er die ganze Zeit hinaus wollte, auch gut zu erkennen war in diesem Meer aus toten Leibern, gab er einem seiner Leute den Befehl, diesen vor Schmerz aufschreien zu lassen. Reita zuckte zusammen und hustete. Er rang nach Luft und musste dem Boss den Gefallen tun und hochsehen. Seine Freunde... seine Familie... Sie alle waren tot... Er konnte nicht verhindern, dass eine Träne über seine Wange rollte. So schwach wie er war, erblindet und bewegungslos, bemerkte der einzig Lebende an diesen Wänden des Todes nicht, das über ihn die Rede war. Überhaupt bekam er gar nicht mit. Sein Leben hing an einem dünnen Faden, den es zu zerschneiden galt. Sein Liebster wurde ihm genommen und seine Freunde und Familie gleich mit. Gerade noch hatte er mit ihnen gescherzt, gelacht und ein wenig getrunken, schließlich hatte man nicht alle Tage Geburtstag, als tosender Lärm die Stille um sie herum durchbrach und schwarze, vermummte Gestalten die Party stürmten. Gegen einen solch überraschenden Angriff waren die Jungs nicht vorbereitet gewesen und auf die Stärke dieser ihnen unbekannten Männer auch nicht. Innerhalb weniger Minuten war das Kampffeld geräumt gewesen. Konfetti wehte ihm schwachen Lüftchen über den verstaubten Boden. Girlanden und zerbrochene Sektgläser lagen zerstreut darauf und ließen ein Bild des Chaos übrig. Wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, hätte man es nicht mal für möglich gehalten, das Menschen hier eben noch gesessen hätten und guter Laune waren. Niemand hatte ahnen können, das dieser Tag, der doch so schön angefangen hatte, so traurig enden würde. Tod waren nun alle seine Freunde, die seit dem Auflösen der Gang so viel im Leben erreicht hatten und nun Kinder... Mütter... Frauen und Geliebte ungewiss zurückließen. Nein, so wollte Kota nicht Leben. Aus seinen trüben Gedanken gerissen, die er seit Stunden nun schon hegte - was blieb ihm auch anderes über, hing er doch an einer Eisenkette an der Wand, die aus eben jener zu kommen schien und konnte sich über den Schmerz seiner Arme hinweg kaum konzentrieren, schrie er desto überraschter und schmerzvoll auf, als ihn etwas mit voller Wucht in seiner Magengegend traf und ihn danach noch umso eingesackter von der Wand hingen ließ. Schwach ließ sich sein schneller Herzschlag unter dem dünnen Leinenhemd und dem dürren Körper erahnen. Aber hatte er gerade nicht etwa einen ihm nur zu bekannten Namen gehört? Oder waren das Hirngespinste seiner überdrehten Fantasie gewesen? Doch dann blieb ihm bei diesem Schrei schier das Herz stehen... Diese stimme! Mit einem mal wusste er, WER noch lebte... WEN der Boss meinte... Nein... Wie hatte dieses miese Schwein das herausgefunden?! Er bäumte sich auf, riss an den Fesseln und ignorierte dabei, dass er sich fast strangulierte... "R... eita...?", murmelte Kato schwach, fragend und hoffnungsvoll und hob den Kopf. War da wirklich Reita? Aber was tat dieser hier? Gehörte er zu dieser schrecklichen Bande, die sie ausgelöscht hat? War Reita etwa auf Rache aus? "Rei?" "Ohhh wie rührend. Langsam kriechen wohl die dunklen Erinnerungen in eure so gut wie toten Köpfe. Fühlt ihr den Schmerz, an den ich mich nur zu gerne labe? Eure Freunde, sie alle sind Tod! Und ihr werdet auch sterben! Glaubt ihr an Schicksal?", fragte Shi lachend und warf die Haare zurück. Auch der Boss hatte ein Grinsen auf den Lippen, allerdings war er gerade mehr damit beschäftigt, den Blonden wieder zu bändigen.

 

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Kapitel 21 - Ohne jede Vernunft...